Ungewöhnliche Naturphänomene werden gerne als Vorzeichen der Apokalypse gesehen. Doch dieses Geschehen ist gar nicht so ungewöhnlich.
Auch findet man in der Offenbarung des Johannes, die die Apokalypse beschreibt, eigentlich nichts über Vogelschwärme. Das macht aber nichts, denn alles, was einem unheimlich erscheint, könnte ein Zeichen sein, wie in einem Beitrag auf Facebook vermutet wird, zu dem wir Anfragen bekamen:
„Am 5. März verdunkelte eine Wolke von Vögeln den Himmel über Rom. Kein gutes Zeichen, die Tiere scheinen ihren magnetischen Kompass verloren zu haben.
– Es wird auch spekuliert, daß die Tiere verrückt spielen, weil sie eine kommende Katastrophe spüren. Mancher sieht hier ein Vorzeichen der Apokalypse.“
Tatsächlich kann man vor Erdbeben oftmals ungewöhnliches Tierverhalten beobachten, jedoch ist dies hier auch der Fall? Woher stammt die Behauptung, wo wurde das Foto genau gemacht?
Die Quelle der Behauptung
Am 6. März 2019 postete ein Nutzer dieses Foto und behauptete, es sei am 5. März in Rom aufgenommen worden.
Richtiger Ort, falsche Zeit…
Das Foto wurde tatsächlich in Rom geschossen, allerdings nicht dieses Jahr, sondern im Februar 2018, also vor etwas über einem Jahr. Nachdem das Foto auf „Reddit“ gepostet wurde, berichteten auch andere Seiten über das faszinierende Schauspiel.
…und nicht ungewöhnlich
So mancher fühlt sich beim Anblick des Himmels auf dem Bild an den ersten Satz des Cyberpunk-Romans „Neuromancer“ von William Gibson erinnert: „Der Himmel über dem Hafen hatte die Farbe eines Fernsehers, der auf einen toten Kanal geschaltet war“ und interpretiert dies dann weiter, dass dies ein Zeichen für die dystopische Zukunft der Menschheit ist oder gar der Apokalypse.
Einzigartig ist das Ereignis in Rom allerdings nicht, denn der Stadtstaat hat bereits seit Jahren ein Problem mit Vogelschwärmen, genau genommen mit Staren. Bis zu 4 Millionen Stare versammeln sich immer wieder in Rom, wobei ein „apokalyptischer Himmel“ das geringste Problem der Bürger ist: Viele Stare fabrizieren nämlich auch viel… „Dung“.
Zusätzlich kommt noch hinzu, dass sich die Stare an den Olivenhainen außerhalb Roms satt essen, so dass deren Exkremente auch noch recht ölig sind.
Im Kampf gegen die Starenschwärme wurden bereits Falken eingesetzt, auch die Schreie der Raubvögel wurden über Lautsprecher gespielt, so wirklich lassen sich die Vögel allerdings nicht davon beeindrucken.
Fazit
Das Foto entstand nicht am 5. März 2019, sondern im Februar 2018 in Rom. Es zeigt auch kein außergewöhnliches Ereignis, sondern ein alltägliches Problem in Rom: Starenschwärme.
Unser Kollege aus der Musikredaktion meint dazu:
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