ZDF sucht keine Komparsen für Angriff auf Mariupol!

Faktencheck: Mimikama stellt klar, dass die angebliche Komparsen-Anzeige für Mariupol falsch ist und ZDF nicht verantwortlich für diese Irreführung

Die Behauptung

Mit einem Sharepic sucht das ZDF angeblich Komparsen, um den Angriff des russischen Militärs auf Mariupol nachzustellen, da kein Originalmaterial zur Verfügung stehen würde.

Faktencheck: Falsch

Es handelt sich um eine Fälschung: Mehrere Rechtschreibfehler, Sachfehler und ein Kurzlink auf eine nicht mehr vorhandene Stellenanzeige, in der nicht einmal nach Komparsen gesucht wurde, entlarvt das Sharepic als plumpe Fälschung.

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Um dieses Sharepic handelt es sich:

Die gefälschte Suche nach Komparsen
Die gefälschte Suche nach Komparsen

„Um die Grausamkeiten der russischen Invasion in der Ukraine authentisch, zwecks Liveberichterstattung, nachzuspielen benötigen wir 300 männliche Komparsen.“

So die Einleitung der gefälschten Stellenanzeige, inklusive Kommafehler (fehlendes Komma hinter „nachzuspielen“). Für drei Tage im Aptil (sic!) bekämen die Komparsen 100 Euro pro Tag und 20 Euro Fahrgeld.

„Dieses ist als Doku im Auftrag von ZDF gedacht, um die Verbrechen russischen Militärs in Mariopol für die Tagestheman und den Weltspiegel nachzugestalten, da leider Originalmaterial nicht vorhanden ist.“

„Mariopol“ statt „Mariupol“ und „Tagestheman“ statt „Tagesthemen“, doch in dem Satz finden sich auch noch zwei Sachfehler:
Sowohl Tagesthemen als auch Weltspiegel werden von der ARD produziert, nicht vom ZDF.

Bleibt noch die Kurz-URL, hinter der sich ein Formular verbergen soll: Diese führt zu einer Stellenanzeige auf Stepstone (siehe HIER), die jedoch mittlerweile gelöscht wurde. „Aha, die haben wohl schon ihre Komparsen gefunden“, mag sich der durchschnittliche Verschwörungserzähler, der glaubt, dass alles ohnehin inszeniert sei, denken, doch weit gefehlt, denn die Anzeige ist in der Wayback Machine einsehbar (siehe HIER).

In der mittlerweile gelöschten Stellenanzeige wurden nicht etwa Komparsen gesucht, auch ein Formular findet sich dort nicht, sondern es war eine Suche nach einem Research Consultant (alter Begriff: Marktforscher):

Die mittlerweile gelöschte Anzeige des ZDF
Die mittlerweile gelöschte Anzeige des ZDF, Quelle: Wayback Machine

Die Kollegen von „Correctiv“ haben bei dem ehemaligen ZDF.enterprises, welches seit dem 1. April ZDF Studios GmbH heißt (ein weiterer Sachfehler in der gefälschten Stellenanzeige) trotzdem angefragt, ob das Sharepic nicht vielleicht doch echt sei und bekamen per E-Mail von der Pressesprecherin die Auskunft, dass es sich selbstverständlich um eine Falschmeldung handelt.

Fazit

Das Sharepic wird ausnahmslos von NutzerInnen verbreitet, die auch in vielen anderen Beiträgen der Meinung sind, dass beispielsweise die NATO und die Ukraine den Krieg provoziert haben, wahlweise auch glauben, dass es gar keinen Krieg gibt und/oder alles nur inszeniert wurde – und führen dann als „Beweis“ diese Stellenanzeige des ZDF an, welche sich mit nur sehr geringem Aufwand als Fälschung entlarven lässt.

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