Meta-Abo oder Überwachung: Was Facebook-Nutzer jetzt wissen müssen

Facebook und Instagram fordern zur Entscheidung: Werbung oder Abo. Was bedeutet das konkret?

📖Wie geraten Nutzer unbemerkt in Abo-Fallen? Antworten finden Sie im Leitfaden Abo-Fallen.
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Meta-Abo oder Überwachung: Was Facebook-Nutzer jetzt wissen müssen – mimikama.org
Meta-Abo oder Überwachung: Was Facebook-Nutzer jetzt wissen müssen – mimikama.org

Meta-Abo oder Überwachung: Facebook und Instagram konfrontieren derzeit erneut, wir haben hier bereits darüber berichtet, alle Nutzer:innen in Europa mit einer Entscheidung – und das keineswegs zum ersten Mal. Aktuell erscheint bei vielen ein Pop-up-Fenster mit dem Hinweis:

„Überprüfe bitte, ob wir deine Daten verarbeiten können, um dir Werbung zu zeigen“ sowie „Wir haben dich früher schon einmal um Einwilligung gebeten, deine personenbezogenen Daten für personalisierte Werbung verarbeiten zu dürfen. Aufgrund der Gesetzgebung in deiner Region müssen wir dich bitten, deine Wahl zum Thema Werbung erneut zu prüfen.“

Dahinter verbirgt sich nicht etwa ein neues Feature – sondern eine radikale Umstellung der Plattformnutzung in Europa. Meta zwingt seine User zu einer Entscheidung: Wer keine personalisierte Werbung möchte, muss zahlen. Und wer nicht zahlt, stimmt der umfassenden Datennutzung zu. Wir erklären, was das wirklich bedeutet – für deine Daten, deine Rechte und dein Konto.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wer keine der Optionen wählt, erhält keinen Zugriff auf Facebook oder Instagram – das Pop‑up wird bei jedem App‑Start wieder angezeigt.
  • Abo kostet ab 5,99 € pro Monat, verhindert aber kein Tracking!
  • Auch „weniger personalisierte Werbung“ bedeutet Datenverarbeitung.
  • Verbraucherschützer kritisieren: Echte Wahlfreiheit fehlt!
  • Aktuell laufen Klagen und mögliche EU-Strafen drohen.

FAQ zu: Meta-Abo oder Überwachung

Was bedeutet das nun für Facebook-Nutzer?

Seit Ende 2024 fordert Meta alle Nutzer:innen in Europa auf, eine Entscheidung zu treffen: Entweder du stimmst der Nutzung deiner Daten für personalisierte Werbung zu – oder du zahlst ein monatliches Abo für eine werbefreie Version von Facebook oder Instagram. Ohne diese Entscheidung ist die Nutzung der Plattformen nicht mehr möglich.

Warum sehe ich plötzlich ein Pop-up bei Facebook oder Instagram?

Meta zeigt allen Nutzer:innen ein verpflichtendes Auswahlfenster an. Du wirst darin aufgefordert, entweder personalisierter Werbung zuzustimmen oder ein kostenpflichtiges Abo abzuschließen. Das Fenster erscheint so lange, bis du eine der beiden Optionen auswählst – ein „Später“- oder „Ablehnen“-Button existiert nicht.

Warum muss ich mich entscheiden?

Hintergrund ist die europäische DSGVO. Meta darf Daten nicht mehr ohne ausdrückliche Zustimmung für Werbung verwenden. Die Wahlmöglichkeit soll diese Einwilligung rechtlich absichern.

Was passiert, wenn ich nichts auswähle?

Dann ist die Nutzung von Facebook und Instagram gesperrt. Du wirst so lange zur Auswahl gezwungen, bis du eine Option bestätigst.

Was kostet das Abo?

Einzelkonto: Im Browser kostet das werbefreie Abo € 5,99 monatlich, in der App € 7,99 monatlich. Für jedes weitere (nicht verknüpfte) Konto fallen Zusatzkosten an – € 4/Monat im Browser beziehungsweise € 5/Monat in der App. (Quelle: Meta)

Was passiert, wenn ich mehrere Konten habe?

Für jedes Konto, das nicht verknüpft ist, zahlst du extra. Um diese Zusatzkosten zu vermeiden, musst du deine Konten über die „Kontenübersicht“ im Profil zusammenführen. Erst dann gilt das Abo für alle verknüpften Accounts.

