Junge stirbt nicht „mehrfach in verschiedenen Ländern“

Falsche Behauptungen über einen Jungen, der mehrfach in verschiedenen Ländern gestorben sein soll, werden von Mimikama aufgeklärt und entlarvt

Seit einiger Zeit kursiert die Behauptung, ein- und derselbe Junge solle laut Medienberichten in drei verschiedenen Ländern gestorben sein. Das ist so nicht korrekt.

Ein Junge soll mehrfach in verschiedenen Ländern gestorben sein.

Foto und Titel der Google-Suchergebnisse passen nicht zueinander.
Es handelt sich um verschiedene Jungen, dessen Schicksale gemischt wurden.

Mimikama braucht Verstärkung – hilf uns, eine weitere Person ins Team zu holen

Abermals erhalten wir Anfragen zu der Behauptung, ein und derselbe Junge wäre drei Mal in verschiedenen Ländern verstorben. Es geht dabei um folgendes Bild, das gerne auf Social Media Plattformen geteilt wird:

Screenshot der angefragten Behauptung
Screenshot der angefragten Behauptung

Laut Qualitätsmedien das jüngste Corona Opfer …. der arme Mohamed, 3 x in verschiedenen Ländern gestorben!

Wir werden von vorn bis hinten verarscht

Der Faktencheck

Bei dem gezeigten Jungen handelt es sich nicht um Mohamed. (wir berichteten)

Es zeigt einen 14-jährigen Portugiesen namens Vítor Godinho, der am 29. März 2020 verstorben war. Er wurde zuvor positiv auf das neue Coronavirus SARS-CoV-2 getestet. Sowohl Boulevardmedien, als auch dessen Fußballverein berichteten darüber.

Das Foto wird bereits seit einiger Zeit immer wieder in den falschen Kontext gesetzt. Bei Mohamed handelt es sich um einen 13-jährigen Briten, der Anfang April 2020 ebenfalls positiv auf SARS-CoV-2 getestet war und verstarb.

Warum aber tauchen nun ein- und dieselben Fotos immer wieder in Kombination mit abweichenden Titeln in der Google-Suche auf?

Den dpa-Faktencheckern zufolge, lässt sich aus Google-Suchergebnissen nicht sicher schließen, dass Überschriften und Bilder in einem Zusammenhang stehen. Ein möglicher Grund könnte sein, dass das gezeigte Foto auf der entsprechenden Webseite gar nicht den eigentlichen Artikel bebildert, sondern über dem Teaser für einen anderen Artikel steht. Diese können sich aber von Tag zu Tag ändern.

Ein praktisches Beispiel dazu: Bei der Suche nach dem portugiesischen Jungen findet sich sein Foto bei einem Artikel über eine 39-jährige Frau. In diesem Artikel taucht noch nicht einmal sein Name auf.

Ein anderer Grund könnte sein, dass sowohl Name und Bild in dem Artikel vorkommen, jedoch nicht im Vordergrund stehen, sondern im Zusammenhang mit anderen Corona-Todesfällen erwähnt wird.

Fazit:

Es wirkt nur auf den ersten Blick, dass sich die Medien nicht einig sein würden, um wen es wann genau in einem Artikel geht. Leider kommt es relativ oft vor, dass die Google-Suche widersprüchliche Ergebnisse liefert, was Foto und Titel angeht. Das führt natürlich zu Verwirrung.

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