Grönemeyer und Wagenknecht: Gefälschter „Tagesschau“-Artikel wirbt für Investmentplattform

Auf Facebook kursiert eine Werbeanzeige, die auf eine nachgebaute „Tagesschau“-Seite führt. Der angebliche Artikel über Sahra Wagenknecht und Herbert Grönemeyer ist vollständig erfunden und dient der Bewerbung einer unseriösen Investmentplattform.

Die Behauptung

In der ARD-Talkshow „Maischberger“ seien Sahra Wagenknecht und Herbert Grönemeyer gemeinsam aufgetreten. Grönemeyer habe dort live eine geheime KI-Investmentplattform vorgestellt, mit der hohe Gewinne möglich seien. Die Sendung sei danach aus dem Netz entfernt worden.

Aufgestellt von: Unbekannt

Falsch

Der angebliche „Tagesschau“-Artikel ist eine Fälschung. Weder der Talkshow-Auftritt noch die beworbene Investmentplattform sind real, die Seite dient einem bekannten Betrugsmuster.

📖Wie funktioniert Desinformation im politischen Kontext? Antworten finden Sie im Leitfaden Politische Desinformation.
"Herbert Grönemeyer stellte Sahra Wagenknecht vor laufenden Kameras zur Rede ..." | Screenshot der gefälschten Tagesschau-Seite
„Herbert Grönemeyer stellte Sahra Wagenknecht vor laufenden Kameras zur Rede …“ | Screenshot der gefälschten Tagesschau-Seite

Kurz erklärt

Der Beitrag sieht aus wie ein Artikel der „Tagesschau“, stammt aber nicht von der ARD. Die beschriebene Sendung hat nie stattgefunden, die genannten Zitate sind frei erfunden. Ziel ist es, Nutzerinnen und Nutzer zur Registrierung bei einer dubiosen Investmentplattform zu bewegen. Solche Seiten werden gezielt über Social-Media-Werbung verbreitet.

Mimikama braucht Verstärkung – hilf uns, eine weitere Person ins Team zu holen

Analyse – Die Fakten dahinter

Falsche Herkunft der Website
Ein zentrales Warnsignal ist die Internetadresse. Der Artikel wird über die Domain feytoolisul.info verbreitet. Echte Beiträge der „Tagesschau“ erscheinen ausschließlich auf tagesschau.de.

Erfundene Talkshow-Sendung
Der Text behauptet, Sahra Wagenknecht und Herbert Grönemeyer seien ’gestern Abend‘ bei „Maischberger aufgetreten. Für den genannten Zeitraum ist jedoch eine andere Sendung dokumentiert. Laut ARD-Mediathek und offiziellen Programmangaben waren am 20. Januar 2026 andere Gäste eingeladen.

Missbrauch bekannter Namen
Prominente werden gezielt genutzt, um Glaubwürdigkeit zu erzeugen. Weder Sahra Wagenknecht noch Herbert Grönemeyer haben für die Plattform „Prenovantyx“ geworben oder sich öffentlich dazu geäußert. Auch ein Zusammenhang mit der ARD ist frei erfunden.

Typisches Muster unseriöser Investmentseiten
Versprechen von 20–30 Prozent Gewinn pro Monat, angebliche KI-Systeme, eine geringe Mindesteinzahlung und künstlicher Zeitdruck sind bekannte Merkmale von Online-Betrug. Verbraucherzentralen und Ermittlungsbehörden warnen regelmäßig vor solchen Konstruktionen.

Dramatisierende Inszenierung
Der Text arbeitet mit emotional aufgeladenen Dialogen, angeblichen Live-Beweisen und der Behauptung, Inhalte würden „von oben gelöscht“. Das soll Dringlichkeit erzeugen und kritisches Nachfragen verhindern.

Ziel der Seite
Zweck ist es, persönliche Daten und Geld zu erlangen. Der Ablauf – Registrierung, Anruf, Einzahlung – entspricht bekannten Betrugsmodellen, vor denen wir laufend warnen.

Wirkung & Mechanismus

Die Fälschung wirkt plausibel, weil sie das vertraute Design eines bekannten Mediums nutzt und reale Personen einbindet. Viele Nutzerinnen und Nutzer überfliegen Inhalte in sozialen Netzwerken, ohne die URL oder Details zu prüfen. Genau darauf zielt diese Masche ab.

Fazit

Der angebliche „Tagesschau“-Artikel ist vollständig gefälscht und Teil eines systematischen Online-Betrugs.

Faktenbarometer

Falsch – Der Inhalt stammt nicht von der „Tagesschau“ die geschilderte Sendung hat nie existiert, und die beworbene Investmentplattform ist unseriös.

Lesen Sie auch: Russische Fakes verknüpfen Grönland mit Ukraine-Hilfe


Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.