Die Behauptung
Donald Trump erklärt am 9. Oktober 2026, die Dieselpreise würden in den USA und weltweit schnell und rekordartig sinken. Als Gründe nennt er angekündigte Diesellieferungen aus Russland und eine von ihm behauptete vollständige Kontrolle der Straße von Hormus.
Aufgestellt von: Donald Trump, Truth-Social-Beitrag vom 9. Oktober 2026; Wortlaut anhand einer unabhängigen Archivkopie bei Trump Archive geprüft.
Irreführend
Irreführend. Zusätzliche Diesellieferungen können den Markt entlasten. Ein schneller, rekordhoher weltweiter Preisrückgang ist durch die angekündigten Mengen jedoch nicht belegt. Ein großer Teil der Lieferungen ist von künftigen Raffineriekapazitäten abhängig. Die tatsächliche Preisentwicklung bleibt offen.
Eine zusätzliche Diesellieferung kann den Markt entlasten. Wie stark die Preise dadurch sinken, lässt sich aus ihrer Größe allein aber nicht berechnen. Genau diesen Schritt überspringt Donald Trump: In seinem Beitrag vom 9. Oktober 2026 stellt er einen schnellen, rekordhohen Preisrückgang als sichere Folge dar. Er verweist dabei sowohl auf russische Lieferungen als auch auf eine von ihm behauptete vollständige Kontrolle der Straße von Hormus. Für die versprochene Größenordnung liefert der Beitrag keine nachvollziehbare Berechnung.
Wie viel Diesel Trump tatsächlich ankündigt
Der Wortlaut ist in einer unabhängigen Archivkopie des Truth-Social-Beitrags nachlesbar. Trump kündigt zunächst mehr als 300.000 Tonnen Diesel für den amerikanischen und weltweiten Markt an. Im November sollen weitere 500.000 Tonnen folgen, danach eine Million Tonnen. Weitere drei Millionen Tonnen macht er vom Zustand der russischen Raffinerien abhängig. Insgesamt sind damit rund 4,8 Millionen Tonnen über mehrere Lieferetappen in Aussicht gestellt. Die Ankündigung belegt noch keine erfolgte Lieferung.
Zum Vergleich: Die US-Energiebehörde EIA weist für 2025 einen durchschnittlichen Verbrauch von rund 3,908 Millionen Barrel Destillatkraftstoffen pro Tag aus. Diese Kategorie umfasst Diesel und Heizöl. Allein auf den Verkehrssektor entfielen rund 2,94 Millionen Barrel täglich; Biodiesel und erneuerbarer Diesel sind in dieser Verkehrsangabe ausgenommen.
ZDFheute rechnet die erste Tranche von 300.000 Tonnen in ungefähr 2,2 Millionen Barrel um. Verglichen mit dem gesamten Destillatverbrauch entspricht das rund 14 Stunden. Alle angekündigten Lieferungen zusammen ergeben nach dieser gerundeten Umrechnung etwa neun Verbrauchstage. Das setzt voraus, dass sämtliche Mengen tatsächlich kommen und ausschließlich in den USA verwendet werden. Trump kündigt sie jedoch auch für andere Märkte an.
Warum daraus kein Rekordrückgang folgt
Der Mengenvergleich zeigt die Größenordnung, beweist aber keinen bestimmten Preiseffekt. Laut EIA beeinflussen unter anderem das weltweite Angebot und die Nachfrage die Dieselpreise. Bei knappen Vorräten können auch kleinere zusätzliche Lieferungen wirken. Entscheidend ist deshalb ebenso, ob wirklich mehr Kraftstoff auf den Weltmarkt kommt oder bereits vorhandene Exporte lediglich andere Abnehmer erreichen.
Eine Analyse von Jesse Thompson und Garrett Golding auf der Website der Dallas Fed vom 8. Oktober beschreibt zudem erhebliche Raffinerieausfälle und Transportprobleme. Diese Engpässe lassen sich durch eine einzelne Lieferankündigung nicht automatisch beheben. Wie stark der Deal die Preise beeinflusst, bleibt daher offen. Bewertet wird hier die unbegründete Sicherheit von Trumps Preisversprechen zum Stand 13. Oktober 2026. Eine spätere Preisentwicklung wird damit nicht vorweggenommen.
Quellen
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.