Was passiert, wenn ich „Kostenlos mit Werbung“ auswähle?

Dann gibst du dein Einverständnis zur umfangreichen Datennutzung: Meta darf dein Onlineverhalten für Werbung analysieren und vermarkten.

Was bedeutet „weniger personalisierte Werbung“ konkret?

Meta bezeichnet diese Option als ‚Less Personalized Ads‘. Auch hier erfolgt weiterhin eine Datenerhebung – etwa zu Standort, Altersgruppe, Gerätenutzung oder Klickverhalten. Die Werbung wird lediglich auf Basis allgemeiner, kontextueller Merkmale ausgespielt – nicht mehr auf individuell erstellte Profile. Es handelt sich also um eine reduzierte, aber keineswegs datenschutzneutrale Lösung.

Was bringt das kostenpflichtige Abo?

Das Abo bietet eine werbefreie Nutzung von Facebook und Instagram – jedoch keinen vollständigen Datenschutz. Auch Abo-Nutzer:innen werden weiterhin intern getrackt: Meta verarbeitet ihre Daten für die Plattformoptimierung, für Sicherheitsfunktionen und – laut eigenen Angaben – auch zur Verbesserung von KI‑Systemen. Der Verzicht auf Werbung bedeutet nicht den Verzicht auf Datenerhebung.

Bin ich mit dem Abo vollständig geschützt?

Nein. Das Abo verhindert zwar Werbung, nicht aber die Datenverarbeitung für andere Zwecke wie Forschung, Plattformoptimierung oder KI.

Gibt es eine datenschonende Option?

Eine Option ohne Datenerhebung bietet Meta derzeit nicht an. Selbst bei reduziert personalisierter Werbung erfolgt Tracking – wenn auch in geringerem Umfang. Eine komplett datensparsame oder anonymisierte Nutzung ist auf Facebook und Instagram aktuell nicht möglich.

Was ist mit „Branded Content“ – bekomme ich mit Abo wirklich keine Werbung mehr?

Nicht ganz. Auch wer bezahlt, sieht sogenannte „Branded Content“-Beiträge, wenn er Creators oder Unternehmen folgt. Diese Inhalte sind zwar keine klassischen Werbeanzeigen, stammen aber aus bezahlten Kooperationen. Sie werden von Meta nicht als Werbung gezählt – wirken für Nutzer:innen aber oft genauso.

Gibt es eine Möglichkeit, das Pop-up zu umgehen?

Nein. Das Auswahlfenster ist verpflichtend. Solange du dich nicht entschieden hast, kannst du Facebook oder Instagram nicht weiter nutzen. Ein Schließen oder Ignorieren bringt nichts – das Fenster erscheint beim nächsten Öffnen der App erneut.

Kann ich die Entscheidung später ändern?

Ja, du kannst in den Einstellungen deine Wahl zum Werbemodell anpassen. Meta fragt dich auch regelmäßig erneut.

Wie kann ich meine Werbeeinstellungen ändern?

In der App über dein Profil > drei Striche > Kontenübersicht > Werbepräferenzen. Dort kannst du zwischen Abo oder Werbung wählen und Einstellungen anpassen.

Kann ich in den Einstellungen etwas ändern?

Nur in sehr eingeschränktem Rahmen. In den Werbepräferenzen kannst du bestimmte Kategorien deaktivieren oder deine Entscheidung zum Abo-Modell anpassen. Doch die grundsätzliche Datenerhebung durch Meta bleibt bestehen – egal, was du einstellst.

Was verdient Meta mit meiner kostenlosen Nutzung?

Wenn du Facebook oder Instagram kostenlos mit Werbung nutzt, verdient Meta durch dich Geld – und zwar durch den Verkauf von Werbeplätzen, die auf deine Daten abgestimmt sind. Laut Branchenschätzungen erzielt Meta pro 1.000 Werbeeinblendungen (CPM) zwischen 5 und 10 Euro. Bist du besonders aktiv, klickst auf Anzeigen oder gehörst zu einer gefragten Zielgruppe, kann dein „Wert“ für Meta deutlich höher liegen – mitunter im zweistelligen Eurobereich pro Monat. Damit bist du für Meta oft wertvoller als ein zahlender Abo-Kunde.

