Laut einer Studie soll das Starren auf das Smartphone eine Art „Fersensporn“ am Hinterkopf des Nutzers begünstigen. Kann das denn stimmen?

Seit Tagen wird in den Medien eine Studie diskutiert, wonach Smartphone-Nutzer ein knöchernes Horn am Hinterkopf ausbilden. Schuld daran soll die geneigte Kopfhaltung haben.

Untermauert wird die These von zwei Röntgenbildern, die Sporne am Hinterkopf zweier Menschen zeigt:

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Diese stammen aus einer Studie, die im Februar 2018 von zwei australischen Forschern namens David Shahar und Mark G. L. Sayers veröffentlicht wurde und aussagt, dass diese Veränderung vor allem bei Menschen im Alter von 18 bis 30 Jahren häufiger auftreten, als angenommen. Bei den Autoren handelt es sich um einen Chiropraktiker und einem Professor für Biomechanik der University of the Sunshine Coast in Queensland, Australien.

Bekannt wurde die Studie nun eineinhalb Jahre später durch die Publikationen via BBC und der Washington Post – dabei ist die Studie weder offiziell bestätigt und wird ebenso stark angezweifelt, wie für bare Münze genommen.

Laut der The New York Times erhielt die Studie von Experten gemischte Meinungen. Sie stellten fest, dass die Studie weitestgehend auf den gezeigten Röntgenbildern basiere und es an einer Kontrollgruppe fehle. Darüber hinaus sollen viele der Probanden ausreichend Nackenbeschwerden gehabt haben, um eine chiropraktische Klinik zu besuchen und Röntgenaufnahmen machen zu lassen. So sei nicht klar, welche Bedeutung diese Ergebnisse für den Rest der Bevölkerung hat. Gleichzeitig sei aber bekannt, dass Menschen, die viel Zeit mit nach vorne geneigten Hälsen verbringen, Nacken- und Rückenbeschwerden entwickeln können.

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Evan Johnson, Assistenzprofessor und Direktor der Physiotherapie am NewYork-Presbyterian Och Spine Hospital und David Putrino, Direktor der Rehabilitationsinnovation am Mount Sinai Health sagen, dass das Herabschauen auf Smartphones eine Veränderung der Haltung begünstigen, jedoch nicht als ausschlaggebender Grund für ein „Horn“ herhalten könne.

Dr. David J. Langer, Vorsitzender der Neurochirurgie am Lenox Hill Hospital in New York sagt, dass es wahrscheinlicher wäre Bandscheibenerkrankungen oder Fehlstellungen im Hals zu bekommen, als einen Knochensporn. Darunter fallen zum Beispiel auch Chirurgen, die viel Zeit damit verbringen, mit gebeugtem Hals nach unten zu schauen.

Fazit:

Es handelt sich um eine stark diskutierte Studie, die zum jetzigen Zeitpunkt nicht offiziell als richtig bestätigt gilt.

Experten mahnen, dass das vermehrte Herabschauen Fehlstellungen begünstigt, jedoch nicht als ausschlaggebender Grund für einen Knochensporn am Hinterkopf herhalten könne.

Bleibt abzuwarten, ob die Studie in den kommenden Jahren überarbeitet wird.


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