📖Wie erkennt man Phishing-Mails und gefälschte SMS? Antworten finden Sie im Leitfaden Phishing erkennen.
Eine sehr echt wirkende Mail der Sparkasse wird derzeit an eine Vielzahl von Nutzern versandt.
So präsentiert sich die Mail:
Screenshot mimikama.org
„Sehr geehrter Herr SXXXX LXXXXXX,
leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir auffällige Aktivitäten verbunden mit Ihrer Sparkasse Kreditkarte festgestellt haben.
Wir konnten in den letzten Stunden mehrere Transaktionsversuche feststellen, daher wurde Ihre Kreditkarte vorrübergehend eingeschränkt.
Um Ihre Kreditkarten einschränkung aufzuheben, bitten wir Sie, Ihre Kreditkarte zu entsperren. Somit können wir einen erneuten Konflikt dieser Art verhindern.“
Diese Mail ist gleich in mehreren Punkten raffiniert:
Der Absender ist gefälscht und wirkt, als ob es tatsächlich von der Sparkasse stammt
Der Empfänger wird mit vollem Vor- und Zunamen angesprochen, was darauf hindeutet, dass Mail und Name aus einem Datenbank-Hack stammen
Der Text der Mail ist in fast perfektem Deutsch und liegt als Grafik in der Mail, um nicht von Spamfiltern erkannt zu werden
Die Grafiken in der Mail liegen auf einer finnischen und einer bulgarischen Seite in Unterordnern, diese Seiten wurden wahrscheinlich gehackt, um die Grafiken darauf zu platzieren
Screenshot mimikama.org
Klickt man nun den Link in der Mail an, gerät man auf eine sehr echt aussehende Seite, bei der der Nutzer ebenfalls mit vollem Namen begrüsst wird. Das Spassige aber: Dieser Name steht in der URL der Seite als Parameter. Ändert man diesen, so ändert sich auch die Begrüssung der Seite, wie wir hier sehen:
Screenshot mimikama.org
Der arglose Nutzer jedoch wird dort wahrscheinlich seine Anmeldedaten eingeben.
Im nächsten Schritt soll man seine kompletten Kreditkarten-Daten eingeben.
Screenshot mimikama.org
Über dem Eingabefenster steht auch noch etwas, um den Nutzer zusätzlich unter Druck zu setzen:
„Bitte führen Sie die Bestätigung innerhalb von 24 Stunden durch. Anderfalls wird die Bestätigung kostenpflichtig über den Postweg eingefordert. Dabei wird eine Gebühr von 79,95€ erhoben, diese wird von Ihrem Konto abgebucht.“
Dies bewirkt zwei Dinge:
Der Nutzer überlegt nicht lange, da er hohe Gebühren befürchtet
Falls dem Nutzer dann (mittels den gestohlenen Kreditkarten-Daten) 79,95€ abgebucht werden, wird er sich erst dann an seine Bank wenden, die ihm augenscheinlich zu Unrecht die Gebühr abbuchten, obwohl er doch rechtzeitig deine Daten bestätigt hat
Zu diesem Zeitpunkt ist es allerdings längst zu spät, die Betrüger werden die Kreditkarten-Daten nutzen, bis sie gesperrt wird.
Faustregel
Banken werden euch niemals per Mail dazu auffordern, irgendwo eure Daten zu bestätigen, geschweige denn, eure Kreditkarten-Daten online einzugeben. Im Zweifelsfalle solltet ihr euch immer direkt an eure Bank wenden!
Tom Wannenmacher ist Gründer und Chefredakteur von Mimikama, Österreichs führender Faktencheck-Organisation. Seit 2011 kämpft er gegen Desinformation und Internetbetrug.
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum. Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG). Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein. (Mehr zur Arbeitsweise)
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