Fake! Die Nachricht lockt mit einer angeblichen Abstimmung für „Sophia“ auf eine externe Webseite. Dort wird ein Wettbewerb mit zwei Tänzerinnen vorgetäuscht. Nach der vermeintlichen Stimmabgabe sollen Nutzer ihre Telefonnummer angeben und anschließend einen angezeigten Code über WhatsApps Funktion „Verknüpfte Geräte“ verwenden. Damit wird keine Stimme bestätigt. Wer den Anweisungen folgt, kann stattdessen ein fremdes Gerät mit dem eigenen WhatsApp-Konto verknüpfen. Die Täter können anschließend im Namen des Opfers Nachrichten an dessen Kontakte verschicken.
WhatsApp-Fake-Abstimmung für „Sophia“: Vorsicht vor Geräteverknüpfung
Warnung vor betrügerischen Nachrichten im Namen von WhatsApp-Kontakt
Screenshot — Quelle: Mimikama | 16.09.2026
Was nach dem Klick passiert
Diese Screenshots zeigen die nächsten Schritte des Betrugs — etwa die gefälschte Anmeldeseite oder das Formular zur Datenabfrage. Wer hier Daten eingibt, gibt sie direkt an die Täter.
Wortlaut der Nachricht
Hallo, könntest du bitte für Sophia abstimmen? Sie ist die Tochter von engen Freunden von mir, und dieser Sieg ist für ihre Familie sehr wichtig! Es geht um ein Stipendium für ihre Ausbildung. Vielen, vielen Dank im Voraus für deine Unterstützung! 🙏 https://superdancer.eu.cc/home/votedb
Warum es Fake ist
- 1Die Nachricht nutzt eine persönliche und emotionale Geschichte: „Sophia“ sei die Tochter enger Freunde und benötige Unterstützung für ein Stipendium.
- 2Das angebliche Kind gehört bewusst nur zum erweiterten Bekanntenkreis. Empfänger können deshalb kaum überprüfen, ob „Sophia“ tatsächlich existiert.
- 3Niemand möchte einem Kind Hilfe ausschlagen, man ist also stark verleitet, auf den Link in der Nachricht zu klicken.
- 4Die Fake-Seite zeigt zwei angebliche Finalistinnen mit nur geringem Stimmenabstand. „Sophia“ liegt knapp zurück – das schafft einen zusätzlichen Anreiz zur sofortigen Stimmabgabe.
- 5Nach dem Klick auf „Abstimmung“ verlangt die Seite plötzlich eine Anmeldung über WhatsApp.
- 6Anschließend muss die eigene Telefonnummer angegeben werden.
- 7Danach erscheint ein Code mit der ausdrücklichen Aufforderung, WhatsApps Funktion „Verknüpfte Geräte“ zu öffnen.
- 8Für eine gewöhnliche Online-Abstimmung muss kein weiteres Gerät mit dem eigenen WhatsApp-Konto verknüpft werden.
- 9Wer den Code verwendet und die Verknüpfung bestätigt, gibt keine Stimme ab, sondern kann einem fremden Gerät Zugang zum eigenen WhatsApp-Konto ermöglichen.
Handlungstipps
- Nicht auf den Link klicken und die Nachricht nicht weiterleiten.
- Wer die Seite bereits geöffnet hat, aber noch keine Telefonnummer eingegeben und keine Geräteverknüpfung bestätigt hat, sollte die Seite einfach schließen.
- Keine Telefonnummer, Kopplungscodes, QR-Codes oder andere Bestätigungscodes für eine angebliche Abstimmung verwenden.
- Den bekannten Absender über einen anderen Kommunikationsweg kontaktieren – am besten telefonisch oder persönlich. Nicht ausschließlich im selben WhatsApp-Chat nachfragen: Dort können bereits die Täter antworten.
- Wer bereits eine Geräteverknüpfung vorgenommen hat, sollte sofort WhatsApp → Einstellungen → Verknüpfte Geräte öffnen und alle unbekannten Sitzungen abmelden.
