Faktencheck „So sieht dein Herz nach dem Verzehr von viel Schweinefleisch aus“

Entlarve die Mythen rund um Schweinefleisch und Zysten im Herzen. Informiere dich auf Mimikama über die tatsächlichen Gefahren und Fakten zu diesem Thema

Ein mit Zysten übersätes Herz verunsichert aktuell Facebook-Nutzer. Angeblich soll das Herz bald so aussehen, wenn man viel Schweinefleisch isst.

„Wenn du viel Schweinefleisch isst, entwickelt dein Herz Zysten“

Ein Foto zeigt ein Herz, das mit Zysten übersät ist.
Es handelt sich um ein Schweineherz, das mit den Larven des Schweinebandwurms infiziert ist.

Mimikama braucht Verstärkung – hilf uns, eine weitere Person ins Team zu holen

Es geht dabei um folgendes Foto mit dem Vermerk, dass dein Herz bald ebenso aussehen würde, wenn du viel Schweinefleisch isst:

Screenshot mimikama.org
Screenshot mimikama.org

Wenn du viel Schweinefleisch isst, sieht dein Herz so aus
Vorsicht kann dich immer noch das Leben kosten
Teile es, damit jeder es weiß
Das ist
obs:salva Leben deines nächsten

Hinweis: Nachfolgend ist ein Facebook-Statusbeitrag eingebettet, der das Foto unverpixelt zeigt. Es könnte auf manche verstörend wirken.

Der Faktencheck

Nein, so ein Herz bekommt man nicht, wenn man zu viel Schweinefleisch isst, sondern auf etwas anderem Wege. Dennoch, das was wir hier sehen, ist 1. gar kein menschliches Herz und 2. kommt das ziemlich selten in unseren Breitengraden vor.

Das Original wurde am 12. Oktober 2018 von Anatomia é sowohl auf Facebook, als auch auf Instagram gepostet. Es zeigt ein Schweineherz mit Zystizerkose, die durch die Larven des Taenia solium (Schweinebandwurm) verursacht wird.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Der Mensch kann zwar auch an Zystizerkose erkranken, indem er rohes oder ungekochtes Schweinefleisch isst, das mit Larven des Schweinebandwurms infiziert ist oder unbeabsichtigt infizierten Kot oral aufnimmt, aber das kommt in Ländern mit hohen Hygienestandards eher selten vor. Die Zysten können aber auch woanders gebildet werden, so zum Beispiel im Gehirn und vielen anderen Stellen im Körper.

Gute Tipps um sich vor dem Schweinebandwurm zu schützen:

  • Schweinefleisch nur gut durchgegart verzehren!
  • Händewaschen! Vor allem Personen im Lebensmittelbereich sollten sich sorgfältig die Hände waschen.
  • Auf Reise in Gebiete mit schlechten Hygienestandards Lebensmittel vermeiden, die durch menschlichen Kot verunreinigt sein könnten oder unzureichend durchgegart wurden.

Fazit:

Das Foto zeigt ein Schweineherz, das an Zystizerkose erkrankt ist. Diese wird durch Larven des Schweinebandwurms (Taenia solium) verursacht.

Auch wenn das Herz keinem Menschen gehört, kann es durchaus sein, dass sich Menschen mit den Larven des Schweinebandwurms infizieren und dann irgendwo im Körper Zysten ausbilden.

Dazu muss der Mensch aber ungekochtes, infiziertes Schweinefleisch verzehren oder infizierten Kot oral aufnehmen. In Ländern mit hohen Hygienestandards ist der Schweinebandwurm selten Thema und unter Kontrolle. Trotzdem gilt zur Vorbeugung wie bei vielen anderen Krankheiten auch: Händewaschen nicht vergessen!

Passend zum Thema: Menschliche Zellen in Schweine-Embryos – Was dahinter steckt

Weitere Quellen: AFP Factual

Kostenlos · der tägliche Mimikama-Newsletter

Fakten statt Aufregung. Direkt in dein Postfach.

Die wichtigsten Faktenchecks und Meldungen des Vortags – jeden Morgen kostenlos und unabhängig vom Social-Media-Algorithmus.

Ich möchte den oben angeführten Newsletter erhalten und stimme zu, dass meine E-Mail-Adresse zu diesem Zweck verarbeitet wird. Ich kann den Newsletter jederzeit abbestellen. Details in der Datenschutzbestimmung.


Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise)