
Ein Kommentar von Tom Wannenmacher, mimikama.org
Erste Schritte in der digitalen Welt
Es war vor etwa zwölf Jahren, als ich mit der fast kindlichen Neugier eines Entdeckers in die Welt der sozialen Medien und insbesondere von Facebook eintauchte. Damals sah ich einen Dokumentarfilm über Facebook und fragte mich, was all die Leute dort machen! Eine neue, grenzenlose Welt, die mir beängstigend und faszinierend zugleich erschien, führte mich auf eine Reise des Lernens, Entdeckens und Vernetzens. Die sozialen Medien boten eine Plattform, um Stimmen zu hören und Geschichten zu erzählen, die sich sonst vielleicht nie begegnet wären. Ich spürte die elektrisierende Freiheit und die unglaublichen Möglichkeiten, die diese digitale Landschaft bot – eine Plattform, die eine einfache Botschaft in jeden Winkel der Welt bringen konnte.
Doch es dauerte nicht lange, bis ich die Schattenseiten dieses digitalen Paradieses entdeckte. Wie eine Medaille hat das Internet zwei Seiten: Eine helle und eine dunkle, eine heilsame und eine zerstörerische. Dieses Erwachen war brutal und schmerzhaft.
Geburt einer Mission
Es war während meiner Zeit als selbstständiger Werbegrafiker, als ich das Internet auf eine ganz neue Weise erlebte. Ich hatte mich auf Facebook angemeldet, nicht als leidenschaftlicher Gamer, sondern um das Spiel „Farmville“ zu spielen. Doch für mich war Farmville nicht einfach nur ein Spiel – es war eine Leinwand für meine Kreativität. Ich nutzte die digitale Farm als Plattform, um meine Fähigkeiten als Grafiker zur Schau zu stellen. Mit jedem Hinzufügen von Details und Dekorationen machte ich meine Farm einzigartig, füllte sie mit Leben und Farben, wie ein Maler seine Leinwand. Es wurde ein Ort, der mir Freude bereitete und mich inspirierte.
Mit der Zeit gewann meine Farm an Popularität. Immer mehr Mitspieler wurden auf mein ungewöhnliches Design aufmerksam und ich gewann immer mehr „Nachbarn“ – Menschen, die sich mit meiner Farm verbanden und Teil meiner Facebook-Freundesliste wurden. Diese Gemeinschaft, die sich um meine Farm gebildet hatte, wurde zu einer Familie für mich – eine digitale Familie, die mich in einer Weise erfüllte, die ich nie erwartet hätte.
Doch inmitten dieser Freude und Begeisterung wurde ich das Opfer eines Betrugs. Kriminelle, die sich als „Farmville“ ausgaben, lockten mich in eine Handy-Abo-Falle. Dieser Vorfall war ein Schock für mich – er öffnete mir die Augen für die dunkle Seite des Internets und zeigte mir, wie leicht es ist, online betrogen zu werden. Es war ein Weckruf, der mich dazu veranlasste, die Gründung von Mimikama in Betracht zu ziehen.
Die Idee hinter Mimikama war einfach: Ich wollte meine „Farmville“-Nachbarn und Freunde vor den Gefahren des Internets warnen und ihnen helfen, nicht selbst Opfer dieser Art von Betrug zu werden. Der Name Mimikama kam zustande, weil ich ein Wort suchte, das irgendwie mit „Facebook“ in Verbindung stand. Also entschied ich mich, „Gefällt mir“, „I Like“ bzw. „Ich mag“ in die Sprache Suaheli zu übersetzen. Damals war ich noch sehr naiv und dachte, dass Google Translate korrekt übersetzt. Doch später wurde ich von einem Verein darauf aufmerksam gemacht, dass diese Übersetzung nicht ganz korrekt war. Heute ist Mimikama einfach ein Kunstwort, ein Begriff, der in den letzten zwölf Jahren bekannt geworden ist und für etwas Wichtiges steht: den Kampf gegen Online-Betrug und die Förderung von Respekt und Verständnis im Internet.

