Katholische US-Kliniken der Obria Group sorgen mit irreführenden Ads für heftige Kritik

 

Bei diesem Inhalt handelt es sich um eine Pressemitteilung von: pressetext.redaktion

Google wird seine Richtlinien für die Bewerbung von Abtreibungen verschärfen. Unternehmen, die diese Services anbieten wollen, werden ab Juni dazu verpflichtet, sich als Werbetreibende zu verifizieren und einen Antrag auszufüllen.

Nach dessen Prüfung werden Ads dann mit einem Zusatz versehen, der Usern anzeigt, ob Abtreibungen angeboten werden oder nicht. Grund für die neuen Regeln waren irreführende Anzeigen der Obria Group, einer Gruppe katholischer US-Kliniken, die heftige Kritik auslösten.

„Wichtiger Schritt nach vorne“

„Google sollte es Krisen-Schwangerschaftszentren nicht erlauben, seine Plattform zu missbrauchen, um schwangere Frauen mit Falschinformationen in die Irre zu führen“,

so Alice Huling, Beraterin beim Counsel for the Campaign for Accountability gegenüber dem „Guardian“.

Die britische Zeitung hatte aufgedeckt, dass der Internetriese die Obria Group kostenfreie Ads im Wert von knapp 150.000 Dollar (rund 134.366 Euro) schalten ließ, die nur auf den ersten Blick mit Abtreibungsangeboten warben. Bei genauerer Betrachtung stellte sich allerdings heraus, dass damit Stimmung gegen Abtreibung gemacht werden sollte.

„Für Betroffene ist es extrem wichtig, dass sie jene Kliniken identifizieren können, die keine Abtreibungen anbieten“,

zitiert „BBC News“ Marge Berer, Koordinatorin der International Campaign for Women’s Rights to Safe Abortion. Dass Google nun auf die Kritik vieler Experten hört und strengere Werberegeln in Bezug auf dieses Thema einführt, sei ein „wichtiger Schritt nach vorne“.

„Das bedeutet, dass Frauen nicht mehr dazu verdammt sind, mit jemandem zu sprechen, mit dem sie eigentlich gar nicht reden wollen und dass die Dienste, die sie benötigen, nicht noch länger hinausgezögert werden“,

so Berer.

Obria Group seit 2014 auffällig

Wenn es um Werbung für vermeintliche Abbrüche geht, ist die Obria Group kein unbeschriebenes Blatt. Schon 2014 war die Gruppe, die mehrere katholisch geführte Kliniken in den USA unter sich vereint, die gegen Abtreibung sind, mit irreführenden Werbeannoncen aufgefallen.

Google ist zwar eigenen Angaben zufolge schon damals gegen einige der Anzeigen vorgegangen, der Erfolg hielt sich aber in Grenzen. Immer wieder gaben Frauen an, dass sie bei einer Suchanfrage nach „Abtreibung“ auf die Ads der Kliniken geleitet wurden.

„Nutzer sollen sich nicht durch Anzeigen getäuscht fühlen. Daher erwarten wir, dass die Anzeigen offen und ehrlich formuliert sind und den Nutzern Informationen liefern, die ihnen fundierte Entscheidungen ermöglichen“,

betont Google in seinen Werberichtlinien.


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