Eine Fotoserie zeigt die junge Angela Merkel inmitten von „Skinheads“ – das steckt hinter den Bildern :
Fotoserie zeigt Angela Merkel zusammen mit „Skinheads“
Die Fotos sollen sie „in trauter Eintracht“ mit dem NSU zeigen.
Das stimmt nicht. Die Fotos wurden im Rahmen eines Aktionsprogramms gegen Aggression und Gewalt aufgenommen.
Erneut wird das Gerücht gestreut, Angela Merkel sei früher rechts gewesen. So erhielten wir erneut Anfragen zu einer Fotoserie, die beweisen soll, dass Merkel „in trauter Eintracht“ mit dem NSU gewesen sei:
Screenshot der angefragten Behauptung
BOOOOOMMMMM !!!
Die Raute früher in trauter Eintracht mit den zwei alten Bekannten :
UWE MUNDLOS &
UWE BÖHNHARDT
Jetzt wißt ihr auch, warum die NSU Akte auf Geheiß von ‚Mutti‘ für 125 Jahre (!!!)
unter Verschluß bleiben soll … !!!
2 sind tot und
Zschäpe schweigt.
Der Grund: Am 9. Mai 1992 stürmten 50-60 bewaffnete Neonazis einen Club in Magdeburg, in dem ca. 20-30 Punks und Hippies eine Feier veranstalteten. Der Überfall hatte einen Toten zur Folge und war bis dahin der Höhepunkt von Gewalt seitens Rechtsextremisten in diesen Jahren nach der Maueröffnung.
Das Programm dauerte von 1992 bis 1996 und in diesem Kontext wurden auch die Bilder aufgenommen. Dazu schrieb zum Beispiel der Blog „Ostblog.de“:
„Wenige Monate nachdem der 23-jährige Thorsten Lamprecht 1992 bei einem Überfall von etwa 60 Skinheads auf eine Punk-Fete in dem Magdeburger Lokal „Elbterrassen“ mit einem Baseballschläger ermordet wurde, besuchten Anfang 1993 die Ministerinnen Angela Merkel und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger einen Magdeburger Jugendclub.“
Gegenüber den Faktencheckern von CORRECTIV, bestätigte ein Redakteur des telegraph die Echtheit der Fotos. Er kenne sie noch als Originale, die 1993 in Magdeburg entstanden seien. Die Rechte daran lägen beim telegraph. Auch aus archivierten Agenturmeldungen geht hervor, dass sich Merkel und Leutheusser-Schnarrenberger am 6. April 1993 im Magdeburger Jugendclub „Brunnen“ mit etwa 50 „Rechten, Skinheads und Hooligans“ trafen.
Fazit:
Die Fotos wurden aus ihrem realen Kontext gerissen. Es handelt sich um kein privates Treffen von Angela Merkel, sondern um einen offiziellen Auftritt im Rahmen eines Aktionsprogramms gegen Aggression und Gewalt.
Sie belegen keinen Zusammenhang zwischen Merkel und dem NSU.
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum. Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG). Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein. (Mehr zur Arbeitsweise)
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