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„Was war da gerade?“ – Twittern und TV mindert den Spaß

Ralf Nowotny, 4. Juli 2019
Artikelbild: Julio Ricco / Shutterstock

Wer während des Betrachtens von Filmen oder Serien am TV-Bildschirm ständig auch einen Blick auf sein Handy wirft, um etwa die neuesten Meldungen auf seinen Social-Media-Kanälen nicht zu verpassen, mindert dadurch sein insgesamt empfundenes Entertainment-Erlebnis.

Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der University of Conneticut (UCONN), nachdem sie unter den eigenen Studenten ein großangelegtes Experiment durchgeführt haben. Dieses zeigte, dass es Nutzern, die oft zwischen zwei Bildschirmen wechseln, deutlich schwerer fällt, sich in eine Geschichte hineinzuversetzen.

„Fallstrick für Entertainment-Qualität“

„Trotz seiner Popularität und weiten Verbreitung, ist das Live-Twittern, während man vor dem Fernseher sitzt, ein potenzieller Fallstrick, was die Qualität des Entertainment-Erlebnisses des Publikums betrifft.“

erklärt Saraswathi Bellur, Assistenzprofessorin am Department of Communication der UCONN. Jüngste Forschungsergebnisse würden zeigen, dass heute bereits mehr als die Hälfte der TV-Konsumenten zwischen 18 und 24 Jahren gleichzeitig zum Fernseher noch ein zweites, internetfähiges Gerät verwendet, um beispielsweise auf sozialen Netzwerken das Gesehene zu diskutieren oder die neuesten Meldungen zu verfolgen.

„Das Hin und Her zwischen dem Unterhaltungsprogramm am Fernsehbildschirm und den verschiedenen Social-Media-Angeboten reduziert die Fähigkeit einer Person, der Realität zu entfliehen und eine gezeigte Sendung genießen zu können.“

fasst Bellur ihre Ergebnisse zusammen. Dieser Zusammenhang sei umso interessanter, da auch mittlerweile immer mehr Fernsehsender damit angefangen hätten, ihre Zuseher aktiv zu ermutigen, während des Betrachtens bestimmter Sendungen auch dazugehörige Social-Media-Seiten zu besuchen. „Um zu verstehen, was das bedeutet, ist noch weitere Forschung nötig„, so die Wissenschaftlerin.

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Experiment mit 230 Studenten

Für ihre Studie hat Bellur gemeinsam mit ihren Kollegen Xiyowen Xu und Brenda Rourke insgesamt 230 Studenten angeheuert und in zwei unterschiedliche Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe sah sich die TV-Serie „Friends“ an und durfte sich währenddessen auch mit Twitter beschäftigen, der anderen Gruppe war ausschließlich das Betrachten der Fernsehshow erlaubt. In der Twitter-Gruppe gab es außerdem die Vorgabe, mindestens fünf Tweets im Laufe der halbstündigen Sendung online zu stellen.

Nach dem Experiment mussten dann alle Teilnehmer einen ausführlichen Fragebogen zu ihren Erfahrungen ausfüllen. Die Auswertung der Antworten der Probanden zeigten dabei ein eindeutiges Bild: Im Vergleich zu denen, die mediales Multitasking betrieben, waren Personen, die nur den TV-Bildschirm zur Verfügung hatten, wesentlich schneller und tiefer in die Handlung der Serie eingetaucht und dementsprechend auch emotional involvierter, was zu einer allgemein intensiveren Entertainment-Erfahrung führte.

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