Die Behauptung
Ein verbreitetes Überwachungsvideo zeigt, wie am 8. Oktober 2026 eine russische Drohne bei einem Kindergarten-Spielplatz nahe Kiew einschlägt und ein Mann kurz zuvor davonläuft.
Aufgestellt von: https://www.t-online.de/video/nachrichten/id_101474648/kiew-ueberwachungskamera-filmt-explosion-auf-spielplatz.html
Faktencheck: Wahr
Wahr. Reuters hat Ort und Datum der Aufnahme anhand von Satellitenbildern, dem Kamerazeitstempel und offiziellen Angaben überprüft. Ukrainische Behörden bestätigen den Einschlag einer russischen Drohne auf dem Schul- und Kindergartengelände samt Schäden am benachbarten Spielplatz. Für diesen Ort wurden keine Verletzten gemeldet.
Die Überwachungskameraaufnahme lässt sich dem Drohneneinschlag vom 8. Oktober 2026 in Swjatopetriwske bei Kiew zuordnen. Die Nachrichtenagentur Reuters verglich die Gebäude, einen Zebrastreifen und den Spielplatz im Video mit Satellitenbildern. Den Aufnahmetag überprüfte sie anhand des Zeitstempels und einer entsprechenden Meldung der Regionalverwaltung.
Überwachungskameraaufnahme vom 8. Oktober 2026. Video: YouTube
In der Aufnahme ist zu sehen, wie ein Mann in der Nähe des Spielplatzes plötzlich losläuft. Unmittelbar danach kommt es zu einer heftigen Explosion. Warum der Mann zu laufen begann, ist nicht geklärt. Die Aufnahmen zeigen aber, dass er sich im entscheidenden Moment vom Einschlagsbereich entfernt.
Auch der Angriff selbst wurde offiziell bestätigt. Der ukrainische Katastrophenschutz berichtete, dass durch den Einschlag einer russischen Drohne ein Pavillon auf dem Gelände einer Schule mit Kindergarten in Brand geriet. Nach Angaben der Regionalverwaltung wurden auch der benachbarte Spielplatz und Fenster umliegender Wohnhäuser beschädigt.
Für diesen Einschlagsort meldeten die Rettungskräfte keine Verletzten. Kinder und Lehrkräfte hielten sich laut Regionalverwaltung zum Zeitpunkt des Angriffs im Schutzraum auf. Berichte über Tote und Verletzte durch weitere Angriffe am selben Tag betreffen andere Orte und stehen dazu nicht im Widerspruch.
Die ursprüngliche Einschätzung, das Video lasse sich nicht unabhängig prüfen, ist damit hinsichtlich Ort und Datum überholt. Eine lückenlose technische Prüfung der ursprünglichen Videodatei dokumentiert Reuters in den öffentlich zugänglichen Angaben allerdings nicht. Ebenso wenig belegt die Aufnahme, dass der Kindergarten gezielt als Angriffsziel ausgewählt wurde.
Quellen
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