Teure Angelegenheit für alle, die nur mal kurz nach London wollen
Seit April 2025 ist sie Pflicht: die UK-ETA, die elektronische Einreisegenehmigung für viele EU-Bürger:innen. Eigentlich kostet sie nur 16 Pfund – also knapp 19 Euro. Doch wer sich online informieren will, landet schnell bei Anbietern wie iVisa.com. Die Seite wirkt aufgeräumt, professionell und seriös – doch wer hier seinen Antrag stellt, zahlt bis zu 145 Euro. Ein Standardantrag kostet bereits 91,85 Euro, obwohl die offizielle Gebühr bei nicht einmal einem Fünftel liegt.
Der Clou: Die Anbieter kassieren für die bloße Weiterleitung deiner Daten. Der Antrag wird auf der Regierungsseite eingereicht, aber du zahlst kräftig drauf. Viele Reisende merken erst nach der Zahlung, dass sie in eine Preisfalle getappt sind. Andere merken es gar nicht und glauben, das sei eben der „normale“ Weg. So wird aus einem simplen Antrag ein Geschäftsmodell auf Kosten der Ahnungslosen.
iVisa & Co.: Gut getarnt, teuer erkauft
Anbieter wie iVisa schalten Google-Werbung, nutzen vertrauenerweckendes Design und geben sich als „Service-Plattformen“ aus. Doch der Service besteht letztlich nur darin, den Antrag für dich auszufüllen – zu einem Vielfachen des offiziellen Preises.
Ein Test zeigte: Zuerst erhält man einen Preis von 19,34 EUR für die ETA, die als „Government fees“ angeführt werden. Das entspricht zwar nicht dem normalen Preis von 16 GBP (umgerechnet etwas über 18 EUR), ist aber auch nicht extrem überteuert. Doch dann muss man eine „processing time“ auswählen, um diesen Punkt kommt man nicht herum. Und hier wird kräftig aufgeschlagen.
72,51 Euro werden für eine Standardbearbeitung verlangt, 108,77 Euro für „Rush“, 145,03 Euro für „Super Rush“. Dabei ist die offizielle Bearbeitungszeit oft gar nicht länger. Eine echte Abkürzung? Fehlanzeige. Und selbst wenn du mit wenigen Klicks durch den Prozess geführt wirst – am Ende zahlst du nicht für eine Leistung, sondern für deine eigene Unsicherheit.
Verbraucherschützer sprechen von „Abzocke mit System“. Der Antrag ist auf der Regierungsseite kostenlos verfügbar – das Formular ist nicht kompliziert, die Informationen klar. iVisa bietet keine Extraleistungen, keine Beratung, keine rechtliche Sicherheit. Du zahlst also nur dafür, dass du dich nicht selbst darum gekümmert hast. Und genau darauf bauen diese Seiten.
Zwischen Komfort und Kosten: Die gemischten Erfahrungen
Die Erfahrungen mit iVisa.com sind zwiegespalten. Einige Nutzer:innen berichten von einem schnellen, einfachen Ablauf – besonders für Menschen, die mit Onlineformularen unsicher sind. Die Seite gibt klare Anweisungen, führt Schritt für Schritt durch den Prozess und sendet regelmäßig Status-Updates per E-Mail, bis das angeforderte Visum eingetroffen ist. Das wirkt vertrauenswürdig und ist es technisch gesehen auch.
Aber: Dieser vermeintliche Komfort kommt zu einem hohen Preis. Viele bemängeln die überzogenen Kosten und sehen keinerlei Mehrwert gegenüber dem offiziellen Verfahren. Die Verbraucherzentralen warnen: iVisa bietet keinen Zusatznutzen, der die Preisexplosion rechtfertigt. Und: Die Widerrufsrechte sind eingeschränkt. Wer einmal bezahlt hat, kommt oft nicht mehr raus. Für Erstnutzer:innen mag der Ablauf bequem sein. Doch die Frage bleibt: Ist dir dieser kleine Komfort über 70 Euro wert? Oder investierst du lieber zehn Minuten in die sichere, offizielle Lösung?
Wenn Service zur Kostenfalle wird: Verbraucherschützer warnen
Die Verbraucherzentrale Niedersachsen bringt es auf den Punkt: iVisa fordert rund das Fünffache des offiziellen Preises – ohne erkennbaren Mehrwert. Dabei handelt es sich nicht um Betrug im klassischen Sinn, sondern um eine gezielte Ausnutzung der Unwissenheit. iVisa selbst macht keinen Hehl daraus, dass sie Gebühren für die Bearbeitung verlangen. Doch vielen ist beim Klick auf „Weiter“ nicht klar, dass sie mehr als 90 Euro für einen Antrag, der auf der britischen Regierungsseite in wenigen Minuten kostenlos gestellt werden kann, zahlen.
Die Warnung ist eindeutig: Kein Widerruf möglich, keine Garantie auf korrekte Übermittlung, und obendrein ein hohes Risiko bei der Datenweitergabe. Gerade weil bei der Beantragung sensible Informationen wie Passfoto, Kreditkartendaten und persönliche Angaben übermittelt werden, ist Vorsicht geboten. Und auch wenn iVisa kein Phishing-Portal ist: Die Preisgestaltung ist undurchsichtig, der Nutzen zweifelhaft, das Risiko real.
Der bessere Weg: sicher, direkt, ohne Aufpreis
Wer wirklich sicher und günstig reisen will, braucht keine Drittplattform. Alles, was du brauchst, findest du auf der offiziellen Seite der britischen Regierung:
👉 www.gov.uk/eta
Dort kostet die ETA 16 Pfund, und keinen Cent mehr.
Kein Expresszuschlag, keine Vermittlungsgebühr, keine versteckten Kosten.
Klar: Wer auf Bequemlichkeit setzt und die höheren Gebühren bewusst akzeptiert, kann iVisa nutzen. Doch für alle, die nicht bereit sind, den fünffachen Preis für ein paar Klicks zu zahlen, gibt es nur eine richtige Entscheidung: Geh direkt auf die Regierungsseite.
Denn eines ist sicher: Wer sich nicht informiert, zahlt am Ende doppelt – mit Geld und oft auch mit Daten.
Passend dazu: Vorsicht vor ETA-Fakes: Wie dubiose Webseiten Reisende in die Falle locken
Quellen:
Betrügerische oder überteuerte Webseite zur Einreise (ETA) nach Großbritannien | polizei-praevention.de
iVisa.com: UK-Reisegenehmigung zum fünffachen Preis | Verbraucherzentrale Niedersachsen
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