- Wurden bereits Nachrichten über das eigene Konto verschickt, Kontakte umgehend warnen. Besonders bei Geldforderungen sollten Empfänger darüber informiert werden, dass diese nicht von der tatsächlichen Person stammen.
- Um eventuell versendete Nachrichten zu entdecken, auch unter "archivierte Chats" nachsehen.
- Die Verifizierung in zwei Schritten aktiviert lassen. Sie ist sinnvoll, verhindert diese konkrete Masche aber nicht, weil hier eine Geräteverknüpfung vom Nutzer selbst bestätigt wird.
Weitere Informationen
Ausführliche Hintergründe und Schutzmaßnahmen:
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Hinweis der Redaktion
Die Fake-Abstimmung für „Sophia“ ist keine neue Betrugsmasche. Neu sind lediglich Name, Geschichte und Internetadresse.
Wir warnen seit Monaten vor nahezu identisch aufgebauten WhatsApp-Abstimmungen. Die Namen der angeblichen Kinder wechseln – dokumentiert wurden unter anderem Varianten mit Emma, Mia, Klara, Eliška. Auch die Geschichten ändern sich: Mal geht es um einen Tanzkurs, mal um einen Wettbewerb oder ein Stipendium. Das Grundprinzip bleibt gleich: WhatsApp-Fake-Abstimmungen: Wie die Masche mit Voting-Seite, QR-Code und Geräteverknüpfung funktioniert
Besonders wirksam ist die Masche, weil die Nachricht häufig aus einem bereits bestehenden WhatsApp-Chat, aber auf jeden Fall von einem WhatsApp-Kontakt kommt. Der Absender ist also möglicherweise tatsächlich ein Freund, Verwandter oder Bekannter. Die Nachricht selbst muss aber nicht von dieser Person geschrieben worden sein. Über eine zuvor eingerichtete fremde Geräteverknüpfung können Täter in deren Namen schreiben und die nächste Fake-Abstimmung an weitere Kontakte schicken.
Was bedeutet „Geräteverknüpfung“?
WhatsApp erlaubt es, den eigenen Account zusätzlich auf weiteren Geräten zu nutzen, etwa am Computer. Dafür wird ein neues Gerät mit dem bestehenden WhatsApp-Konto verknüpft. Wer einer solchen Verknüpfung zustimmt, erlaubt diesem Gerät, auf das Konto zuzugreifen und im eigenen Namen Nachrichten zu senden. Genau diese legitime Funktion wird bei der Betrugsmasche missbraucht: Die Betroffenen glauben, eine Stimme zu bestätigen, richten tatsächlich aber den Zugang für ein fremdes Gerät ein.
Die Täter „hacken“ WhatsApp dabei also nicht im klassischen Sinn und umgehen auch keine technische Sicherheitsfunktion. Sie bringen ihre Opfer dazu, die fremde Geräteverknüpfung selbst zu autorisieren. WhatsApp behandelt diesen Vorgang deshalb wie eine reguläre Verknüpfung. Genau deshalb schützt auch die Zwei-Schritt-Verifizierung nicht vor dieser Variante: Vorsicht auf WhatsApp: Ein Code, und Fremde schreiben in Ihrem Namen
Nach der Verknüpfung können Täter im Namen des betroffenen Kontakts weitere Nachrichten verschicken. Das können wiederum Abstimmungsbitten sein – oder beispielsweise dringende Geldforderungen. Dokumentierte Fälle zeigen, dass kompromittierte Konten auf diese Weise als Ausgangspunkt für weitere Betrugsversuche genutzt werden.
Entscheidend ist deshalb nicht der Name des Kindes. Heute heißt es „Sophia“, gestern „Eliška“, morgen möglicherweise wieder anders. Entscheidend ist der Ablauf: persönliche Bitte → Voting-Seite → angebliche Verifizierung → WhatsApp-Geräteverknüpfung.
