Der Support für Windows XP wurde längst eingestellt, doch einige Menschen in Österreich verwenden das 2001 veröffentlichte Betriebssystem nach wie vor. Ein kürzlich durchgeführtes Experiment des YouTubers Eric Parker zeigt, welchen Gefahren diese Nutzer ausgesetzt sind, wenn sie ihren Computer mit dem Internet verbinden.

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Das Experiment: Einblick in die Sicherheitslücken von Windows XP

Eric Parker führte sein Experiment auf einer virtuellen Maschine durch, auf der kein Virenscanner installiert und die Windows-Firewall deaktiviert war. Ohne Schutz durch einen Router war der Rechner direkt mit dem Internet verbunden. Bereits nach zehn Minuten fand Parker die erste Malware auf dem System: einen Prozess namens conhoz.exe, der vorgab, von „Microsoft Compilation“ zu stammen – ein klarer Versuch, sich als offizielle Software zu tarnen.

Screenshot aus Video
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Eindringlinge und Hintertüren: Malware und falsche Administratoren

Die Untersuchung einer älteren Version des „Process Explorer“ ergab, dass die Malware aus Russland stammt. Eine weitere Malware gab vor, von Google zu stammen. Nach kurzer Zeit wurde ein neuer Benutzer namens „Admina“ mit Passwortschutz dem System hinzugefügt und ein FTP-Server eingerichtet. „Ein laufender FTP-Server bedeutet, dass Hacker bereits vollen Zugriff auf alle Dateien des Systems haben“, erklärt Parker.

Der abschließende Malware-Scan: Erschreckende Ergebnisse

Mit Hilfe eines Virenscanners von Malwarebytes entdeckte Parker insgesamt acht aktive Malware-Programme, darunter vier Trojaner, zwei Backdoor-Programme und verschiedene Adware. Diese Ergebnisse zeigen, wie schnell und einfach ein ungeschütztes Windows-XP-System kompromittiert werden kann.

Screenshot aus Video
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Lehren aus dem Experiment: Vorsicht ist geboten

Das Experiment zeigt deutlich, dass bereits eine kurze Verbindung eines Windows-XP-Systems mit dem Internet ausreicht, um Cyberkriminellen zum Opfer zu fallen. Anwender, die aus Gründen der Softwarekompatibilität auf Windows XP angewiesen sind, sollten ihre Rechner auf keinen Fall mit dem Netz verbinden.

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Häufig gestellte Fragen und Antworten

Warum ist Windows XP so anfällig für Schadsoftware?
Windows XP ist veraltet und erhält seit April 2014 keine Sicherheitsupdates mehr von Microsoft. Ohne diese Updates sind neu entdeckte Sicherheitslücken im Betriebssystem offen für Angriffe. Moderne Schadprogramme können diese Schwachstellen leicht ausnutzen.

Wie schnell kann ein Windows-XP-System infiziert werden?
Wie das Experiment von Eric Parker zeigt, kann ein ungeschütztes Windows-XP-System innerhalb von zehn Minuten nach der Verbindung mit dem Internet infiziert werden. Ohne aktuelle Sicherheitsmaßnahmen sind solche Systeme extrem angreifbar.

Welche Risiken gibt es bei der Verwendung von Windows XP?
Die größten Risiken sind die Infektion mit Malware, Datenverlust und unbefugter Zugriff auf persönliche oder geschäftliche Informationen. Hacker können das System kompromittieren und für schädliche Aktivitäten missbrauchen.

Welche Sicherheitsvorkehrungen können Benutzer von Windows XP treffen?
Lässt sich der Einsatz von Windows XP nicht vermeiden, sollten Nutzerinnen und Nutzer darauf achten, dass das System nicht mit dem Internet verbunden ist. Die Verwendung von virtuellen Maschinen und isolierten Netzwerken kann ebenfalls dazu beitragen, das Risiko zu minimieren.

Gibt es Alternativen für Benutzer, die auf ältere Software angewiesen sind?
Ja, viele ältere Anwendungen können unter neueren Windows-Versionen im Kompatibilitätsmodus oder mit Hilfe von Virtualisierungstechnologien ausgeführt werden. Eine weitere Möglichkeit sind spezielle Emulatoren, die eine sichere Umgebung für ältere Software bieten.

Fazit

Das Experiment von Eric Parker verdeutlicht die anhaltenden Risiken bei der Verwendung von Windows XP. Auch wenn einige Nutzer auf dieses Betriebssystem angewiesen sind, sollten sie unbedingt Maßnahmen ergreifen, um ihre Systeme vor den Gefahren aus dem Internet zu schützen. Langfristig sollte der Umstieg auf ein aktuelleres und sichereres Betriebssystem in Betracht gezogen werden, um Datenverluste und Sicherheitsrisiken zu vermeiden.

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Quelle: derStandard

Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)