6,5 Millionen Dollar Entschädigung: Facebook zahlt wegen unerlaubter Gesichtserkennung
Biometrische Daten ohne Zustimmung gesammelt: Im US-Bundesstaat Illinois schlossen sich 1,6 Millionen Facebook-Nutzer zu einer Sammelklage gegen den Social Media-Konzern zusammen. Dort hatte Facebook ohne Einwilligung der User Fotos aus deren Profilen gespeichert und auf biometirische Daten analysiert. Automatische Gesichtserkennung ist in Illinois gemäß dem Biometric Information Privacy Act nur zulässig, wenn der Nutzer dieser explizit zugestimmt hat.
350 Dollar Entschädigung
Nun ist das Verfahren beendet, das bereits seit fünf Jahren angedauert hatte. Das Ergebnis: Geschädigte, die sich an der Klage beteiligt hatten, erhalten eine Entschädigung in Höhe von jeweils 350 Dollar. Die ursprüngliche Gesamtsumme in Höhe von 550 Millionen Dollar wurde nochmals um 100 Millionen Dollar erhöht, da der Richter diese als zu niedrig empfand. Die beteiligten Parteien stimmten dem Vergleich zu, der nun noch abschließend von einem Richter anerkannt werden muss.
Die Betreffenden werden in den kommenden Wochen einen Scheck über die entsprechende Höhe per Post erhalten, berichtet die Zeitung Chicago Tribune.
Klagen auch in Deutschland
Bis 2013 gab es auch in Deutschland ein Verfahren wegen der Nutzung von Gesichtserkennung durch Facebook. Eingeleitet wurde dieses durch den Hamburger Datenschützer Johannes Caspar und unterstützt durch weitere Beschwerden europäischer Datenschützer. Caspar stellte das Verfahren ein, nachdem Facebook die automatische Gesichtserkennung durch eine durch den Nutzer zu aktivierende Funktion ersetzte.
Quellen:
T-Online: Facebook muss 1,6 Millionen Nutzern 350 Dollar zahlen
Heise.de: Facebook zahlt 550 Millionen US-Dollar wegen unerlaubter Gesichtserkennung
Gastautorin: Annika Hommer von “Irgendwas Mit Schreiben„
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
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