Facebook: Sie wurden für urheberrechtliche Inhalte gemeldet

Erfahren Sie, wie Sie sich vor Phishing-Mails schützen können, die angeblich von Facebook stammen. Mimikama klärt über diese Betrugsmasche auf

→Wie erkennt man Facebook-Betrug im Alltag? Antworten finden Sie im Leitfaden Facebook-Betrug.

Phishing-Mails führen ja zumeist auf dubiose Seiten, auf denen man seine Daten eingeben soll. Diese jedoch führt tatsächlich direkt auf Facebook!

Die Mail trägt den Titel „Sie wurden fur urheberrechtliche Inhalte gemeldet„.
Nun könnte man ja meinen, dass es sich dabei nur um einen Flüchtigkeitsfehler handele, doch betrachtet man den Inhalt der Mail, kommt man schnell auf den Gedanken, dass der Ersteller kein sonderlicher Freund von Umlauten ist:

Mimikama braucht Verstärkung – hilf uns, eine weitere Person ins Team zu holen
Facebook: Sie wurden für urheberrechtliche Inhalte gemeldet
Screenshot: mimikama.org

Sie haben Facebook kontaktiert: Seite eingeschrankt
OFFENFall #1648524462053013
Wir haben Ihnen eine Nachricht geschickt
Heute:
Hi,

In letzter Zeit gab es Berichte uber Urheberrechtsverletzungen Ihrer Facebook-Posts. .

Wir mochten dich bitten, den Inhalt deiner Beitrage zu uberprufen, um sicherzustellen, dass sie den AGB von Facebook entsprechen.

Wenn Sie der Meinung sind, dass diese Berichte irrtumlich eingereicht wurden oder Sie der Urheberrechtsinhaber der auf der Seite veroffentlichten Materialien sind, melden Sie dies bitte uber den folgenden Link:

https://www.facebook.com/copyright/appeal/XXXXXXX

Wenn Ihre Seite nicht innerhalb von 48 Stunden uberpruft wird, behalten wir uns das Recht vor, das Konto ohne weitere Benachrichtigung zu sperren.

Mit freundlichen GruBen, ,
Das Facebook Team

Nun deutet schon zwar einiges darauf hin, dass die Mail nicht echt ist, beispielsweise die lapidare Anrede „Hi“, der Wechsel von „Sie“ auf „Du“ in der Mail, Umlaute wie ä, ö und ü werden nicht genutzt, das ß in „GruBen“ ist ein kyrillischer Buchstabe, aber zwei Punkte machen stutzig:

  1. Der Absender scheint Facebook zu sein (was man aber fälschen kann)
  2. Der in die Mail eingebettete Link führt tatsächlich auf Facebook

Nun wird es dreist

Klickt man nun den Link an, landet man tatsächlich auf Facebook!

Facebook: Sie wurden für urheberrechtliche Inhalte gemeldet
Screenshot: mimikama.org

Der Link führt uns auf ein Formular auf der echten Facebook-Seite, welches noch einmal auf Englisch erläutert, dass man wegen „Copyright Content“ gemeldet wurde. In das Formular sollen wir nun unseren Namen, Email-Adresse, Telefonnummer und das Passwort eingeben.

Moment mal!

Warum benötigt Facebook denn unser Passwort? Wir sind doch schließlich schon eingeloggt!
Grund genug, uns das Formular einmal genauer anzusehen.

Wir konnten erkennen, dass das vermeintliche Formular nicht etwa direkt auf Facebook liegt, sondern eine Facebook-App dazu benutzt wird, um das Formular in Facebook einzubinden. Erkennbar ist dies daran, dass in der URL „apps“ steht.

Wo kommt das Formular her?

Um das herauszufinden, öffnen wir den Frame, in dem das Formular liegt, einfach mal in einem neuen Tab.

Screenshot mimikama.org
Screenshot: mimikama.org

Nun öffnet sich das Formular in einem neuen Tab, und man erkennt, dass es keineswegs direkt auf Facebook, sondern auf einer externen Seite liegt, die auf diese Art und Weise an die Login-Daten kommen möchte.

Fazit

Facebook verschickt keine Mails wegen Urheberrechtsverletzungen! Mit dieser dreisten Phishing-Methode, die nicht sofort offensichtlich ist, bekommen Betrüger eure Namen, Telefonnummer und euer Facebook-Passwort, um dann auf euer Profil direkt zugreifen zu können!


Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise)