Merz kassiert 25 Prozent der Ukraine-Hilfe? Bellingcat-Video ist gefälscht

Ein Video mit Bellingcat-Logo behauptet, Friedrich Merz kassiere ein Viertel der Ukraine-Finanzhilfen. Die angebliche Recherche stammt nicht von Bellingcat.

Die Behauptung

Bellingcat habe aufgedeckt, dass Bundeskanzler Friedrich Merz persönlich mindestens 25 Prozent jeder Finanzhilfetranche für die Ukraine erhalte.

Aufgestellt von: https://leadstories.com/hoax-alert/2026/10/fact-check-bellingcat-did-not-publish-report-stating-germanys-merz-takes-quarter-of-each-ukraine-financial-aid-package.html

Faktencheck: Falsch

Falsch. Bellingcat hat die angebliche Untersuchung und das Video nicht veröffentlicht und bestreitet ausdrücklich die Urheberschaft. Für die behaupteten persönlichen Zahlungen an Merz gibt es keine belastbaren Belege.

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Das Bellingcat-Logo soll einem schweren Korruptionsvorwurf Glaubwürdigkeit verleihen. Doch die angebliche Untersuchung über Friedrich Merz stammt gar nicht von der internationalen Rechercheorganisation. Bellingcat erklärte dem Faktencheck-Portal Lead Stories am 8. Oktober 2026 auf Anfrage ausdrücklich, das kursierende Video nicht produziert zu haben. Es sei Teil einer schon länger laufenden russischen Desinformationsoperation.

Auf X verbreitete sich am 7. Oktober ein Video mit der Behauptung, der deutsche Bundeskanzler erhalte persönlich mindestens 25 Prozent jeder Finanzhilfetranche für die Ukraine. Im Clip wird auch Bellingcat-Gründer Eliot Higgins eine entsprechende Aussage zugeschrieben. Eine tatsächliche Bellingcat-Recherche dazu gibt es nicht. Die Suche nach „Friedrich Merz“ auf der offiziellen Website lieferte keine Treffer. Auch Lead Stories fand keine belastbaren Medienberichte, die solche Zahlungen an Merz belegen würden.

Das Recherchenetzwerk The Insider berichtete ebenfalls am 8. Oktober über das Video und ordnete seine Verbreitung dem als „Matryoshka“ bekannten Desinformationsnetzwerk zu. Dieses verbreitet erfundene Meldungen über zahlreiche Accounts und nutzt dabei auch Namen und Logos bekannter Medien und Organisationen. Ein gefälschtes Bellingcat-Video verknüpft die Anschuldigung mit einer tatsächlich angekündigten deutschen Hilfstranche von einer Milliarde Euro: Angeblich würden davon 250 Millionen Euro bei Merz landen. Ein Zahlungsnachweis wird dafür nicht vorgelegt.

Die Tatsache, dass Deutschland der Ukraine finanzielle oder militärische Unterstützung zusagt, ist kein Beleg für eine persönliche Bereicherung des Bundeskanzlers. Der entscheidende Nachweis für die verbreitete Geschichte fehlt – und die Organisation, auf die sich das Video beruft, bestreitet ausdrücklich, die vermeintlichen Enthüllungen veröffentlicht zu haben.


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