Faktencheck: Hilft türkisches Duftwasser wirklich gegen den Coronavirus?

Erfahre, warum türkisches Duftwasser nicht gegen Corona wirkt. Mimikama deckt auf und entlarvt Mythen zu vermeintlichen Wundermitteln und Schutzmaßnahmen

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Der Coronavirus beschäftigt uns Faktenchecker derzeit besonders intensiv. Insbesondere Anfragen zu vermeintlichen Wundermitteln, wirksamen Schutzmaßnahmen oder Kettenbriefen mit Ratschlägen gegen den Virus gehen dabei gehäuft bei uns ein.

Faktencheck: Hilft türkisches Duftwasser wirklich gegen den Coronavirus? Die meisten dieser Mythen lassen sich relativ leicht aufdecken, allerdings geht derzeit auf Facebook und in WhatsApp ein Beitrag rum, bei dem man etwas genauer hinschauen muss.

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So wird in diesem Artikel behauptet, dass in der Türkei bisher vergleichsweise wenig Corona-Verdachtsfälle aufgetreten sind und dies mit einem zitronigen Duftwasser zusammenhängt, das als „Kolonya“ bekannt ist und traditionell unter Türken gebräuchlich ist.

Was sagen die Fakten?

Tatsächlich gibt es nach unseren Recherchen in der Türkei bisher kaum gemeldete Corona-Verdachtsfälle, was umso bemerkenswerter ist, wenn man bedenkt, dass es im Iran extrem viele Corona-Fälle gibt und die Türkei ein direktes Nachbarland des Irans ist. Einen direkten Zusammenhang zwischen der Verwendung des türkischen Duftwassers und der Anzahl der Coronafälle lässt sich jedoch nicht ohne weiteres herstellen, ist aber wohlgemerkt nicht völlig abwegig, da Kolonya ähnlich wie Kölnisch Wasser oder 4711 mit über 80% einen sehr hohen Alkoholanteil enthält und daher zusätzlich zum Duft eine desinfizierende Wirkung hat, was auch der Grund ist, warum das türkische Duftwasser auch von Friseuren als After Shave eingesetzt wird. Die Kernaussage, dass Kolonya gegen Bakterien, Keime und Vieren hilft, ist damit eigentlich richtig. Allerdings lohnt es sich wie so oft auch darauf zu schauen, von wem diese Information gestreut wurde. So erschien der Artikel erstmalig auf Noktara.de, einer mit dem Postillon vergleichbaren Satire-Seite, die gemäß dem eigenem Slogan mit einem Augenzwinkern „Nachrichten aus dem Morgenland, schon heute!“ präsentiert. Noktara.de - Nachrichten aus dem Morgenland, schon heute! Im offiziellen FAQ von Noktara sagen die Macher der Satireseite weiterhin zum Wahrheitsgehalt :

„Im Gegensatz zur restlichen Lügenpresse, geben wir wenigstens zu, dass unsere Meldungen frei erfunden sind und aus Tausendundeiner Nacht stammen. Oftmals haben unsere Nachrichten jedoch einen realen oder tagesaktuellen Bezug.“

Der reale Bezug besteht in diesem Fall aus der antiseptischen Wirkung des Duftwassers und der vergleichsweise geringen Anzahl an gemeldeten Coronaverdachtsfällen in der Türkei, was von den Satirikern überspitzt miteinander verwoben wurden. Noktara veröffentlichte übrigens auch eine ganze Reihe von satirischen Beiträgen zum Coronavirus. Beispielsweise dass ein Hamsterkäufer von seinen Einkäufen erschlagen wurde, ein Mann beim Lesen von hysterischen Corona-Schlagzeilen einen Herzinfarkt erlitt oder dass man das Aufrufen von chinesischen Webseiten wegen dem Coronavirus vermeiden sollte. Wer Spaß an solchen Satire-Nachrichten hat, kann Noktara auch gerne auf Facebook liken und dort als Kommentar einen grüß von Mimikama hinterlassen.

Fazit:

Der Artikel ist als Satire zu verstehen, aber nicht besonders weit hergeholt, da gründliches Händewaschen und Desinfektionsmittel tatsächlich der Vorbeugung von Krankheiten dienen.


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