Wie kann ich der Nutzung meiner Daten durch Meta KI widersprechen?

In den Einstellungen kannst du einen Widerspruch gegen die Nutzung deiner Daten für KI-Training einreichen. Ob dieser anerkannt wird, ist allerdings unklar. Meta selbst macht dazu keine verbindlichen Zusagen.
– Formular: Widerspruch auf Facebook
– Formular: Widerspruch auf Instagram

Was passiert mit meinen Daten, wenn ich das Abo kündige?

Das ist unklar. Meta macht keine transparenten Angaben dazu, ob bereits erhobene Daten gelöscht oder weiterverwendet werden.

Gilt das auch für WhatsApp?

Aktuell nein. WhatsApp ist von diesem Abo-Modell ausgenommen, obwohl es ebenfalls zu Meta gehört.

Was kann ich tun, wenn ich das nicht mittragen will?

Du kannst entweder zahlen, zustimmen oder dein Konto deaktivieren. Eine vierte Option gibt es derzeit nicht.

Ist das Abo-Modell nur in Europa verfügbar?

Ja. Das Modell ist eine Reaktion auf EU-Gesetze. In anderen Regionen bleibt Werbung gegen Daten das Standardmodell.

FAQ: Was sagen Gerichte und Datenschützer zur Meta-Abfrage?

Was sagen Datenschutzorganisationen zu diesem Modell?

Mehrere Datenschutzorganisationen – darunter der europäische Verbraucherverband BEUC, die Verbraucherzentrale NRW und die NGO NOYB – kritisieren das Modell als unzulässige Zwangseinwilligung. Die Entscheidung zwischen Tracking oder Bezahlung stelle keine echte Wahlfreiheit dar. Im April 2025 verhängte die EU-Kommission deshalb eine Geldstrafe in Höhe von 200 Millionen Euro gegen Meta – wegen Verstoßes gegen den Digital Markets Act.

Was kritisieren die Verbraucherzentralen in Deutschland konkret?

Sie bemängeln unter anderem die fehlende Freiwilligkeit, irreführende Werbeoptionen, unklare Datenverwendung trotz Abo und problematische Buttonbeschriftungen.

Gibt es Klagen gegen Meta?

Ja. Mehrere Verbraucherzentralen haben Klage eingereicht – wegen Zwangseinwilligung, irreführender Gestaltung und mangelndem Datenschutz.

Was sagt Meta zur Kritik?

Meta sieht sich unfair behandelt. Der Konzern behauptet, die Wahloption gehe über die gesetzlichen Anforderungen hinaus.

Warum beruft sich Meta auf ein EuGH-Urteil von 2023?

Das Urteil erlaubt Abo-Modelle, wenn die Einwilligung freiwillig ist. Ob das bei Meta der Fall ist, wird derzeit juristisch angezweifelt. (Quelle: EuGH, Urteil vom 4. Juli 2023, C-252/21)

Ist das rechtlich erlaubt?

Darüber wird gestritten. Mehrere Gerichte prüfen, ob das Modell gegen die DSGVO oder den Digital Markets Act verstößt. Erste Strafen wurden bereits verhängt.

Drohen weitere EU-Strafen?

Ja. Sollte Meta die rechtlichen Anforderungen nicht erfüllen, drohen laut EU-Kommission seit dem 27. Juni 2025 sogenannte Zwangsgelder – bis zu 5 % des weltweiten Tagesumsatzes. Die Kommission betont, dass Meta sein Modell bislang nicht ausreichend an die Vorgaben des Digital Markets Act angepasst hat

Was sagt Max Schrems und NOYB?

Die NGO NOYB rund um Max Schrems hat Meta mehrfach angezeigt. Sie sehen in dem Modell eine Umgehung der DSGVO – echte Einwilligung liege nicht vor. NOYB fordert, dass der Zugang zu grundlegenden digitalen Diensten nicht vom Geldbeutel abhängen darf.

Redaktioneller Hinweis:
Dieser Artikel wurde unter Einbeziehung öffentlich zugänglicher Quellen, Verbraucherzentralen-Statements sowie der geltenden Datenschutzurteile erstellt. Alle Aussagen basieren auf dem Stand Juli 2025. Meta kann sein Modell jederzeit ändern. Bei Änderungen aktualisieren wir diesen Beitrag.


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