Das Teilen illegaler Inhalte auf WhatsApp kann zur Sperrung führen!

Teilst du illegale Inhalte auf WhatsApp? Schütze dich! Mimikama klärt über die rechtlichen Risiken auf und gibt Tipps zur sicheren Nutzung von Social Media

📖Woran erkennt man WhatsApp-Betrug wie den „Hallo Mama"-Trick? Antworten finden Sie im Leitfaden WhatsApp-Betrug.

Auch WhatsApp ist kein rechtsfreier Raum, wie ein aktuelles Beispiel zeigt.

Indien, auch „Bollywood“ genannt, ist eigentlich die wahre Film-Metropole, da dort jährlich mehr Filme als in Hollywood produziert werden. Doch auch der Markt mit illegalen Filmkopien blüht dementsprechend dort, wogegen nun härter vorgegangen wird: WhatsApp-Nutzer erwartet dort eine Sperre, wenn sie illegale Kopien teilen!

Mimikama braucht Verstärkung – hilf uns, eine weitere Person ins Team zu holen

WhatsApp und andere soziale Medien betroffen

Produktionsfirmen wollen natürlich nicht, dass sich Kopien ihrer Filme illegal verbreiten, doch der Kampf gegen solche Kopien ist zumeist mühsam: Internetseiten werden anonym gehostet und liegen irgendwo im Ausland, Torrent-Nutzer verwenden oftmals ein VPN-Netzwerk, um ihre Identität zu verschleiern, wenn sie illegale Kopien verbreiten.

Zee Entertainment Enterprises Ltd., die Rechteinhaber des indischen Films „Radhe: Your Most Wanted Bhai“ packten das Problem nun anders an und hatten damit Erfolg:
Sie klagten beim Obersten Gerichtshof von Delhi, welcher daraufhin WhatsApp und andere soziale Plattformen anwies, sämtliche Accounts zu sperren, die Links zu illegalen Kopien des Films verbreiten.

Die Klage zeigt wohl auch erste Erfolge: Acht WhatsApp-Nutzer sollen bereits identifiziert, deren Daten an Facebook mit der Forderung weitergeleitet worden sein, die Accounts der Nutzer zu sperren, wofür WhatsApp 24 Stunden Zeit habe.

Darüber hinaus reichte Zee Entertainment Enterprises Ltd. auch Strafanzeigen beim Inspector General of Police, Maharashtra Cyber Digital Crime Unit ein, da eine Sperrung der WhatsApp-Accounts alleine das Problem natürlich nicht beseitigt.

In dem Urteil ging der Oberste Gerichtshof von Delhi sogar noch ein Stück weiter:
Auch die Provider der WhatsApp-Nutzer wurden dazu aufgefordert, sämtliche Nutzerdaten offenzulegen, um zu verhindern, dass die Nutzer die illegalen Kopien einfach unter einem anderen Account erneut verbreiten.

Das Gerichtsurteil ist online vollständig einsehbar (PDF-Datei, siehe HIER).

Fazit

Zwar betrifft das Urteil bisher nur Indien, zeigt aber recht gut auf, dass auch WhatsApp kein rechtsfreier Raum ist, in dem sich dank der Nachrichtenverschlüsselung illegale Nutzer sicher fühlen können. So ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch in anderen Ländern solcherlei Urteile gefällt werden, damit WhatsApp die eigenen Richtlinien, wonach das Teilen illegaler Inhalte verboten ist, auch durchsetzt.

Artikelbild: Shutterstock / Von Alberto Garcia Guillen
Quellen: Live Law, Chip

Auch interessant:
Laut Telegram nutzen monatlich 400 Millionen Menschen den Messenger, und pro Tag sollen weitere 1,5 Millionen dazukommen. Spätestens seit Beginn der Corona-Krise werden hier verstärkt Kanäle abonniert. Und so manch einer wundert sich, was hier alles – ohne Konsequenzen – geteilt und verbreitet werden kann.


Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise)