Die Behauptung

Ein schockierendes Video macht die Runde und sorgt für Empörung: Angeblich zeigt es, wie eine Lehrkraft in einer Wiener Schule von „Migranten“ schikaniert wird. Dieses Video soll angeblich demonstrieren, wie wenig Respekt diese Jugendlichen vor dem österreichischen Bildungssystem haben.

Unser Fazit

Das ist kompletter Unsinn! Das Video hat rein gar nichts mit Wien zu tun. Tatsächlich stammt die Aufnahme aus Brasilien und zeigt einen Vorfall, der sich im Jahr 2019 in einer brasilianischen Schule ereignet hat.

Wir schreiben das Jahr 2024 und wir haben von der Wiener Bildungsdirektion und anderen besorgten Nutzern ein Video zugespielt bekommen, das angeblich eine Schule in Wien zeigt. Doch Vorsicht: Das angeblich „aktuelle“ Video aus einer Wiener Schule zeigt in Wahrheit einen Vorfall aus Brasilien von 2019!

Die Wahrheit über das Video in einer Schule in Wien

Das skandalöse Video zeigt randalierende Schüler, die ein Klassenzimmer verwüsten und Lehrkräfte attackieren. Seit 2019 kursiert das Video im Netz und wird fälschlicherweise mit Migranten und europäischen Schulen, insbesondere in Wien, in Verbindung gebracht. Eine glatte Lüge! Tatsächlich stammt das Video aus einer Schule in Brasilien. Wir haben bereits 2019 darüber hier berichtet.

Dieses Video zeigt einen Vorfall, der sich im Jahr 2019 in einer brasilianischen Schule ereignet hat.

Faktencheck: Der Ursprung des Videos

Im Mai 2019 eskalierte die Situation in der Maria de Lourdes Teixeira Schule in Carapicuiba, São Paulo. Aufgrund von Lehrermangel und fehlender Kontrolle verloren die Schüler die Beherrschung. Die Konsequenzen: Suspendierungen und polizeiliche Maßnahmen gegen die Täter. Doch statt portugiesischen Dialogen und brasilianischem Schulalltag glaubt man, Migranten in Wien randalieren zu sehen. Absurd und irreführend!

Social Media: Eine Plattform für Hetze

Die Hasskommentare lassen nicht lange auf sich warten: „Die armen Menschen, die vor dem Krieg geflüchtet sind… Also mir tut diese Lehrerin leid…“ Solche Parolen verbreiten sich wie ein Lauffeuer, schüren Vorurteile und verfestigen falsche Narrative.

Berichterstattung aus Brasilien

Mehrere Nachrichtenagenturen in Brasilien haben damals über den Vorfall berichtet. So wie beispielsweise hier: School Kids Throw Books And Chairs At Fleeing Teacher“. Auf der brasilianischen Nachrichten-Website G1 finden sich ebenso entsprechende Artikel zu dem Thema. Dort erfährt man, dass auch einige der Schüler inhaftiert wurden (vergleiche dazu hier und hier).

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Falsche Tatsachen und ihre gefährlichen Folgen

Videos wie dieses werden oft genutzt, um Angst und Hass gegen Migranten zu schüren. Der Vorfall in Brasilien hat nichts mit Wien oder Migranten in Europa zu tun. Es ist eine reine Erfindung, um Ressentiments zu verstärken und gesellschaftliche Spannungen zu befeuern.

Warum verbreiten sich solche Lügen so schnell?

  1. Emotionaler Inhalt: Gewaltvideos schockieren und ziehen Aufmerksamkeit auf sich.
  2. Einfache Manipulation: Mit wenigen Klicks wird der Kontext verändert.
  3. Vorurteile bestätigen: Solche Inhalte bedienen bestehende Vorurteile und verstärken sie.
  4. Algorithmen verstärken: Soziale Medien belohnen emotionale und polarisierende Inhalte.

FAQs zu den gefälschten Behauptungen

1. Stammen die Schüler im Video aus Wien? Nein, das Video zeigt Schüler aus Brasilien. Der Vorfall ereignete sich in einer Schule in São Paulo.

2. Haben die Schüler im Video einen Migrationshintergrund? Das lässt sich nicht feststellen. Diese Annahme ist unbegründet und dient nur der Hetze.

3. Warum wird das Video immer wieder geteilt? Es wird missbraucht, um Vorurteile zu bestätigen und Stimmung gegen Migranten zu machen.

4. Wie erkennt man gefälschte Videos? Achten Sie auf den Kontext: Sprache, Umgebung und Hintergründe im Video. Nutzen Sie Faktencheck-Websites.

5. Was soll ich tun, wenn ich solche Videos sehe? Melden Sie das Video der Plattform und informieren Sie andere über die wahre Herkunft.

Fazit: Gemeinsam gegen Falschinformationen

Wir müssen wachsam sein und uns aktiv gegen Falschinformationen wehren. Nur so können wir verhindern, dass Hetze und Hass unsere Gesellschaft spalten. Informieren Sie sich, teilen Sie die Wahrheit und unterstützen Sie Initiativen wie Mimikama.

Bleiben Sie informiert und melden Sie sich für den Mimikama-Newsletter an unter mimikama.org. Nutzen Sie auch unsere Online-Vorträge und Workshops unter mimikama.education.

Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)