WhatsApp Betrug

WhatsApp-Fake-Abstimmung für „Eliška“: Vorsicht vor Kontoübernahme

Warnung vor betrügerischen Nachrichten im Namen von WhatsApp-Kontakt

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Screenshot: WhatsApp-Fake-Abstimmung für „Eliška“: Vorsicht vor Kontoübernahme
Tippe auf ein Warnzeichen, um zu sehen, woran du die Fälschung erkennst.
Screenshot — Quelle: Mimikama | 12.09.2026

Was nach dem Klick passiert

Diese Screenshots zeigen die nächsten Schritte des Betrugs — etwa die gefälschte Anmeldeseite oder das Formular zur Datenabfrage. Wer hier Daten eingibt, gibt sie direkt an die Täter.

Auf der verlinkten Seite wird eine angebliche „Abstimmung der jungen Talente der Ballettakademie“ der Ersten Internationalen Ballettschule Prag präsentiert.
Die angebliche Abstimmung zeigt zwei Finalistinnen. Darunter befindet sich „Eliska Dvorakova“ – passend zu dem Namen, der bereits in der WhatsApp-Nachricht genannt wird. Der knappe Stimmenabstand soll zur schnellen Stimmabgabe verleiten.
Nach der angeblichen Stimmabgabe soll die Stimme über WhatsApp „verifiziert“ werden. Dafür wird die Eingabe einer Telefonnummer verlangt.
Alternativ wird ein QR-Code zur angeblichen Bestätigung angeboten. Dieser Schritt gehört nicht zu einer normalen Abstimmung, sondern führt in einen WhatsApp-Verknüpfungsprozess, der Fremden Zugriff aufs eigene WhatsApp-Konto ermöglichen kann.

Wortlaut der Nachricht

Hallo, könntest du für Eliška stimmen? Sie ist die Tochter meiner Freunde, der erste Preis ist ein kostenloser Tanzkurs, und das ist sehr wichtig für sie! https://forgetnemi.shop/ oder auch https://forzahoirs.homes/ oder auch https://school-battles.com/

Fake! Die Nachricht lockt mit einer angeblichen Abstimmung für „Eliška“ auf eine externe Webseite. Dort wird ein Wettbewerb vorgetäuscht. Das eigentliche Ziel ist jedoch nicht die Stimmabgabe: Über eine angebliche WhatsApp-Verifizierung sollen Nutzer dazu gebracht werden, einen QR- oder Kopplungscode zu verwenden und dadurch ein fremdes Gerät mit ihrem WhatsApp-Konto zu verknüpfen.

Warum es Fake ist

  • 1Es wird um eine angeblich harmlose Stimme für „Eliška“ gebeten und dafür die Hilfsbereitschaft gegenüber einem Kind genutzt.
  • 2Mit dem Hinweis, ein kostenloser Tanzkurs sei „sehr wichtig für sie“, wird zusätzlicher emotionaler Druck aufgebaut.
  • 3Wechselnde Links in nahezu gleichlautenden Nachrichten, hier: "forgetnemi.shop".
  • 4Gleichlautender Voting-Aufruf mit anderer Ziel-URL: "forzahoirs.homes".
  • 5Weiterer Aufruf, um für Eliška zu stimmen, diesmal unter "school-battles.com".
  • 6Weiters wurde uns die URL "tanzkampf.de" im selben Zusammenhang gemeldet.
  • 7Keine erkennbare Organisation hinter der Abstimmung direkt im Nachrichtentext.
  • 8Die verlinkte Webseite inszeniert einen angeblichen Wettbewerb und eine Ballettschule, um der Abstimmung einen seriösen Rahmen zu geben.
  • 9Ein auffällig knapper Stimmenstand zwischen den beiden angeblichen Finalistinnen soll zur schnellen Teilnahme motivieren.
  • 10Spätestens bei der „Stimmenverifizierung“ wird der Betrug deutlich: Für eine normale Online-Abstimmung muss kein WhatsApp-Konto verknüpft werden.
  • 11Die Seite verlangt eine Telefonnummer beziehungsweise bietet einen QR-Code zur WhatsApp-Bestätigung an.
  • 12Der QR- oder Kopplungscode bestätigt keine Stimme. Er kann dazu dienen, ein weiteres Gerät mit dem WhatsApp-Konto des Opfers zu verbinden.
  • 13Wichtig: Die Nachricht kann von einem bereits übernommenen Konto stammen. Ein bekannter Name oder ein bestehender Chatverlauf sind deshalb kein Beleg dafür, dass die Nachricht tatsächlich vom jeweiligen Kontakt geschrieben wurde.

