C+M+B bedeutet nicht Caspar, Melchior und Balthasar

An diesem Wochenende und vor allem am Montag ist es wieder soweit: in vielen Städten Europas ziehen die Sternsinger umher. Dch wofür steht C+M+B?

An diesem Wochenende und vor allem am Montag ist es wieder soweit: In vielen Städten Europas ziehen die Sternsinger umher.

Wer besucht wird, ist in der Regel katholisch und der bekommt einen Segensspruch und die Türen bekommen (zumindest in Deutschland, Österreich oder Schweiz) den typischen Segen C+M+B zuzüglich der Jahreszahl. In diesem Jahr dürfte das dann 20+ C+M+B +20 sein. Je nach Region kann das + auch variieren und als * auftauchen.

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Und so saßen wir am Freitag im Wirtshaus in Wien und haben uns über die Sternsinger unterhalten. Ich gab an dieser Stelle an, dass diese mich nicht besuchen werden. Die Dame neben mir schaute mich ein wenig entgeistert an und fragte nur, ob ich denn an gar nichts glauben würde.

Nun ja, mit einem Lächeln sagte ich, dass ich eben nicht katholisch bin. Und dann kamen wir darauf, was die Beschriftung an der Türe denn bedeuten würde. Schnell wurde ich belehrt, dass C+M+B doch für Caspar, Melchior und Balthasar stehe.

Mein Lächeln wuchs weiter. An einem Tisch voller Katholiken legte niemand einen Einspruch ein. Außer mir, dem Nichtkatholik. Denn:

C+M+B wird eben nicht als Caspar, Melchior und Balthasar gedeutet, sondern die Abkürzung steht für „Christus mansionem benedicat“. Der alte Lateiner in mir hüpfte vor Freude, als ich auch direkt die Übersetzung „Christus segne dieses (unseres) Haus“ liefern konnte (siehe auch hier).

Wobei der Begriff Christus ja auch wider nur die lateinische Form des altgriechischen Begriffs Χριστός ist, was so viel wie „der Gesalbte“ bedeutet. Aber lassen wir das, das führt jetzt zu weit.

C+M+B oder K+M+B

Es gibt auch Regionen in Europa, da wird dann anstatt dem C ein K geschrieben. Das steht dann tatsächlich nicht mehr für Christus, aber auch nicht Kaspar, sondern für Kyrios. Kyrios kommt hierbei aus dem klassischen Griechisch und steht für „Herr“.

Ja, und so kann es kommen, dass man auch am Freitagabend im Wirtshaus in Wien nicht einfach nur über Wetter oder Politik sudert, sondern auch ein wenig etwas vermittelt, bzw. lernt.

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Artikelbild C+M+B von 360b / Shutterstock.com

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