Manipulierte E-Mail: Käuferin überweist 1,1 Millionen Euro an Betrüger

Bei einem Münchner Wohnungskauf tauschten Kriminelle die Bankverbindung in einer echten Zahlungsaufforderung aus. Knapp 900.000 der überwiesenen 1,1 Millionen Euro konnten gesichert werden.

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KURZMELDUNG · DEUTSCHLAND

Im E-Mail-Verlauf eines Münchner Wohnungskaufs steht eine Zahlungsaufforderung mit einer Bankverbindung. Die 60-jährige Käuferin überweist am 14. August 2026 rund 1,1 Millionen Euro in Echtzeit. Am 8. Oktober warnt das Polizeipräsidium München: Kriminelle hatten die echte Nachricht abgefangen und die Kontodaten ersetzt.

Nach Angaben der Ermittler gründeten die Täter sogar eine GmbH, deren Name jenem des beteiligten Immobilienunternehmens ähnelte. So wirkte auch das Empfängerkonto auf den ersten Blick plausibel. Nach der Überweisung verschoben sie mit einer weiteren Nachricht die geplante Schlüsselübergabe. Erst der Kontakt mit dem tatsächlichen Makler deckte den Betrug auf.

Das zuständige Kommissariat 122 des Polizeipräsidiums München leitete Ermittlungen ein. Knapp 900.000 Euro konnten gesichert werden. Ein Teil davon floss bereits an die Käuferin zurück, weitere Beträge wurden auf ausländischen Konten eingefroren. Rund 200.000 Euro waren laut den bisherigen Berichten noch nicht zurückgeholt.

Die ursprüngliche Polizeimeldung war über ihren offiziellen Link auffindbar, für uns aber nicht vollständig abrufbar. Mehrere Medien geben die wesentlichen Angaben übereinstimmend wieder. Ungeklärt ist, welches beteiligte Postfach kompromittiert wurde – eine Zuordnung zum Maklerbüro, zur Verkäuferseite oder zur Käuferin wäre daher verfrüht.

Vor einer hohen Zahlung kommt es nicht darauf an, ob eine E-Mail in einem vertrauten Verlauf steht. Entscheidend ist die IBAN: Eine neue oder geänderte Bankverbindung sollte mit der notariellen Urkunde verglichen und über eine bereits bekannte Telefonnummer bestätigt werden – nie über Kontaktdaten aus derselben Nachricht.

Der Fall überträgt eine bekannte Betrugsmethode auf einen privaten Immobilienkauf. Bei einem sogenannten Business Email Compromise verschaffen sich Kriminelle Zugang zu geschäftlicher Kommunikation und ändern Zahlungsdaten. Die Nachricht muss dabei nicht verdächtig aussehen – oft ist nur die Bankverbindung falsch.

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