Handlungstipps

  • Den Link nicht öffnen und die Nachricht nicht weiterleiten.
  • Auf der Abstimmungsseite keine Telefonnummer eingeben.
  • Keinen QR-Code, Kopplungscode, Bestätigungscode oder Einmalcode für eine angebliche Abstimmung scannen bzw. eingeben.
  • Wer nur auf den Link geklickt hat, aber nichts eingegeben oder bestätigt hat, sollte die Seite schließen und nicht weiter damit interagieren.
  • Den angeblichen Absender über einen anderen Kommunikationsweg kontaktieren – am besten telefonisch oder persönlich.
  • Nicht ausschließlich im selben WhatsApp-Chat nachfragen: Stammt die Nachricht von einem übernommenen Konto, können dort bereits die Täter antworten.
  • Falls bereits ein QR- oder Kopplungscode verwendet wurde, in WhatsApp sofort „Verknüpfte Geräte“ öffnen und alle unbekannten Sitzungen abmelden.
  • Falls bereits Nachrichten über das eigene Konto verschickt wurden, Freunde und Familie warnen.
  • Die Verifizierung in zwei Schritten aktivieren oder aktiviert lassen. Sie ist eine wichtige zusätzliche Schutzfunktion, verhindert diese Form der Geräteverknüpfung jedoch nicht.
  • Wurden über das kompromittierte Konto bereits Geldforderungen verschickt oder Zahlungen veranlasst, Betroffene informieren, gegebenenfalls die Bank kontaktieren und Anzeige bei der Polizei erstatten.

Hinweis der Redaktion

Die Masche beginnt mit einer scheinbar harmlosen Bitte um eine Stimme für „Eliška“. Der Link führt auf eine professionell gestaltete Fake-Voting-Seite, die einen echten Wettbewerb vortäuschen soll. Im weiteren Verlauf sollen Nutzer ihre angebliche Stimme über WhatsApp bestätigen. Dafür wird eine Telefonnummer verlangt oder ein QR-Code angeboten. Dieser Schritt dient jedoch nicht der Abstimmung: Stattdessen werden Nutzer in einen WhatsApp-Verknüpfungsprozess geführt. Dabei kann ein fremdes Gerät mit dem eigenen WhatsApp-Konto verbunden werden.

Genau darin liegt die eigentliche Gefahr. Die Täter nutzen keine erfundene Funktion, sondern missbrauchen WhatsApps legitime Funktion „Verknüpfte Geräte“. Wer einen entsprechenden QR- oder Kopplungscode verwendet, kann unbemerkt eine fremde Sitzung mit dem eigenen Konto verbinden. Anschließend können Täter Nachrichten mitlesen und im Namen der betroffenen Person schreiben.

Besonders tückisch ist, dass solche Nachrichten häufig von bereits übernommenen WhatsApp-Konten stammen. Dadurch erscheint die Bitte im Chat einer tatsächlich bekannten Person. Ein vertrauter Name oder ein bestehender Chatverlauf sind deshalb kein Beleg dafür, dass die Nachricht wirklich vom Kontakt selbst stammt.

Die Masche ist nicht neu. Namen, Geschichten und Internetadressen wechseln laufend, das Grundmuster bleibt jedoch gleich: persönliche Bitte, angebliche Abstimmung, WhatsApp-Verifizierung und anschließend die Geräteverknüpfung. Vergleichbare Varianten wurden bereits mit unterschiedlichen Namen und Domains dokumentiert.

Wichtig: Auch die aktivierte Verifizierung in zwei Schritten verhindert diese konkrete Variante nicht. Sie schützt davor, dass die eigene Rufnummer auf einem anderen Handy neu registriert wird. Bei einer selbst bestätigten Geräteverknüpfung wird diese zusätzliche PIN jedoch nicht abgefragt.

Ausführliche Hintergründe zu dieser Masche:

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