900 Euro für den kurzen Ausschnitt eines Kinofilms?

900 Euro für den kurzen Ausschnitt eines Kinofilms? Wenn ihr Seiten wie „Popcorn Time“ nutzt, kann’s teuer werden! Die Verbraucherzentrale hilft.

900 Euro für den kurzen Ausschnitt eines Kinofilms? Wenn ihr Seiten wie „Popcorn Time“ nutzt, kann’s teuer werden! Die Verbraucherzentrale hilft.

Das klingt echt verlockend: „Full-HD-Filme und TV-Shows gratis!“ So bewirbt „Popcorn Time“ auf seiner Internetseite seinen Dienst. Kleiner Haken: Bevor ein Film startet, muss ein Programm namens „PopcornTime-latest“ installiert werden. Das gibt es für Windows, Android, AndroidTV, iOS, MacOS und Linux. Und dann kann’s teuer werden.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Tonnenweise Filme und Serien gratis gucken? Da kann was nicht stimmen.
  • Und richtig: Wenn ihr „Popcorn Time“ nutzt, könnt ihr euch strafbar machen.
  • Videos, die ihr guckt, stellt ihr gleichzeitig anderen zur Verfügung. Das ist verboten!

Auf der Startseite steht relativ klein: „Popcorn Time is constantly searching all over the web just for the highest quality torrents …“. Übersetzt: „Popcorn Time sucht ständig überall im Netz nach Torrents in höchster Qualität.“ Und wo der Begriff Torrent enthalten ist, riecht es förmlich nach Ärger! Denn der bedeutet, dass du Teile einer Datei auf dein Gerät herunterlädst und von dort wieder an andere Geräte sendest.

Bei „Popcorn Time“ siehst du dir also nicht nur Filme an (wie beim meist unproblematischen Streaming), sondern lädst Teile aus dem Netz herunter und zugleich wieder für andere Nutzer hoch. Dieser letzte Punkt ist in Deutschland bei urheberrechtlich geschützten Dingen illegal! Und es dürfte klar sein, dass im Grunde jeder Kinofilm (egal, wie alt er ist) urheberrechtlich geschützt ist.

Schon ein paar Sekunden reichen aus, um in die Falle zu tappen. In vielen solcher Torrent-Netzwerke gibt es nämlich auch Überwachung. Spezielle Programme speichern die IP-Adresse deines Internet-Anschlusses und kurz darauf liegt eine Abmahnung einer Anwaltskanzlei im Briefkasten. Für ein bisschen Film gucken für lau werden dann schon mal 900 Euro gefordert.

Wenn du eine Abmahnung bekommen hast, solltest du sie keinesfalls ignorieren, aber auch nicht in Panik verfallen. Hier sind unsere Tipps:

  • Nicht übereilt zahlen!

    Lass dich von einem Anwalt für Urheberrecht oder den Rechtsexperten der Verbraucherzentrale NRW beraten. Oft sind die geforderten Beträge in den Abmahnungen zu hoch angesetzt. Wohnst du in einem anderen Bundesland als NRW, kannst du hier nach Beratung suchen. Du solltest dich beeilen, denn lässt du die im Abmahnschreiben genannte Frist verstreichen, drohen teure gerichtliche Schritte.

  • Nicht einfach unterschreiben!

    Die mitgelieferte Unterlassungserklärung greift oft viel zu weit. Du solltest daher lieber eine so genannte modifizierte Unterlassungserklärung abgeben. Die formulieren dir die Juristen.

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Quelle: checked4you
Artikelbild: Shutterstock / Von Stock-Asso

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