Polizei nimmt auch Eltern in die Pflicht.

Ein echter Scherz tut keinem weh. Wird der Scherz aber zur Straftat, ist es für die Betroffenen längst kein Spaß mehr. Sie müssen am nächsten Morgen dann nicht nur das Toilettenpapier aus dem Garten entfernen. Oft haben sie bedeutenden Schaden zu beklagen.

In der Nacht zum 1. Mai sind vor allem junge Menschen unterwegs zu ihren berüchtigten „Maischerzen“. Doch was einst originell und witzig erschien, ist heute vielen zu langweilig. Stattdessen werden die Scherze zu Straftaten und der Alkoholmissbrauch nimmt zu.

  • So warfen im letzten Jahr beispielsweise in Ehingen Unbekannte Farbbeutel gegen ein Haus. In Berghülen wurden zwei Autos auf Holzstämme aufgebockt. Mit Ketschup und mit grüner Farbe beschmierte jemand in Merklingen Hauswände. In der Ulmer Innenstadt warfen Unbekannte die Pflanztröge und Deko-Gegenstände mehrerer Geschäfte um. Die Feuerwehr In Lonsee rückte gegen 1 Uhr nachts zum Löschen eines brennenden Altkleidercontainers aus.
  • Eine Motorsäge weckte gegen 5.45 Uhr Anwohner der Hauptstraße in Wiesensteig. Unbekannte hatten den Maibaum umgesägt. In Göppingen, Ebersbach und Uhingen musste die Polizei ausgehobene Gullydeckel wieder einsetzen. Zum Glück waren keine Verkehrsteilnehmer hineingefahren oder hineingestürzt. In und um Göppingen zeugten auch einige umgebogene Verkehrsschilder von Destruktivität statt Kreativität einiger „Maischerzer“. In der Bergstraße brannte gegen 1.30 Uhr eine Hecke.
  • In der Spitalstraße in Steinheim warf ein Unbekannter gegen 21.30 Uhr einen Gegenstand gegen die Frontscheibe eines fahrenden Autos. Die Fahrerin erschrak so stark, dass sie kurzzeitig die Kontrolle über das Auto verlor. Weiterer Schaden entstand zum Glück nicht. Am Waldfriedhof schoben Unbekannte eine Streugut-Kiste auf die Fahrbahn. Im Esslinger Weg flogen Eier gegen Fensterscheiben und Fassaden.
  • Am Hochstaad in Ummendorf brannte gegen 23.15 Uhr ein Gartenhaus. Anwohner hatten zuvor Böller gehört. Auch in Ingoldingen wurde an der Dorfstraße ein Maibaum umgesägt.

Die Polizei warnt:

Die Nacht zum 1. Mai ist kein „Ausnahmetag“. Schon gar keiner, an dem die Polizei ein Auge zudrückt. Ganz im Gegenteil wird die Polizei in dieser Nacht verstärkt auf Streife sein. Sie wird Präsenz zeigen, sowie Jugendschutz- und Verkehrskontrollen durchführen. Diese sollen vor allem verhindern, dass junge Menschen, über die Stränge schlagen oder Berauschte sich ans Steuer setzen und sich und andere gefährden. Die Verursacher von Schäden erwarten Strafen und Ersatzforderungen.

Die Polizei bittet die Eltern und Erziehungsberechtigten:

Erklären Sie Ihren Kindern, was erlaubt ist und was nicht. Zeigen Sie die Folgen falschen Verhaltens auf. Geben Sie ihnen keine Gegenstände mit, die zu Sachbeschädigungen verleiten. Ermutigen Sie Ihre Kinder, auch ihre Freunde bei Bedarf von strafbaren Handlungen abzuhalten. So könnte nach Einschätzung der Polizei in dieser Mainacht manche gefährliche Situation und mancher Schaden verhindert werden, die etwa im vergangenen Jahr zu verzeichnen waren:

Die Polizei wünscht allen einen guten Start in den Mai ohne böses Erwachen am Folgetag.

Quelle: Presseportal


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