Wurde der Kayapó-Stamm wegen eines Staudamms evakuiert?
Lieber Leser, liebe Leserin, Mimikama ist dein Kompass in der Informationsflut. Aber um den Kurs zu halten, brauchen wir dich. Jeder Beitrag, ob groß oder klein, bringt uns näher an eine Welt der verlässlichen Informationen. Stell dir vor, du könntest einen Unterschied machen, und das kannst du! Unterstütze uns jetzt via PayPal, Banküberweisung, Steady oder Patreon. Deine Hilfe lässt uns weiterhin Fakten liefern, auf die du zählen kannst. Mach mit uns den ersten Schritt in eine vertrauenswürdigere Informationszukunft. ❤️ Dank dir kann es sein.
Seit Jahren kursiert das Bild eines indigenen Mannes im Schwitzkasten eines Soldaten im Internet.
Auf dem Bild soll die Evakuierung des Kayapó-Stammes zu sehen sein, die wegen einem geplanten Staudamm augenscheinlich gewaltsam durchgeführt wurde. So wird zumindest in diversen Facebook-Postings behauptet, zu denen wir Anfragen bekamen.
„Dieses Bild soll um die Welt gehen.
Die Evakuierung des Kayapó-Stammes – einem Indianervolk des Amazonasgebiets im brasilianischen Mato Grosso hat begonnen.
Der Bau des hydroelektrischen Staudamms von Belo Monte ist freigegeben, trotz zahlreicher Proteste, sowie über 600.000 Unterschriften die gesammelt wurden.“
Was zeigt das Bild?
Das Bild stammt aus dem Jahr 2008, der Fotograf war Luiz Vasconcelos.
Im März 2008 besetzten etwa 100 Personen verschiedener indigener Völker ein Grundstück an der Autobahn zwischen Manaus und Itacoatiara im Amazonas-Gebiet Brasiliens. Sie protestieren damit gegen die Wegnahme ihres Landes durch die Regierung.
Am 11. März 2008 räumte die Polizei das Gebiet gewaltsam, nachdem sie von den Indigenen mit Stöcken, Steinen und Pfeilen attackiert wurden.
[mk_ad]
Was ist mit dem Staudamm?
Gegen den Belo Monte Staudamm gab es schon seit Jahren große Proteste, seit der Bau 2011 begann. Seit 2016 ist der Staudamm jedoch bereits im Betrieb. Somit bringt es herzlich wenig, jetzt noch gegen den Bau zu demonstrieren.
Nachdem die Regierung feststellte, dass die Kosten der Staudämme weitaus höher liege, als vermutet, wurde Anfang 2018 beschlossen, keine weiteren Staudämme mehr in diesem Gebiet zu errichten.
Zusammenfassung
Das augenscheinlich aktuelle Bild stammt aus dem Jahr 2008.
Es zeigt keine Festnahmen aus dem Gebiet des künftigen Staudammes, sondern die Räumung eines besetzten Grundstücks.
Proteste und Petitionen gegen den Belo Monte Staudamm sind nutzlos, da dieser bereits seit 2016 in Betrieb ist.
Weitere Staudämme werden aufgrund der Kosten und der Proteste nicht errichtet.
Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge (keine Faktenchecks) entstand durch den Einsatz von maschineller Hilfe und
wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)
Mit deiner Hilfe unterstützt du eine der wichtigsten unabhängigen Informationsquellen zum Thema Fake News und Verbraucherschutz im deutschsprachigen Raum
INSERT_STEADY_CHECKOUT_HERE
Ihnen liegt es am Herzen, das Internet zu einem Ort der Wahrheit und Sicherheit zu machen? Fühlen Sie sich überwältigt von der Flut an Fehlinformationen? Mimikama steht für Vertrauen und Integrität im digitalen Raum. Gemeinsam können wir für ein transparentes und sicheres Netz sorgen. Schließen Sie sich uns an und unterstützen Sie Mimikama!. Werde auch Du ein jetzt ein Botschafter von Mimikama
Mimikama Workshops & Vorträge: Stark gegen Fake News!
Mit unseren Workshops erleben Sie ein Feuerwerk an Impulsen mit echtem Mehrwert in Medienkompetenz, lernen Fake News und deren Manipulation zu erkennen, schützen sich vor Falschmeldungen und deren Auswirkungen und fördern dabei einen informierten, kritischen und transparenten Umgang mit Informationen.