Neue Vorschriften sind eine Reaktion auf die #MeToo-Bewegung in der Games-Branche

 

Bei diesem Inhalt handelt es sich um eine Pressemitteilung von: pressetext.redaktion

Sony will bei Videospielen auf seiner aktuellen Konsole PlayStation 4 (PS4) härter gegen sexuelle Inhalte vorgehen. Schon bald soll es ein strenges Regelwerk geben, das Games-Entwickler dazu verpflichtet, bei entsprechend explizitem Content besonders sensibel vorzugehen.

Die neuen Vorschriften, die auf globaler Ebene ausgerollt werden sollen, sind vor allem als Reaktion auf wachsende Bedenken in Bezug auf die Darstellung von Frauen in Spielen zu sehen, die im Zuge der #MeToo-Bewegung auch die Games-Branche erfasst haben.

Große Angst vor Klagen

„Sony hat sich dazu entschieden, sich eigene Regeln aufzuerlegen, um es Entwicklern zu ermöglichen, wohl ausgewogene Inhalte auf seiner Videospielplattform anzubieten“,

erklärt eine Sprecherin des Unternehmens gegenüber dem „Wall Street Journal“. Dieser Schritt sei wichtig, um sicherzustellen, dass Gaming nicht die „gesunde Entwicklung von jungen Menschen beeinträchtige“.

Hintergrund sind zunehmende Bedenken im Zusammenhang mit Sexismus in Videospielen. Aber auch die im Oktober 2017 im Zuge des Weinstein-Skandals entfachte #MeToo-Bewegung, die sich nach Hollywood auch auf andere Branchen wie etwa die Modeindustrie ausweitete (pressetext berichtete), habe hierbei eine gewichtige Rolle gespielt.

„Wir machen uns Sorgen, dass unser Unternehmen zum Ziel für rechtliche und soziale Angriffe werden könnte“,

so die Sony-Sprecherin.

Sexismus-Debatte und „#Gamergate“

Rund um Computer- und Videospiele und die dahinter stehende Branche tobt schon seit Jahren eine Sexismus-Debatte, die 2014 unter dem Schlagwort „#Gamergate“ endgültig übergekocht ist.

Angefangen hatte alles mit einem verbalen Übergriff auf die US-Spieleentwicklerin Zoe Quinn, der von ihrem Ex-Freund in einem Blog Untreue und eine Affäre mit dem Games-Journalisten Nathan Grayson vom Online-Magazin „Kotaku“ vorgeworfen wurde. Der Zwischenfall führte zu viral verbreiteter Kritik, dass Journalisten ihre Rezensionen von persönlichen Beziehungen abhängig machen würden.

Eine neue Dimension bekam das Ganze dann mit der Feministin Anita Sarkeesian, die in einem YouTube-Video offen die sexistische Darstellung von Frauenfiguren in Spielen kritisiert hatte.

Davon fühlten sich einige Gamer offensichtlich persönlich angegriffen und initiierten daraufhin eine Hass-Kampagne gegen sie. Schlussendlich erhielt Sarkeesian dann sogar Morddrohungen und musste eine Zeit lang untertauschen.


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