Künstliche Intelligenz hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht, aber eine der größten Herausforderungen bleibt die Vermeidung von Halluzinationen in großen Sprachmodellen wie ChatGPT und Gemini. Diese Modelle können überzeugend klingende, aber falsche oder völlig erfundene Informationen erzeugen. Forscher suchen ständig nach neuen Methoden, um dieses Problem zu identifizieren und zu reduzieren. Ein vielversprechender Ansatz nutzt die „semantische Entropie“, um Unsicherheiten in den von den Modellen erzeugten Antworten zu erkennen.

Was sind Halluzinationen bei KI-Modellen?

Halluzinationen in KI-Systemen treten auf, wenn ein Modell falsche Fakten erfindet, unsinnige Aussagen macht oder unplausible Szenarien beschreibt. Benutzer von ChatGPT und anderen großen Sprachmodellen können sich nie ganz sicher sein, ob ihre Antworten korrekt sind. Dies stellt ein erhebliches Problem dar, insbesondere wenn die Modelle in sensiblen Bereichen wie Medizin oder Recht eingesetzt werden.

Die Herausforderung der Konfabulation

In der wissenschaftlichen Forschung wird der Begriff „Konfabulation“ verwendet, um willkürliche und falsche Verallgemeinerungen zu beschreiben. Diese unterscheiden sich von systematischen Fehlern, die durch fehlerhafte Trainingsdaten oder gezielte Stimulation verursacht werden. Konfabulationen treten auf, wenn ein Modell auf dieselbe Frage manchmal richtig und manchmal falsch antwortet, ohne dass ein Muster erkennbar ist.

Die semantische Entropie-Methode

Ein Forscherteam der Universität Oxford hat eine innovative Methode zur Erkennung von Konfabulationen entwickelt. Sie berechnen die semantische Entropie des Outputs, indem sie mehrere Antworten auf dieselbe Frage generieren lassen und diese auf ihre sprachlich-semantische Variabilität hin untersuchen. Ein Modell, das auf die Frage nach dem Standort des Eiffelturms die Antworten „Paris“, „Es ist Paris“ und „In der französischen Hauptstadt Paris“ generiert, zeigt eine geringe semantische Entropie und damit eine hohe Sicherheit der Antwort.

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Test und Ergebnisse

Die Methode wurde an über 30 verschiedenen Sprachmodellen getestet und zeigte durchweg bessere Ergebnisse als bisherige entropiebasierte Ansätze ohne Clustering. Damit ist es möglich, falsche Antworten vorherzusagen und die Genauigkeit großer Sprachmodelle zu verbessern. Die Modelle könnten die Benutzer explizit darauf hinweisen, wenn sie unsicher sind, und so die Zuverlässigkeit ihrer Antworten erhöhen.

Kritische Anmerkungen und zukünftige Entwicklungen

Obwohl die Methode der semantischen Entropie vielversprechend ist, weist Philipp Hennig, Professor für Methoden des maschinellen Lernens an der Universität Tübingen, auf ihre Grenzen hin. Wenn ein KI-Modell aufgrund fehlerhafter Trainingsdaten von einer objektiv falschen Aussage überzeugt ist, kann auch diese Methode keine zuverlässigen Korrekturen vornehmen.

Barbara Hammer, Professorin für maschinelles Lernen an der Universität Bielefeld, betonte die Bedeutung extrinsischer Ansätze, bei denen die generierten Texte mit externem Wissen abgeglichen werden. Intrinsische Ansätze wie die semantische Entropie seien zwar gut in der Beobachtung, aber begrenzt im Nachweis korrekter Antworten.

Fragen und Antworten zu Halluzinationen in der KI

Was sind Halluzinationen in Sprachmodellen und warum sind sie problematisch?
Halluzinationen in Sprachmodellen sind fehlerhafte Ausgaben, bei denen das Modell plausible, aber falsche oder erfundene Informationen liefert. Sie sind problematisch, weil sie das Vertrauen in KI-Systeme untergraben und potenziell gefährliche oder irreführende Informationen verbreiten können.

Wie können Forscher Halluzinationen in Sprachmodellen erkennen?
Forscher erkennen Halluzinationen mit Methoden wie der semantischen Entropie, bei der die Variabilität der Bedeutungsebene mehrerer Antworten auf dieselbe Frage analysiert wird. Eine hohe semantische Entropie deutet auf Unsicherheit und mögliche Konfabulationen hin.

Was ist semantische Entropie und wie kann sie helfen, Unsicherheiten in Sprachmodellen zu erkennen?
Semantische Entropie misst die Bedeutungsvariabilität von Antworten in einem Sprachmodell. Wenn die Antworten auf eine Frage stark variieren, deutet dies auf Unsicherheit hin. Diese Methode hilft, unsichere und potenziell falsche Antworten zu identifizieren und zu vermeiden.

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Was ist der Unterschied zwischen intrinsischen und extrinsischen Ansätzen zur Überprüfung von Sprachmodellen?
Intrinsische Ansätze untersuchen die statistischen Eigenschaften der Ausgabe selbst, während extrinsische Ansätze generierte Texte mit externem Wissen vergleichen. Erstere sind gut in der Beobachtung, aber begrenzt in der Beweisführung, während letztere nachweisbar korrekte Antworten liefern können.

Was sind die Herausforderungen bei der Implementierung der semantischen Entropie-Methode?
Die Implementierung ist rechenintensiv, da das Modell mehrere Antworten generieren muss, um eine endgültige Antwort zu finden. Dies erfordert einen erheblichen Rechenaufwand, insbesondere bei längeren Antworten, ist aber entscheidend für die Verbesserung der Zuverlässigkeit in kritischen Anwendungen.

Fazit

Die Erkennung und Vermeidung von Halluzinationen in großen Sprachmodellen ist ein entscheidender Schritt zur Verbesserung der Zuverlässigkeit und Genauigkeit von KI-Systemen. Die Methode der semantischen Entropie bietet einen vielversprechenden Ansatz, um Unsicherheiten zu identifizieren und die Qualität der Antworten zu verbessern. Es bleibt jedoch eine Herausforderung, das gesamte Spektrum der Halluzinationen zu beherrschen. Die Forschung auf diesem Gebiet ist entscheidend, um KI-Systeme sicherer und zuverlässiger zu machen.

Quellen: FAZ und t3n

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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
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