Eine aktuelle Studie der Stanford University, die in „Nature“ veröffentlicht wurde, zeigt, dass viele Unternehmen unwissentlich auf so genannten Fake-News-Seiten werben. Besonders betroffen sind Branchen wie Gesundheit, Technologie und Versicherungen. Der Grund: Digitale Werbeplattformen nutzen Algorithmen zur Platzierung von Werbung, die auch auf diesen zweifelhaften Seiten landen kann. So finanzieren Unternehmen unfreiwillig die Betreiber solcher Seiten.

Verbreitung von Werbung auf Fake-News-Seiten

Das Forschungsteam um Wajeeha Ahmad hat zwischen 2019 und 2021 Werbedaten von 5.485 Websites gesammelt. Erschreckende 74,5 Prozent der Seiten, die Falschmeldungen verbreiteten, wurden durch Werbung von Unternehmen aus verschiedenen Branchen finanziert. Darunter befanden sich Holdinggesellschaften, Medienunternehmen, Hersteller von Haushaltsprodukten sowie Unternehmen aus der Technologie- und Medienbranche. Die Studie ergab, dass Unternehmen, die digitale Werbeplattformen nutzen, zehnmal häufiger auf Fake-News-Seiten vertreten sind als Unternehmen, die diese Plattformen nicht nutzen.

Negative Auswirkungen auf das Vertrauen der Verbraucher

Diese Werbepraktiken stoßen bei den Verbrauchern auf großen Unmut. Laut einer Umfrage unter 4.039 Personen würden die meisten einen Geschenkgutschein im Wert von 25 Dollar ablehnen, wenn sie wüssten, dass das ausstellende Unternehmen auf Fake-News-Websites wirbt. Besonders ausgeprägt war diese Ablehnung bei Frauen und politisch links stehenden Personen. Eine weitere Befragung von 442 Entscheidungsträgern in betroffenen Unternehmen ergab, dass nur 36 Prozent wussten, dass ihre Werbung auf solchen Seiten geschaltet wurde.

Forderung nach mehr Transparenz bei digitaler Werbung

Ahmad und ihr Team fordern, dass digitale Werbeplattformen ihren Kunden mehr Einblick geben, ob ihre Werbung auf Fake-News-Websites erscheint. Diese Transparenz könnte die unfreiwillige Finanzierung von Falschmeldungen im Internet deutlich reduzieren. Außerdem sollten diese Plattformen es den Verbrauchern leichter machen, zu erkennen, welche Unternehmen auf fragwürdigen Websites werben.

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Fragen und Antworten

  1. Warum landen Werbeanzeigen häufig auf Fake-News-Seiten?
    Werbeanzeigen landen häufig auf Fake-News-Websites, weil viele digitale Werbeplattformen Algorithmen verwenden, die Anzeigen auf der Grundlage verschiedener Parameter wie dem Nutzungsverhalten der Zielgruppe platzieren. Diese Algorithmen berücksichtigen nicht immer die Glaubwürdigkeit der Seiten, auf denen die Anzeigen erscheinen. Dies kann dazu führen, dass Werbung auf Websites mit fragwürdigem Inhalt platziert wird, ohne dass die werbenden Unternehmen sich dessen bewusst sind.
  2. Welche Auswirkungen hat Werbung auf Fake-News-Websites für Unternehmen?
    Werbung auf Fake-News-Websites kann für Unternehmen negative Folgen haben, darunter Vertrauens- und Glaubwürdigkeitsverlust bei den Verbrauchern. Wie die Studie zeigt, sind viele Verbraucher bereit, Produkte oder Geschenkgutscheine von Unternehmen abzulehnen, die auf solchen Websites werben. Dies kann zu einem Imageverlust und möglicherweise zu Umsatzeinbußen führen, insbesondere wenn die betroffenen Verbraucher diese Informationen weiterverbreiten.
  3. Was können Unternehmen tun, um zu verhindern, dass ihre Werbung auf Fake-News-Websites erscheint?
    Unternehmen können Maßnahmen ergreifen, um zu verhindern, dass ihre Werbung auf Fake-News-Websites erscheint. Dazu gehört die Wahl von Werbeplattformen, die mehr Transparenz bieten und die Möglichkeit, bestimmte Websites auszuschließen. Unternehmen sollten die Platzierung ihrer Werbung regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen. Darüber hinaus ist es ratsam, mit Plattformen zusammenzuarbeiten, die strenge Kriterien für die Auswahl der Websites haben, auf denen Werbung geschaltet wird.
  4. Wie können Verbraucher erkennen, welche Unternehmen auf Fake-News-Websites werben?
    Verbraucherinnen und Verbraucher können erkennen, welche Unternehmen auf Fake-News-Websites werben, indem sie auf die auf diesen Websites geschalteten Anzeigen achten. Einige Plattformen und Browser-Erweiterungen bieten Tools an, die dabei helfen, die Glaubwürdigkeit von Websites zu überprüfen und Warnungen auszugeben, wenn sie auf Seiten mit fragwürdigem Inhalt stoßen. Darüber hinaus können Verbraucher ihre Erkenntnisse in sozialen Medien teilen, um andere zu informieren und Druck auf Unternehmen auszuüben, ihre Werbestrategien zu überdenken.
  5. Welche langfristigen Auswirkungen könnte Werbung auf Fake-News-Websites haben?
    Langfristig könnte Werbung auf Fake-News-Seiten dazu führen, dass Fehlinformationen weiter verbreitet und verfestigt werden. Wenn Unternehmen unwissentlich solche Websites finanzieren, tragen sie zur Verbreitung falscher oder irreführender Informationen bei, was das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Medien und die Gesellschaft insgesamt untergräbt. Dies könnte auch dazu führen, dass strengere Vorschriften und Gesetze erlassen werden, um die Platzierung von Werbung auf fragwürdigen Websites zu kontrollieren.
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Fazit

Die Studie der Stanford University beleuchtet ein ernstes Problem in der digitalen Werbelandschaft: Viele Unternehmen werben unwissentlich auf Fake-News-Websites und finanzieren so deren Betreiber. Dies führt zu einem Vertrauensverlust bei den Konsumenten und einem möglichen Imageverlust für die betroffenen Unternehmen. Es ist dringend notwendig, dass digitale Werbeplattformen mehr Transparenz bieten und Unternehmen aktiv überprüfen, wo ihre Werbung erscheint. Verbraucher sollten ebenfalls wachsam sein und diese Unternehmen zur Rechenschaft ziehen, um die Verbreitung von Fehlinformationen zu stoppen.

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Quelle: pressetext

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