Aggressive Werbung beim Surfen: Das kannst du dagegen machen!

Andre Wolf, 5. Juli 2019
Deaktiviere bitte deinen InApp Browser!
Deaktiviere bitte deinen InApp Browser!

Man öffnet eine über die Facebook-App eine Webseite und schön prangt mitten über dem Display eine Werbung, die man nicht wegklicken kann: Willkommen in der Welt der aggressiven Werbeformen!

Es handelt sich hierbei um aggressive WerbePopUps, die vornehmlich erscheinen, wenn man ÜBER die FB APP auf einen externen Link klickt. Schlimmer noch, diese Formen sind nicht nur aggressiv, sondern in vielen Fällen auch ungewollt und unerlaubt. Webseitenbetreiber sind häufig machtlos dieser Werbeform gegenüber, da sie diese nicht geschaltet haben, dennoch die Werbung beim Ansteuern von Webseiten auftritt.

Zumindest gibt es eine Möglichkeit für Nutzerinnen und Nutzer, das Auftreten dieser Werbeformen einzuschränken. Wir erklären, wie das geht und welche Schritte man vornehmen sollte.

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Ärgerlich!

Auch wir kennen diese Werbeformen und werden häufig damit konfrontiert, dass sie auftauchen, wenn man unsere Seite ansteuert. Ärgerlich an dieser Stelle: Diese Werbung ist nicht durch uns autorisiert, wir als Webseitenbetreiber verdienen da auch nicht dran. Betroffen davon sind ausschließlich Smartphonenutzer, hier kurz das Problem:

Diese Werbung blockiert das gesamte Display, wenn eine Webseite aufgerufen wird. Das eigentümliche daran, diese Werbung taucht teilweise auch über Webseiten auf, die gar keine Werbung geschaltet haben. So wie in einem Beispielfall, als die Webseite des Klinikums Graz aufgerufen wurde:

Screenshot: Mimikama.at
Screenshot: Mimikama.at

Die Frage ist nun, WARUM diese Werbung auftaucht, da das Klinikum definitiv keine Werbung geschaltet hat (vergleiche). Hierzu muss zunächst die Fehlerquelle isoliert werden.

Auffälligkeiten

Zwei Punkte fallen primär in Verbindung mit aggressiver Werbung auf:

  1. Sie findet nur auf dem Smartphone statt (wie bereits erwähnt)
  2. Sie erscheint, wenn man in der Facebook- oder Twitter App einen Webseitenlink öffnet und den „InApp-Browser“ der Apps nutzt.

Den „InApp-Browser“ kann man recht einfach erklären: InApp-Browser sind nichts anderes als Webseitenbetrachter, also die kleinen Bruder der echten Browser, jedoch ohne deren ganze Funktionen. Apps wie Facebook oder Twitter nutzen diese kleinen Webseitenbetrachter, damit man die App der Plattform nicht verlässt. So wird gewährleistet, dass man innerhalb der Facebook- oder Twitter App bleibt.

Interessant: Die aggressiven Werbeformen erscheinen in den Vergleichsfällen nicht, wenn man zum Öffnen von Links einen externen Browser auf dem Smartphone nutzt. So wie beispielsweise Chrome, Firefox oder Opera. Inssofern raten wir dazu, den InApp-Browser zu deaktivieren.

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So deaktiviertst du den InApp-Browser

So deaktiviertst du den InApp-Browser und externe Links werden nicht mehr innerhalb der Facebook-App, sondern im Standardbrowser des Smartphones angezeigt:

  1. Öffnet hierzu die Facebook-App auf eurem Smartphone.
  2. Ruft die Einstellungen der App über das Symbol mit den drei Balken in der oberen Menüleiste auf.
  3. Scrollt herunter, bis zu “Einstellungen und Privatsphäre“…
  4. ..und hier direkt darunter zu den “Einstellungen”
  5. Tippt man nun den Punkt “Medien und Kontakte” an, findet man…
  6. …hier die Option „Links werden extern geöffnet“ vor.
  7. Aktiviert die Option, um externe Links über die Facebook-App wie gewohnt wieder mit dem von euch favorisierten Android-Browser öffnen zu können.

Eine bebilderte Anleitung dafür gibt es hier.

Fazit:

Um es nochmals zu verdeutlichen: Diese Art der Werbung wird nicht freiwillig geschaltet, sondern sie treten unerlaubt auf. Das sogar über Webseiten, die gar keine Werbung schalten!

Dabei entsteht natürlich auch ein Reputationsschaden für die Webseitenbetreiber, da diese Werbeformen unseriös sind. Leider wir noch nicht erkennen können, wer dafür verantwortlich ist und wie genau diese Werbeformen eingeschleust werden, wir können lediglich zeigen, wie man diese eindämmt.


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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