Nach der Hyalomma-Zecke fühlt sich auch die Braune Hundezecke zunehmend wohler in Deutschland. Wie gefährlich sind diese eingeschleppten Zeckenarten für uns Menschen und Tiere?

In den letzten Wochen haben wir bereits öfters über eine Zeckenart berichtet, die ein gefährliches Virus übertragen kann: die Hyalomma-Zecke.

Nun berichten nordbayern und BR24, dass sich auch die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) zunehmend in Europa heimisch fühlt. Sie stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und Nordafrika und liebt Temperaturen um 25 Grad. (Sie hält sich auch deshalb gerne in der Wohnung auf!)

Wie ihr Name bereits andeutet, bevorzugt sie das Blut von Hunden – befällt aber je nach Gegebenheiten, auch den Menschen. Die Braune Hundezecke ist im Gegensatz zur Hyalomma unauffällig und flink und lauert ihrem Wirt in kleinen steinigen Spalten auf.

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Bei einem Befall rät Parasitologin Katrin Fachet von der Universität Hohenheim in Stuttgart, sich an Experten zu wenden. Obwohl bisher weder FSME oder Borreliose-Erreger nachgewiesen wurden, kann die Braune Hundezecke dennoch gefährlich für Mensch und Tier werden.

Hunde können zum Beispiel an einer Babesiose erkranken, die unbehandelt, tödlich endet und auf den Menschen kann das Mittelmeer-Fleckfieber übertragen werden.

Braune Hundezecke hält sich vermutlich in Deutschland

Wurden diese Zeckenarten bisher eingeschleppt und aus dem Urlaub mit nach Hause gebracht, gibt es Hinweise darauf, dass sich diese Zecken auch in Deutschland halten können. Es wurden bereits Exemplare an Hunden gefunden, die nie ihren Hof verlassen hatten, so Parasitologin Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim.

Deshalb ist es auch wichtig, dass Forschungseinrichtungen zugewanderte Zeckenarten untersuchen, wie sie nach Deutschland gelangen und welche Krankheitserreger diese tragen. Wer Braune Hundezecken – oder Zecken die dieser Art ähnlich sehen – in Gebäuden oder am Hund selbst bemerkt, kann ein Foto machen und dieses per E-Mail an hundezecken@uni-hohenheim.de schicken.

Informationen zur Hyalomma-Zecke:

Sie kann Warmblütler auf bis zu zehn Meter Entfernung wittern und mit ihren auffällig gestreiften Beinen ihr Opfer hunderte Meter weit verfolgen. Dabei ist sie mit bis zu 2 cm Länge deutlich größer als die heimischen Zecken. Sie legt sogar bis zu 20.000 Eier.

Die Hyalomma-Zecken können gefährliche Erreger übertragen, darunter jenes Virus, das das Krim-Kongo-Fieber verursacht, welches mit schweren Blutungen einhergehen kann. Laut Robert-Koch-Institut trug bislang (Stand 2018) keine dieser Zecken Infektionserreger wie zum Beispiel das Krim-Kongo-Virus in sich. allerdings wurden bereits bei der Hälfte der untersuchten Tiere die Erreger des tropischen Fleckfiebers nachgewiesen.

Während die normalen Zecken nicht einfach zu sichten sind, sobald sie sich am menschlichen Körper festkrallen, spürt der Mensch den Angriff der Hyalomma, denn sie ist deutlich größer. Man merkt, wenn diese auf einem herumläuft.

Mehr Informationen zu Zecken findest du unter: 35 Fakten über Zecken.

Artikelbild: Shutterstock / NOPPHARAT STUDIO 969


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