Nein, Reifen aus Deutschland werden nicht in Afrika verbrannt

Faktencheck: Das Video zeigt einen Brand in Kuwait, nicht das Verbrennen deutscher Altreifen in Afrika. Mimikama klärt die falschen Aussagen auf

Die Behauptung

Ein Video soll zeigen, dass Altreifen aus Deutschland in Afrika entsorgt werden, indem man sie hier verbrennt.

Faktencheck: Falsch

Diese Behauptung ist falsch. Das Video stammt aus Kuwait, die Ursache des Brandes war nicht „Entsorgung“, sondern Brandstiftung.

📖Woran erkennt man Fake News zuverlässig? Antworten finden Sie im Leitfaden Fake News erkennen.
Mimikama braucht Verstärkung – hilf uns, eine weitere Person ins Team zu holen

Umweltschützer schreien bei diesen Bildern auf, zugleich wird der Regierung vorgeworfen, dass damit wohl ein Müllproblem auf einen anderen Kontinent verlagert würde. Dazu wird bereits seit längerer Zeit ein Video geteilt, das diesen „Irrsinn“ aufzeigen soll. Wurde das Video zuerst auf Social Media-Plattformen geteilt, hat es auch den Einzug in WhatsApp geschafft und wird hier zusätzlich weiter verbreitet.

Im Video sieht man Massen von Reifen, die brennen. Schwarzgraue, dichte Wolken steigen vom Feuer auf. Im Video wird der Text eingeblendet (sic!): „Während in Deutschland der Verbrennungsmotor abgewickelt wird, werden in Afrika die Altreifen Fachgerecht Entsorgt!“

Screenshot WhatsApp / Video von brennenden Reifen
Screenshot WhatsApp / Video von brennenden Reifen

Auf Social Media-Plattformen wird das Video gerne mit Aussagen zu fragwürdigem Umweltschutz und Vorwürfen gegenüber der Regierung kommentiert. Einerseits würden „Benziner, Diesel und Atomkraft abgeschafft“, aber „Reifen und Müll wird seit Jahrzehnten nach Afrika exportiert“. Gerne wird auch beklagt, dass darüber niemals berichtet wird.

Die Berichte zum Video

Doch, es wird berichtet. Allerdings in einem anderen Kontext. Dieser zeigt dann zugleich auf, dass die Aussagen zu diesem Video falsch sind. Das Video stammt nicht aus Afrika, auch werden hier keine Altreifen aus Deutschland verbrannt.

Das Video zeigt den Brand eines Reifenfriedhofs in Salmi, Kuwait. Im August 2021 berichtete „The Sun“ darüber und veröffentlichte auch jenes Video, das nun falsch beschriftet die Runde macht. Allerdings ist auch dieser Bericht nicht brandaktuell gewesen, denn das Video stammt von April 2021.

Am 30. April tweetete ein Mitglied des kuwaitischen Gemeinderats, Ahmad Al Hadian, einige Fotos des Brandes. Darunter findet sich auch ein Foto jenes Brandes, der im Video zu sehen ist:

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Am 30. April berichtete eine Nachrichtenseite aus Kuwait vom verheerenden Brand. Das Feuer war am 29. April 2021 in Salmi ausgebrochen, die Ursachenforschung wies auf Brandstiftung hin.

Woher stammen die vielen Reifen?

In den 1980er und 1990er Jahren machte Kuwait ein Geschäft mit der Einfuhr von Altreifen aus anderen Ländern und importierte jährlich 259 Millionen davon aus den USA und Europa, bis diese Praxis von Kuwaits Regierung 2001 verboten wurde.

Aus Deutschland werden seit Jahren keine Reifen mehr exportiert, seit 2003 ist auch hierzulande das Deponieren von Altreifen verboten. Diese werden stattdessen recycelt oder kontrolliert in speziellen Öfen verbrannt, doch leider gibt es trotzdem noch illegale Reifenlager.

Fazit

Das Video stammt nicht aus Afrika, auch werden hier keine Altreifen aus Deutschland verbrannt.

Der Brand der abgelagerten Reifen fand in Salmi, Kuwait, am 29. April 2021 statt. Sie wurden nicht zu Entsorgungszwecken angezündet, hier war Brandstiftung die Ursache.

Kuwait hat den Import von Reifen bereits 2001 verboten.

Das könnte dich auch interessieren: 20 Flüssiggas-Tanker verbrauchen so viel Schweröl wie alle Fahrzeuge weltweit? FAKE!


Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.