Supermärkte in Frankreich müssen Lebensmittel spenden – Kein Fake!

Achtung: Mimikama klärt auf! Supermärkte in Frankreich müssen nicht alle, sondern nur große Filialen Lebensmittel spenden. Finde die Wahrheit heraus

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Ein viel geteiltes Bild auf Facebook beschreibt, dass alle Supermärkte in Frankreich dazu verpflichtet sind, nicht verkaufte Lebensmittel zu spenden. Zum größten Teil ist diese Aussage korrekt – die Auswirkungen sind durchwegs positiv!

Screenshot Mimikama.org
Screenshot Mimikama.org

Auf dem Bild steht:

„Frankreich ist das erste Land, dass alle Supermärkte dazu verpflichtet, ihr nicht verkauftes Essen an Bedürftige zu verschenken.
Teile das, wenn du denkst, der Rest der Welt sollte es ebenfalls so machen.“

(Fast) richtig!

Man darf uns hierbei ruhig vorwerfen, dass wir kleinlich sind, jedoch stimmt es nicht, dass alle Supermärkte dazu verpflichtet sind. Lediglich Supermärkte mit mindestens 400 Quadratmeter Ladenfläche müssen alle unverkauften, aber noch essbaren Lebensmittel an Hilfsorganisationen verschenken, wie u.a. T-Online berichtet. Kleine Filialen und „Tante Emma-Läden“ sind also von dieser Regelung nicht betroffen.

Ist das neu?

Nein. Bereits 2015 berichteten wir über jenes Gesetz. Zum damaligen Zeitpunkt war es allerdings noch ein Gesetzesentwurf, der wegen eines Verfahrensfehlers scheiterte, erst im Februar 2016 trat das Gesetz in Kraft.

Bringt es denn was?

Die Seite „npr.org“ hat sich die Auswirkungen nach knapp zwei Jahren im Februar 2018 genauer betrachtet. So wird beschrieben, dass in ganz Frankreich etwa 5.000 Tafeln und Hilfsorganisationen auf Essenspenden angewiesen sind, etwa die Hälfte davon kommen mittlerweile von Supermärkten. Das neue Gesetz habe sowohl die Quantität als auch die Qualität der gespendeten Lebensmittel erhöht, sehr viel mehr Nahrung ist noch weit vom Ablaufdatum entfernt.

„Teile das, wenn…“

Es wäre alles so schön und gut gewesen, wenn die obige Aussage einfach so auf dem Bild stehen würde. Leider aber haben wir hier auch wieder einen typischen Fall von emotionaler Erpressung. Wem die Tatsache der Lebensmittelspenden gefällt, wird es ohnehin liken und eventuell teilen. Warum nur muss immer auf Bildern dazu aufgefordert werden? Würde es denn an den Praktiken hierzulande irgendwas ändern, wenn man das Bild oft genug teilt?

Nein, eben nicht. Keine Regierung denkt sich „Oh… das Bild ist aber oft geteilt worden! Da müssen wir mal was tun!“. Da helfen Petitionen oder direkte Schreiben an Landtags- und Bundestags-Abgeordnete, aber kein Bild auf Facebook.
Insofern halten wir diese sich ständig wiederholende Teilen-Aufforderung für kontraproduktiv. Alleine schon, weil es sehr viele Fake-Bilder oder echte Bilder mit falschen Texten gibt, die da mit „Teile das, wenn…“ ankommen und einem damit unterschwellig sagen: „Teilst du das nicht, dann bist du herzlos!“. Kein Wunder also, dass wir Anfragen zu dem Bild bekamen, da Nutzer fast automatisch einem Bild mißtrauen, welches unbedingt geteilt werden soll.

Fazit

Die Aussage ist größtenteils richtig. Größere Supermärkte in Frankreich sind seit 2016 dazu verpflichtet, unverkaufte Lebensmittel an Hilfsorganisationen zu spenden, anstatt sie wegzuwerfen.

 


Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
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