Video über angeblich zerstörte AfD‑Briefwahlstimmen in Berlin ist eine Fälschung

Ein auf X verbreitetes Video, das das Zerschneiden angeblicher AfD‑Briefwahlstimmen in Berlin zeigen soll, ist eine Fälschung: Formate und Unterlagen weichen von Berliner Originalen ab.

KURZMELDUNG · DEUTSCHLAND

Das Clip zeigt einen Mann, der mutmaßlich AfD‑Stimmzettel zerschneidet und einen CDU‑Zettel behält. Prüfungen durch Correctiv und die Berliner Wahlbehörde zeigen: Die Unterlagen stimmen nicht mit den offiziellen Briefwahl‑Vorgaben überein – es fehlt etwa der unterschriebene Wahlschein.

Was gesichert ist: Mehrere Prüfmerkmale sprechen gegen Echtheit: Der verpflichtende unterschriebene Wahlschein fehlt, es werden nicht die für Berlin nötigen zwei Stimmzettel gezeigt, und Form, Schriftgestaltung sowie Urnenkennzeichnung stimmen nicht mit offiziellen Vorlagen überein.

Verbreitung und Einordnung: Laut Correctiv hatte das Video bis zum 18. September mehr als 300.000 Aufrufe auf X. Die Landeswahlleitung bezeichnete den Clip als Versuch, die Briefwahl zu delegitimieren. Eine mögliche Verbindung zu einer bekannten russischen Kampagne wurde von einer Forscherin als sehr wahrscheinlich bezeichnet – das ist eine fachliche Einschätzung, kein gerichtlich bestätigter Nachweis.

Was du tun solltest: Teile das Video nicht weiter als Beweis. Sichere URL, Account, Zeitpunkt und Screenshots, wenn du einen Hinweis weitergeben willst, und vergleiche die Unterlagen mit offiziellen Merkblättern. Melde echte Hinweise auf Unregelmäßigkeiten an die Wahlleitung oder Polizei – aber nicht allein basierend auf einem Social‑Media‑Clip.

Quellen

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