Phishing

EUROPOL-Betrugsbrief mit Haftbefehlsdrohung

Warnung vor betrügerischen Nachrichten im Namen von EUROPOL

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↳ Themenbereich: Social Media Phishing – Hintergründe, typische Muster und weitere Analysen.
Screenshot: EUROPOL-Betrugsbrief mit Haftbefehlsdrohung
Screenshot — Quelle: Mimikama | 08.04.2026

Wortlaut der Nachricht

GESICHERTER KANAL – E.U.R.O.P.O.L Koordinierungsdienst zwischen Ländern Im Rahmen einer internationalen Ermittlung teilen wir Ihnen mit, dass Ihre Akte gemäß dem Protokoll 112-EU unter prioritäre Überwachung gestellt wurde. Diese Überwachung wird durch E.U.R.O.P.O.L in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei in Berlin und dem Bundesministerium für Inneres in Österreich durchgeführt. Die Ermittlungsergebnisse zeigen, dass Ihre Internetverbindung genutzt wurde, um kinderpornografische Inhalte, die Minderjährige betreffen, anzusehen und zu speichern. Die Analysen belegen zudem das Vorhandensein verbotener Bilder und illegaler visueller Dokumente in Ihren Daten. In Deutschland können solche Taten gemäß 184b Strafgesetzbuch mit bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden. In Österreich sehen die 207a und 207b Strafgesetzbuch Strafen von 1 bis 15 Jahren Freiheitsstrafe vor. Die Untersuchung umfasste Ihre Netzwerkdaten, Ihre gesicherten Übertragungen und Ihre Verbindungsinformationen. Die Referenz EC-79-B wurde in die europäische Analysedatenbank eingetragen. Sie müssen unverzüglich schriftlich antworten. Falls keine Antwort eingeht, wird gemäß der Richtlinie EUROPOL/INT-94/7 ein internationaler Haftbefehl ausgestellt. Antworten Sie ausschließlich an folgende Adresse: [email protected] — EUROPOL Technische Direktion für die Zusammenarbeit zwischen Staaten E.U.R.O.P.O.L Postbus 90850, 2509LW Den Haag – Niederlande Bundespolizei – Rochstr. 6, 10178 Berlin Bundesministerium für Inneres – Herrengasse 7, 1010 Wien – Österreich

Fake! Die Nachricht gibt sich als offizielle EUROPOL-Mitteilung aus und droht mit Ermittlungen, Freiheitsstrafe und internationalem Haftbefehl. Ziel ist, Druck aufzubauen und die betroffene Person zu einer Antwort an eine private Gmail-Adresse zu bewegen. Darauf sollte man keinesfalls eingehen.

Warum es Fake ist

  • EUROPOL wird mit einer privaten Gmail-Adresse verknüpft: [email protected]
  • Der Text droht mit einem „internationalen Haftbefehl“, wenn keine Antwort erfolgt
  • Es wird behauptet, eine Akte sei nach „Protokoll 112-EU“ überwacht worden
  • Die Nachricht nennt schwere Straftaten, ohne konkrete Fallnummer, Behörde oder Aktenzeichen zu belegen
  • Mehrere Behörden werden genannt, aber die Formulierungen wirken untypisch und uneinheitlich
  • Der Absender fordert eine „unverzügliche schriftliche“ Antwort statt eines offiziellen Verfahrens
  • Das Logo und der Schreibstil wirken wie ein gescanntes, manipuliertes Schreiben

Handlungstipps

  • Antworten Sie nicht auf die angegebene Gmail-Adresse und senden Sie keine Daten an "EUROPOL"
  • Prüfen Sie solche Schreiben direkt über die offizielle Website von Europol oder die echte Polizei
  • Öffnen Sie keine Anhänge und klicken Sie auf keine Links in der Nachricht
  • Melden Sie den Vorfall bei der Polizei und bei Mimikama.org zur Prüfung
  • Löschen Sie die Nachricht nach der Sicherung von Screenshots oder Beweisen

Hinweis der Redaktion

Hinweis: Es kursieren auch aktuelle Schreiben mit ähnlichem Wortlaut, angeblich von „DIETER ROMANN“ – wir haben hierüber schon 2023 berichtet: Warnung vor Mails, die angeblich von Polizeibehörden stammen

 

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