Die Behauptung
Ein Video soll eine pro-palästinensische Demonstration an der Columbia University in den USA zeigen.
Wahr
Das Video zeigt eindeutig eine Demonstration gegen die AfD in Hamburg und hat keinen Bezug zu pro-palästinensischen Protesten in den USA.
In den sozialen Medien tauchen immer wieder Videos auf, die aus dem Zusammenhang gerissen und mit falschen Behauptungen versehen sind. Ein besonders auffälliges Beispiel ist ein Video, das eine große Menschenmenge zeigt, die fälschlicherweise als pro-palästinensische Demonstration an einer amerikanischen Universität deklariert wird.

Tatsächlich handelt es sich um eine Demonstration gegen die rechtspopulistische AfD in Hamburg im Januar 2024.
Gerüchte/Behauptungen
Auf der chinesischen Plattform Weibo kursiert ein Videoclip, der angeblich eine große pro-palästinensische Demonstration an der Columbia University in den USA zeigt. Die Bildunterschrift lautet: „Demonstration an einer US-Universität: Der pro-palästinensische Protest an der Columbia University war riesig!“ Diese Falschmeldung wurde mehrfach geteilt und erhielt tausende Aufrufe.
Bewertung
Ein Faktencheck zeigt, dass die Behauptung falsch ist. Das Video zeigt keine Demo in den USA, sondern in Hamburg. Es wurde im Januar 2024 aufgenommen und zeigt zehntausende Menschen, die gegen die AfD protestieren. Die Musik im Hintergrund ist deutschsprachig, was den falschen Kontext weiter entlarvt.
Die Fakten
Eine Inverssuche des Bildes und eine Stichwortsuche bei Google führten zum Originalmaterial, das auf dem YouTube-Kanal von red. media veröffentlicht wurde.
Das Video zeigt eindeutig die Demo gegen die AfD in Hamburg am 20. Januar 2024. Die Demo fand auf der Jungfernstieg-Promenade statt und wurde laut Polizei von rund 50.000 Menschen besucht.
Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) und die Deutsche Welle (DW) berichteten ausführlich über die Veranstaltung. AFP, NDR und DW veröffentlichten Videos, die die Demo aus verschiedenen Blickwinkeln zeigen.
Weitere Informationen zur Demonstration
Die Demonstration in Hamburg fand statt, nachdem bekannt geworden war, dass AfD-Politiker bei einem Treffen mit Rechtsextremisten über die Abschiebung von Asylbewerbern und Ausländern diskutiert hatten. Diese Nachricht schockierte das Land und führte zu großen Protesten in mehreren deutschen Städten. Die Teilnahme an der Demonstration in Hamburg war so groß, dass sie wegen Überfüllung vorzeitig beendet werden musste.
Al-Jazeera berichtete, dass eine Gruppe pro-palästinensischer Demonstranten versucht habe, sich der Anti-AfD-Demonstration anzuschließen, aber auf Widerstand gestoßen sei. Diese Informationen bestätigen, dass das Video in einem völlig anderen Kontext verwendet wurde.
Quelle: AFP
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