Ein altes Foto mit Soldaten und einem Schild mit der Aufschrift „Wohngebiet der Ungeimpften“ ist eine geschmacklose Fälschung.
Die Täter-Opfer-Umkehr von Impfgegnern treibt immer seltsamere Blüten, und gerne werden dabei Vergleiche zum Dritten Reich gezogen: Ob eine Jana aus Kassel, die sich wie Sophie Scholl fühlt oder Demonstranten, die eine gelbe Binde mit Judenstern und der Aufschrift „Ungeimpft“ tragen.
Nun kursiert ein angeblicher Fotobeweis, dass es augenscheinlich bereits früher Wohngebiete für Ungeimpfte gegeben habe – eine dreiste Fälschung!
Um dieses Foto handelt es sich:

Ziemlich frech wird dazu noch „Für alle die nichts aus der Geschichte gelernt haben“ kommentiert, dabei wird mit der Verbreitung des Bildes deutlich gezeigt, dass sie selbst von Geschichte nicht allzu viel Ahnung haben.
Das Originalbild
Das Originalbild stammt aus einer Dokumentation mit dem Namen „Eichmann und das Dritte Reich“ aus dem Jahr 1961 (siehe HIER).
Bei einem Klick auf die Fotogalerie zu der Dokumentation findet sich auch das Originalbild, es ist Foto Nr. 6 von 11 (siehe HIER).

Im Originalfoto sieht man, dass die eigentliche Aufschrift des Schildes „Wohngebiet der Juden“ lautet. Das Foto findet auch auf den Seiten des Filmfestivals goEast (siehe HIER) und auf der Seite der Filmzeitschrift Cinema (siehe HIER).
Fazit
Ersteller und Verbreiter solcher und ähnlicher Fotos sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie mit solchen Vergleichen zum Dritten Reich eine Holocaust-Verharmlosung betreiben. Dies ist als Solches zwar nicht strafbar, da es sich nicht direkt um Volksverhetzung handelt, kann aber in Einzelfällen sehr wohl strafbar sein, wenn die Aussagen den öffentlichen Frieden stören und Fakten bewusst verdreht werden (siehe HIER).
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Ein Sharepic mit dem Eingang des KZ Dachau und einem Krankenhaus mit der Aufschrift „Impfen macht frei“ ist eine Fälschung – und das steht sogar auf dem Bild!
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
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