Apothekerkammer sieht gefährliche Bedrohung für die Bevölkerung

Den Medikamentenfälschungen bedingungslos den Kampf ansagen. So lautet der Aufruf der Österreichischen Apothekerkammer anlässlich des aktuellen Produktpiraterieberichts 2018, mit dem das Bundesministerium für Finanzen die negativen Auswirkungen des Phänomens Medikamentenfälschungen in alarmierende Zahlen gießt.

Demnach wurden im Vorjahr bei 178 Aufgriffen rund 10.500 Medikamentenplagiate beschlagnahmt, in denen die Zollbehörden nach der EU-Produktpiraterie-Verordnung tätig wurden.

„Illegale Medikamente beschränken sich nicht nur auf Marken- oder Patentfälschungen. Der Zoll konnte im Jahr 2018 überdies 2.639 Sendungen mit 1.186.951 anderen illegalen Medikamenten stoppen und aus dem Verkehr ziehen“,

heißt es in dem Bericht.

Bei den illegalen Arzneiwaren handelt es sich um solche, die entgegen dem Verbot im Arzneimitteleinfuhrgesetz 2010 durch Privatpersonen im Fernabsatz (etwa über das Internet) bestellt und anschließend eingeführt wurden, bzw. um geschmuggelte Medikamente.

Apothekerkammer: Bevölkerung informieren und sensibilisieren

Die Österreichische Apothekerkammer zeigt sich angesichts der genannten Zahlen alarmiert und geht in die Offensive.

„Wir werden die Bevölkerung beim Thema Medikamentenfälschungen verstärkt informieren und sensibilisieren“,

stellt die Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer, Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr, in Aussicht.

So wisse fast die Hälfte der Österreicherinnen und Österreicher nicht einmal, dass in Österreich der Verkauf von rezeptpflichtigen Medikamenten im Internet verboten sei, zeigt sich die Präsidentin über den Informationsstand der Bevölkerung erschüttert.

„Im besten Fall ist eine Medikamentenfälschung für den Betroffenen wirkungslos, im schlimmsten Fall gesundheitsschädigend oder sogar tödlich. Sichere und geprüfte Arzneimittel erhält man ausschließlich über die Apotheke. Aufgrund der strengen Auflagen, Sicherheitskontrollen und der engmaschigen Lieferkette haben Fälscherbanden in den österreichischen Apotheken keine Chance. Nur über inländische Apotheken bezogene Arzneimittel werden im Rahmen der e-Medikation gespeichert und auf Wechselwirkungen geprüft.

Darüber hinaus gibt es gar keinen Grund, etwa das Medikament Viagra im Internet zu bestellen und damit ein immenses gesundheitliches und rechtliches Risiko einzugehen. Heute existieren Generika, die dem Original qualitativ ebenbürtig und preislich günstiger sind“,

ergänzt Apothekerkammer-Vizepräsident Mag. pharm. Raimund Podroschko.


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