Die Bitterkeit und Wut, die ich empfand, wandelten sich bald in eine Entschlossenheit um, die mich dazu trieb, eine aktive Rolle in der Bekämpfung solcher Bedrohungen zu übernehmen. So wurde Mimikama geboren – ein Leuchtfeuer in den düsteren Gewässern des Internets. Mimikama ist eine Organisation, die sich darauf spezialisiert hat, Internetbetrug und Falschinformationen zu bekämpfen und Nutzer aufzuklären. Seitdem ist unsere Mission gewachsen und hat Tausende von Menschen erreicht, die nun besser gerüstet sind, sich gegen Online-Betrug und Desinformationen zu wehren.
Hier einer der ersten Beiträge aus dem Jahre 2011, wo ich noch vor einem Farmville-Fake gewarnt hatte.

Online-Gewalt: Die Dunkle Seite der Kommunikation
Meine Reise durch das Internet hat mir die Augen für eine traurige und erschreckende Wahrheit geöffnet: dass Worte zu Waffen werden können, scharf und schneidend, bereit, tief in die Seelen ihrer Opfer einzudringen. Kommentare und Nachrichten, unbedacht oder bewusst aggressiv, können Menschen verletzen, isolieren und erniedrigen. Ich habe den Hass und die Bosheit gesehen, die sich hinter den Kommentaren und Nachrichten verbergen. Es war erschütternd zu sehen, wie weit Menschen gehen, um ihrem Hass und ihrer Aggression Ausdruck zu verleihen.
Die Anonymität des Internets schafft eine Illusion der Unverwundbarkeit, eine falsche Sicherheit, die uns vergessen lässt, dass hinter den Bildschirmen echte Menschen sitzen. Mit jedem hasserfüllten Wort, das wir aussprechen, mit jeder negativen Handlung, die wir begehen, verletzen wir reale Menschen. Und dabei verlieren wir auch ein Stück unserer eigenen Menschlichkeit.
Die menschliche Dimension des Internets
Die Anonymität des Internets vermittelt vielen ein Gefühl der Unverwundbarkeit. Doch hinter jedem Avatar, hinter jedem Benutzernamen steht ein echter Mensch mit Gefühlen, Hoffnungen und Ängsten. Das ist die menschliche Dimension des Internets, die wir allzu oft vergessen: dass hinter jeder Bildschirmpräsenz ein echtes Herz schlägt, eine Seele, die fühlt und leidet, lacht und weint.
Wenn wir das vergessen, entmenschlichen wir uns gegenseitig. Wir reduzieren uns gegenseitig auf bloße Bildschirmnamen, auf anonyme, gesichtslose Wesen ohne Gefühle und Emotionen. In diesem Prozess verlieren wir den Respekt vor der Menschenwürde, wir verlieren die Empathie, die uns als Menschen auszeichnet.
Die Kraft der Gemeinschaft
Aber in all dieser Dunkelheit habe ich auch Licht gesehen. Licht in Form von Menschen, die nicht schweigen, die aufstehen und ihre Stimme gegen Hass und Intoleranz erheben. Menschen, die sich für einen respektvolleren und sichereren Online-Raum einsetzen. Diese Menschen sind Leuchtfeuer der Hoffnung, sie sind Vorbilder, die zeigen, dass wir miteinander reden können, ohne uns gegenseitig zu verletzen oder zu beleidigen.
Diese Menschen sind der Beweis dafür, dass das Internet auch ein Ort der Freundlichkeit, des Mitgefühls und der Menschlichkeit sein kann. Ihre Stimmen erinnern uns daran, dass das Internet mehr sein kann als ein Ort des Hasses und der Aggression. Es kann ein Ort sein, an dem wir uns gegenseitig stärken und unterstützen, an dem wir Gemeinschaften aufbauen, die auf Verständnis und Respekt basieren.
Unsere Verantwortung
Die Verantwortung, das Internet zu einem besseren Ort zu machen, liegt bei uns allen. Sie beginnt bei uns selbst: bei unserer Sprache, unserer Geduld und unserer Bereitschaft, andere zu respektieren, auch wenn wir nicht mit ihnen übereinstimmen. Es geht darum, eine Kultur der Freundlichkeit und des Respekts zu fördern, eine Kultur, die auf Verständnis und Mitgefühl statt auf Hass und Aggression beruht.
