Am 04. Dezember 2015 haben wir über einen Fall berichtet, bei dem mehr als 1400 Fotos von Frauen durch einen Mann aus der Oberpfalz manipuliert und auf Pornoseiten geladen wurden.
Diese Art des Missbrauchs von Facebookfotos wurde nicht zum ersten Mal entdeckt, bereits im Mai haben wir einen sehr Ähnlichen Vorfall gefunden. Schon damals mahnten wir dazu, die eigenen Fotos so privat wie möglich zu halten.
Zu dem Fall vom 04. Dezember gab die Polizei nun bekannt:
Frauenfotos unberechtigt auf Internetportal mit pornografischem Inhalt hochgeladen
LKR. TIRSCHENREUTH. Mehrere Frauen erstatten seit November 2015 bei der Polizeiinspektion Kemnath und verschiedenen anderen Polizeidienststellen Anzeige gegen Unbekannt, weil Bilder von Ihnen auf einer Internet-Plattform veröffentlicht wurden, die auch Seiten mit pornografischem Inhalt enthält.
Die Geschädigten wurden zuvor durch einen privaten Verein auf das Vorhandensein der Bilder im Internet hingewiesen.
Umfangreiche Ermittlungen der PI Kemnath, die in enger Absprache mit der Staatsanwaltschaft Weiden sowie den Polizeiinspektionen Bayreuth-Land und der Kripo Bamberg durchgeführt wurden, führten zu einem im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Kemnath wohnenden, 36jährigen Mann.
Dessen Wohnung wurde bereits Ende November, nach Erlass eines Durchsuchungsbeschlusses des Amtsgerichts Weiden, nach Beweismitteln durchsucht. Dabei stellten die Ermittler verschiedene Datenträger sicher, die nun ausgewertet werden. Der Tatverdächtige wurde bereits zu den Tatvorwürfen polizeilich vernommen. Dabei zeigte er sich geständig. Angaben zu einem Tatmotiv werden nicht gemacht.
Nach dem momentanen Stand der Ermittlungen hat der Tatverdächtige hunderte von Bildern, die er beispielsweise auch selbst in der Öffentlichkeit aufgenommen hat, auf die Plattform hochgeladen. Dort wurden diese teils durch den Tatverdächtigen und Nutzer der Seiten mit herabwürdigen Kommentierungen versehen.
Für die Ermittler gilt es nun auch, festzustellen wie der Mann an die jeweiligen Bilder kam, ob oder wie er sie verändert und in welche Darstellungen er diese tatsächlich eingefügt hat.
Derzeit sind der Polizei die Identitäten von etwa 30 geschädigten Frauen bekannt.
Die umfangreichen Ermittlungen dauern an.
Strafbar ist das Verhalten des Mannes als Beleidigung gemäß dem Strafgesetzbuch und nach dem Kunsturheberrechtsgesetz.
Zum Schutze der Betroffenen wurden bereits zahlreiche Bilder von den einschlägigen Seiten gelöscht.
Plötzlich Porno!
Diese Bilder, welche nun missbräuchlich erneut hochgeladen wurden, zeigten nun nicht unbedingt nackte Menschen, sondern oftmals Posen für die Kamera. Es handelt sich also nicht um explizites Material. Problem: bei all diesen Bildern wird zur sexuellen Phantasie angeregt, ohne jegliches Einverständnis der dargestellten Personen. Im Grunde stellt der gesamte Upload bereits einen Verstoß gegen sowohl das Urheberrecht, als auch das Persönlichkeitsrecht dar.
Zudem sind die Bilder mit teils sehr entwürdigen Kommentaren versehen, die zu eindeutigen Handlungen animieren.
(Scrreenshot: ask.fm)
Bitte achtet auf die Privatsphäre!
Wir können es einfach nicht deutlicher sagen: bitte achtet auf Eure Privatsphäreneinstellungen! Bitte immer nur “öffentlich” wählen, wenn man sich bewusst ist, was man hochlädt und was andere damit machen können. Gleichzeitig sollten speziell junge, minderjährige Teilnehmer in sozialen Netzwerken überdenken, wie und wo sie Bilder von sich hochladen.
Uns ist auch bewusst, dass in diversen Add-Gruppen ein sehr freizügiger Umgang mit den eigenen Bildern vorherrscht. Auch dort sollten viele der Nutzerinnen es sich besser überlegen, welche Art von Bildern sie hochladen und welche Konsequenzen das haben kann.
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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)




