Große weiße Buchstaben auf schwarzem Hintergrund. Dazu in Foto einer bekannten Person. Der Inhalt des Textes sehr provokant.
So sehen Sharepics aus, welche vom Blog Halle-Leaks stammen. Auf einem Sharepic, welches am 08. November 2018 veröffentlicht wurde, ist nun Herbert Grönemeyer zu sehen. Er wird begleitet der Behauptung dass er meine, die Vergewaltigungen und Morde nur von der AfD erfunden seien.
Der dazu gehörige Webseitentext beginnt mit einer deutlicheren Darstellung, welche Vergewaltigungen und Morde genau gemeint sein sollen:
Statt Flugzeuge im Bauch nur noch Scheiße im Kopf: Freiburg, Chemnitz, Köthen… alles nur Erfindungen von der AfD, um Leuten Angst zu machen.
Ist Grönemeyer denn wirklich der Meinung, dass die Vergewaltigungen und Morde nur von der AfD erfunden seien.
Unsinn!
Hinter diesen Aussagen steckt erneut die typische binäre Darstellung von Statements und Meinungen, wie sie auf der Blogwebseite recht häufig geschieht. Und davon ist nicht nur Grönemeyer betroffen.Die Aussagen der Facebookvorschau kennen nur die Extreme und wollen diese auch bewusst so darstellen. Dies geschieht schon allein durch die kontrastreiche Wahl der weißen Schrift auf schwarzem Hintergrund.
Um den gesamten inhaltlichen und auch historischen Kontext zu erfassen, muss die Quellseite besucht werden. Daraufhin erkenn man, wie dieser völlig aus der Luft gegriffene Aussage entstanden ist: Der Verfasser das Blogartikels bezieht sich auf eine Presseaussendeung vom 07.11.2018 mit dem Titel „Herbert Grönemeyer: „Es gibt keine echte Bedrohung.“
Diese Pressemitteilung lautet: Auf seinem neuen Album „Tumult“ versucht Herbert Grönemeyer in seinen Liedern zu verstehen, was Menschen nach Rechts treibt. Im Interview in der aktuellen Ausgabe der BRIGITTE findet er sehr deutliche Worte für seine eigene Haltung: „Leute jagen, stigmatisieren, Hitler zurück-wollen: nein. Das ist gemein, das brauchen wir nicht“, sagt der 62-Jährige. „Angstmacherei hat System, auch bei der AfD, und die bietet gleichzeitig eine Art Schutz für diese Angst. Die Frage ist nur: Wovor? Es ist doch gar nichts passiert, es gibt doch keine echte Bedrohung.“ Seiner Meinung nach wurde vor drei Jahren eine echte Chance verpasst: „Diese erwachsene, positive Art, wie wir den Menschen entgegengetreten sind, hätten wir nutzen können, um uns als Gemeinschaft eine humanistische Identität zu geben“, sagt Grönemeyer. „Das ist schade, dass wir diese Chance haben vorbeiziehen lassen. Das haben wir den Rechten überlassen.“
Aber auch die politische Linke sei weltweit nicht unschuldig an der Misere. „Die Linksliberalen – die SPD bei uns, Labour in England, die Demokraten in den USA – interessieren sich nicht mehr für die Sorgen der Leute“, so Grönemeyer. „Die sind saturiert, sind aufgeblasen, und das bringt sie in ein Dilemma – denn die Menschen fragen sich schon lange: Wer hört uns eigentlich zu? Die Probleme der Menschen waren den Linken zu lange lästig.“ (vergleiche hier)
Was ist hier also passiert?
Der Verfasser des Blogartikels hat unter Anwendung einer bestimmten Methodik eine tendenziöse Aussagekraft der Pressemitteilung erschaffen, die in der Mitteilung selbst jedoch nicht getätigt wurde. Er dürfte sich hierbei auf den Satz „Es ist doch gar nichts passiert“ bezogen haben und daraus einen Umkehrschluss gebildet haben, welcher jedoch so nicht legitim ist. Von Erfundenen Straftaten ist nicht an einer Stelle die Rede. Die Methodik, wie diese Art von Aussage geschaffen wurde, ist übrigens eine Methode, die sich wie ein roter Faden durch eine Menge der Sharepics des Blog Halle-Leaks zieht:
- verkürzen
- radikalisieren
- auslassen
- interpretieren
- verdrehen
Wir haben nicht zum ersten Mal die Aussagen des Blogs zur Prüfung vorgelegt bekommen und konnten daher schon vorher erkennen, wie die Statements entstehen. “Wer nicht dafür ist, ist dagegen” ist ein Motto.
Man könnte ebenso vereinfacht herunterbrechen: nur weil jemand keinen Führerschein hat, hasst er nicht gleich die Automobilbranche. Das von Halle-Leaks aufgebaute Bild mithilfe von Zitatbildern ist in den meisten Fällen nicht nur grob-falsch, sondern auch gefährlich manipulativ: einzelne Teilaspekte werden gewollt ihrem Zusammenhang entrissen, werden in einen kontrastreichen Zusammenhang neu gepflanzt und in ihrer Darstellen radikalisiert, so dass sie nicht mehr stimmen.
Artikelbild: Shutterstock / Von 360b
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