Weil sie am Steuer soziale Medien nutzen, gefährden Autofahrer in den USA oft Ersthelfer bei Unfällen.

Das ergibt eine gemeinsame Umfrage des National Safety Council und des Emergency Responder Safety Institute. Insgesamt wurden 2.001 Probanden befragt, die einen Führerschein haben und mindestens 15 Minuten pro Woche ein Auto fahren.

Gefahren unterschätzt

Bei der Umfrage gaben fast drei Viertel (71 Prozent) der Befragten zu, ein Foto zu machen, wenn sie ein Unfallfahrzeug sehen. 60 Prozent posten die Fotos in sozialen Medien und 66 Prozent schicken eine E-Mail zur Unfallsituation. Sie tun das während sie am Steuer sitzen. In normalen Fahrsituationen machen 24 Prozent Fotos, 29 Prozent nutzen soziale Medien und 24 Prozent verschicken E-Mails.

Natürlich ist jede Form der Ablenkung schlecht. Immer, wenn die Konzentration auf das Fahren nachlässt, können Unfälle passieren„, sagt Roland Frisch, PKW-Chefinstruktor beim ÖAMTC, im Gespräch mit pressetext. Es sei schlimm genug, dass von Unfallstellen Fotos gemacht werden, aber das könne auch zu Folgeunfällen führen.

Obwohl sie zu riskantem Fahrverhalten gegenüber Rettungswägen neigen, halten sich 62 Prozent der Befragten für überdurchschnittlich gute Fahrer. 80 Prozent der Probanden geben an, sie würden langsamer werden, wenn sie ein Notfallfahrzeug sehen, um die Situation zu erkennen. Das hält laut der Studie aber den Verkehr auf. Frisch:

„Viele Fahrer unterschätzen, welche Wegstrecke sie während einer Ablenkung zurücklegen. Beim Schreiben einer Nachricht oder dem Einstellen des Fokus der Kamera vergehen mehrere Sekunden, bei Höchstgeschwindigkeit entsteht hier ein gewaltiger Blindflug. Wenn andere auch abgelenkt werden, passiert leicht ein Auffahrunfall.“

Ersthelfer gefährdet

Der Studie zufolge sterben in den USA jährlich tausende Fahrer aufgrund von Ablenkung am Steuer. Seit Beginn dieses Jahres haben allein in den USA 16 Ersthelfer wegen Folgeunfällen ihr Leben verloren. 16 Prozent der Befragten gaben zu, sie hätten schon einmal das Auto eines Ersthelfers erfasst oder beinahe erfasst. Trotzdem glauben 89 Prozent, dass abgelenkte Autofahrer die Hauptgefahr für Ersthelfer sind. Etwa die Hälfte der Probanden meint, von einem Auto erfasst zu werden, sei ein natürliches Risiko für Ersthelfer.

Laut Nick Smith, CEO des National Safety Council, verdienen Ersthelfer ein besonders hohes Maß an Schutz, weil sie in schwierige und emotional belastende Situationen geraten. „Halten Sie Ihre Kommunikation abseits der Straße. Trennen Sie die Verbindung und fahren Sie einfach“, mahnt Smith. „Für Ersthelfer muss Eigenschutz vor Fremdschutz gehen, sie müssen zuerst auf ihre Umgebung achten und dürfen nicht darauf vertrauen, dass andere die Situation richtig einschätzen“, ergänzt Frisch.

Quelle: Pressetext


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