Nein, hier werden keine Föten in einem China-Restaurant serviert!

Falsche Behauptungen über Föten in China entlarvt. Mimikama klärt auf und zeigt, wie alte Bilder missbraucht werden, um Falschmeldungen zu verbreiten

Auf einem Bild sieht man mehrere Föten auf einem Tisch, dazu die Aussage, dass diese in einem Restaurant in China serviert werden.

Mehrere Anfragen bekamen wir zu jenem Artikel der Seite Elite Readers, welcher dort ohne Datum veröffentlicht wurde und deshalb auch „zeitlos“ wirkt – dies könnte gestern oder auch vor 10 Jahren gewesen sein. So sollen angeblich in einem Restaurant in China Föten serviert worden sein, deren Verzehr solle die Potenz steigern.

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Föten als Hauptspeise? (Verpixelung von uns)
Föten als Hauptspeise? (Verpixelung von uns)

In dem Artikel wird weiter berichtet, dass die Fotos gemacht wurde, nachdem die Polizei das Restaurant stürmte. Auch behaupteten Leute, man müsse in manchen China-Restaurants einfach nach „Suppe Nummer 5“ fragen, um einen kompletten Fötus mit Nudeln zu bekommen, welches köstlich schmecken und das Sexualverhalten stärken soll.

Echtes Foto, falsche Behauptung

Das Foto ist leider echt, allerdings stimmen die Behauptungen dazu überhaupt nicht. Es ist bereits 10 Jahre alt, aus dem Jahr 2010, und wurde in Thailand aufgenommen, wie 2016 bereits Snopes und Butac berichteten.

Demnach wurden 2010 in einem buddhistischen Tempel in Thailand insgesamt 2.000 Föten von der Polizei gefunden, wie damals u.a. NBC und die New York Times berichteten. Die Föten wurden dort von Hebammen versteckt, die heimlich Abtreibungen vornahmen, da die in Thailand illegal ist.

Die Polizei verhaftete damals zwei Leichenbestatter und eine Frau. Alle gestanden, die Föten aus mehreren Kliniken in den Tempel gebracht zu haben, wo sie eigentlich eine Feuerbestattung bekommen sollten. In den lokalen Medien sorgte der Fall dafür, dass das Abtreibungsverbot in Thailand neu diskutiert wird.

Zusammenfassung

Gerade auf einschlägigen Seiten auf Facebook wird der Artikel gerne geteilt, um sich rassistisch über Chinesen zu äußern, die ja sogar Föten essen würden. Allerdings stammt das Foto aus Thailand, wo 2010 insgesamt 2.000 Föten in einem buddhistischen Tempel gefunden wurden, jene Föten stammen von illegalen Abtreibungen.

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Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
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