In einem Video, dass aus dem Ort Fürstenwalde stammen soll, sieht man mehrere Männer, die mit Gegenständen gegen eine Tür werfen. Bei diesen Gegenständen handelt es sich unter anderem um eine Preistafel.
Unschöne Szene! Wütende Männer randalieren an einer Haustür. Sie schreien (mutmaßlich auf Arabisch) und werfen schwere Gegenstände an die Tür. Das Video soll nach eigenen Angaben aus Fürstenwalde stammen.
Das Video zeigt nicht, was vorher geschehen ist oder wie die Situation ausgeht. Ein spöttisches Posting auf Facebook spricht kommentiert „Die Bratwurst hatte wohl zu viel Senf.“.
Das Video wird derzeit auf Social Media verbreitet, um auf Migrantengewalt hinzuweisen. Der einzige Anhaltpunkt für einen Faktencheck liegt in der Angabe, dass dieses Video aus Fürstenwalde stammen soll.
Fürstenwalde an der Spree ist ein Ort zwischen Berlin und Frankfurt an der Oder in Brandenburg und stellt mit nicht ganz 32.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt im Landkreis Oder-Spree dar.
Faktencheck Video aus Fürstenwalde
Kurzum: Das Video ist kein Fake! Die Tür, ja sogar die Preistafel, welche in dem Video verwendet wird, sind auf einem auf Google verwendeten Foto zu sehen (vergleiche). Tatsächlich ging der Vorfall auch durch die lokalen Medien und ist sogar recht aktuell. Auf dem Nachrichtenportal MOZ.de liest man in einem Artikel vom 10.07.2020 zu dem Video aus Fürstenwalde:
Am späteren Donnerstagabend kam es in der Mühlenstraße zu einer brutalen Konfrontation zwischen zwei Männergruppen. Die Personen sollen sich gegenseitig mit Stühlen und Besenstielen angegriffen haben. Auch ein Messer sei gezückt worden.
Hier erfährt man, dass die Gruppe im Vorfeld aus dem Haus heraus von einer weiteren Person bespuckt worden sein soll und dass am Ende 30 Einsatzkräfte benötigt wurden, um die Situation unter Kontrolle zu bringen.
Meldung der Polizei
Die Polizei drückt sich über den Vorfall in Fürstenwalde recht knapp aus und schreibt in einer Pressemeldung: Am 09.07.2020, gegen 21:20 Uhr, wurden Polizisten in die Mühlenstraße gerufen. Dort hatte eine zunächst verbale Auseinandersetzung zweier Personengruppen in Handgreiflichkeiten geendet. Dabei sind nach bisherigen Erkenntnissen u.a. Holzlatten und Besenstiele eingesetzt worden.
Ob, wie in ersten Berichten zu hören, mehrere Personen auch mit Messern hantierten, ist bislang noch nicht zu klären gewesen. Von gegenwärtig sechs identifizierten Beteiligten wurden fünf verletzt. Kriminalisten der Inspektion Oder-Spree/Frankfurt (Oder) ermitteln nun zur genauen Anzahl der Kontrahenten und zur Tatbeteiligung jedes Einzelnen. Auch das Motiv für das Geschehen harrt noch der Klärung.
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