Das ist keine leichte, aber eine notwendige Aufgabe. Sie erfordert Mut, Beharrlichkeit und Entschlossenheit. Sie erfordert, dass wir uns ständig in Frage stellen, dass wir uns bemühen, besser zu sein, freundlicher zu sein, respektvoller zu sein. Sie erfordert, dass wir unsere Unterschiede feiern, anstatt uns vor ihnen zu fürchten. Sie erfordert, dass wir uns für das Recht aller auf Sicherheit und Respekt im Internet einsetzen.
Ein optimistischer Ausblick
Ich glaube fest daran, dass wir diese Herausforderung meistern können. Ich habe gesehen, was das Internet sein kann, wenn wir es zu einem Ort machen, der uns bereichert, inspiriert und zusammenbringt, anstatt uns zu spalten und zu trennen. Ein Ort, an dem unsere Würde und unser Respekt gewahrt und geschätzt werden. Ein Ort, der das Beste in uns zum Vorschein bringt.
Gestalten wir diesen Ort gemeinsam. Jeder von uns kann und sollte dazu beitragen. Denn das Internet gehört uns allen. Es ist unser Zuhause, unsere Gemeinschaft, unser Treffpunkt. Es ist ein Ort, an dem wir uns ausdrücken, lernen, wachsen und verbinden können. Es ist ein Ort, der das Potenzial hat, das Beste in uns zum Vorschein zu bringen, uns zu erheben und uns einander näher zu bringen. Nutzen wir diese Chance. Lassen Sie uns gemeinsam ein Internet schaffen, das uns stärkt und nicht schwächt, das uns verbindet und nicht trennt, das uns inspiriert und nicht entmutigt.
Denn am Ende des Tages ist das Internet nicht nur ein Netz von Computern. Es ist ein Netz von Menschen. Und es liegt an uns, was wir daraus machen.
Nun noch 3 Fragen von mir an Sie:
- Möchten Sie in einer Online-Welt leben, die sicher, respektvoll und frei von Hass ist?
- Wünschen Sie sich mehr Transparenz und Aufklärung über die Bedrohungen und Betrügereien, die im Internet lauern?
- Sind Sie bereit, einen Beitrag zu leisten und uns zu unterstützen, damit wir weiterhin unsere wichtige Arbeit fortsetzen und ein positives, sicheres Online-Erlebnis für alle fördern können?
Lesen Sie auch: Digitale Echokammern: Verlieren wir uns im Strudel des Modernen?
Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat und du die Bedeutung fundierter Informationen schätzt, werde Teil des exklusiven Mimikama Clubs! Unterstütze unsere Arbeit und hilf uns, Aufklärung zu fördern und Falschinformationen zu bekämpfen. Als Club-Mitglied erhältst du:
📬 Wöchentlichen Sonder-Newsletter: Erhalte exklusive Inhalte direkt in dein Postfach.
🎥 Exklusives Video* „Faktenchecker-Grundkurs“: Lerne von Andre Wolf, wie du Falschinformationen erkennst und bekämpfst.
📅 Frühzeitiger Zugriff auf tiefgehende Artikel und Faktenchecks: Sei immer einen Schritt voraus.
📄 Bonus-Artikel, nur für dich: Entdecke Inhalte, die du sonst nirgendwo findest.
📝 Teilnahme an Webinaren und Workshops: Sei live dabei oder sieh dir die Aufzeichnungen an.
✔️ Qualitativer Austausch: Diskutiere sicher in unserer Kommentarfunktion ohne Trolle und Bots.
Mach mit und werde Teil einer Community, die für Wahrheit und Klarheit steht. Gemeinsam können wir die Welt ein bisschen besser machen!
* In diesem besonderen Kurs vermittelt dir Andre Wolf, wie du Falschinformationen erkennst und effektiv bekämpfst. Nach Abschluss des Videos hast du die Möglichkeit, dich unserem Rechercheteam anzuschließen und aktiv an der Aufklärung mitzuwirken – eine Chance, die ausschließlich unseren Club-Mitgliedern vorbehalten ist!
Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)

