Wissenschaftler aus den USA wollen Steueranreize gegen gefährlich falsche Schönheitsideale

Perfekte Schönheiten dank Photoshop – das ist in der Werbung trauriger Alltag. Die von digital manipulierten Fotos vermittelten unrealistischen Schönheitsideale haben aber unerwünschte Nebenwirkungen wie insbesondere Essstörungen bei Jugendlichen.

Daher fordern Forscher von Dickinson College, Harvard University und Michigan State University College of Law in einer Studie regulatorische Schritte gegen die Photoshop-Manie. In den USA könnten demnach speziell Steuergeschenke helfen.

Gefährlich unrealistische Ideale

Immer ein perfektes Lächeln und vor allem immer eine perfekte Figur: Ein Standard in der Werbung, der oft nur dank Photoshop erreicht wird.

„Viele Studien belegen, dass die Exposition gegenüber unrealistischen Schönheitsstandards, beispielsweise durch digital veränderte Bilder, zur Körperunzufriedenheit und zu gestörtem Gewichtskontrollverhalten beiträgt“,

sagt Dickinson-Psychologieprofessorin Suman Ambwani, eine Mitautorin der Studie. Es sei also wichtig, sich damit zu befassen, mit welchen Strategien diesem Problem begegnet werden könnte.

„Wir wissen seit Jahren, wie schädlich diese Werbebilder für junge Menschen sind, besonders jene, die mit Körperbild und geringem Selbstwertgefühl kämpfen“,

meint auch Studien-Ersautorin S. Breyn Austin, Professorin für Sozial- und Verhaltenswissenschaften in Harvard.

„Was wir nicht wussten ist, welche Möglichkeiten wir haben, gegen diese Bilder anzukämpfen.“

Gerade in den USA ist das schwierig, da sich das dort hochgehaltene Recht auf Meinungsfreiheit nach dem ersten Verfassungszusatz auch auf Werbende erstreckt – Verbote dürften nicht infrage kommen. Es bedürfe also kreativer Ideen, um Unternehmen dazu zu bewegen, das Richtige zu tun, so Austin.

Gute Zeit für wirksame Anreize

Die Forscher kommen in ihrer Studie zu dem Schluss, dass angesichts wachsenden Konsumenten-Widerstands gegen unrealistische Werbebilder die Zeit ideal sei, um politische Anreize gegen digitale Bildmanipulation in der Werbung zu setzen. In den USA seien demnach Steueranreize für Unternehmen, die auf übertriebenes Photoshoppen verzichten, eine sinnvolle Strategie.

Im Staat Massachusetts hat die demokratische Abgeordnete Kay Khan auf dieser Basis bereits einen Gesetzentwurf eingebracht, nach dem beispielsweise ein Verzicht auf Bearbeitung des Hauttons oder der Körperform entsprechend belohnt würden.

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Neben derartigen Steueranreizen wären der Studie zufolge in den USA wohl geeignete Corporate-Social-Responsibility-Initiativen ein sinnvoller Ansatz im Kampf gegen zu viel Photoshop in der Werbung, da auch diese rechtlich wohl unbedenklich wären.

Zur Studie „Digital Manipulation of Images of Models‘ Appearance in Advertising: Strategies for Action Through Law and Corporate Social Responsibility Incentives to Protect Public Health„.

Quelle: pressetext

Artikelbild: Shutterstock / Vladimir Gjorgie


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