Die Behauptung
Es wird behauptet, dass das Rote Kreuz in Wien eine Impfkampagne für den Herbst plane, um nach den Nationalratswahlen am 29. September 2024 die Impfpflicht wieder einzuführen. Eine angeblich gelöschte Stellenausschreibung soll als „Beweis“ dienen. Zudem wird nahegelegt, dass man eine bestimmte Partei wählen müsse, um diese Pläne zu verhindern.
Falsch
Diese Behauptung ist falsch. Die Impfpflicht in Österreich bleibt ausgesetzt, und es gibt keine Hinweise auf eine Wiedereinführung nach den Wahlen. Die Impfkampagnen des Roten Kreuzes betreffen reguläre Schul- und Grippeimpfungen im Rahmen des österreichischen Impfplans. Die Stellenausschreibung dient der Personalbeschaffung für diese bestehenden Aufgaben und ist kein Hinweis auf eine geheime Impfkampagne.
Kurze Faktenübersicht:
- Reguläre Impfkampagne: Das Rote Kreuz führt jährlich Schul- und Grippeimpfungen im Rahmen des österreichischen Impfplans durch.
- Keine geheime Löschung: Die Stellenausschreibung wurde nicht „geheim gelöscht“, sondern ist Teil eines normalen Einstellungsverfahrens.
- Impfpflicht bleibt ausgesetzt: Die Impfpflicht in Österreich wurde 2022 ausgesetzt und es gibt derzeit keine Pläne, sie wieder einzuführen.
Politische Stimmungsmache zum Thema Impfpflicht im Vorfeld der Nationalratswahl
Im Vorfeld der Nationalratswahlen am 29. September 2024 in Österreich werden gezielt Fehlinformationen über Impfungen und angeblich geheime Impfpläne verbreitet. Solche Inhalte zielen darauf ab, Ängste zu schüren und das Vertrauen in Institutionen wie das Rote Kreuz oder die Regierung zu untergraben. Durch die Verbreitung dieser Fehlinformationen wird versucht, politischen Druck auszuüben und die Wähler für bestimmte Parteien zu mobilisieren, die sich gegen Impfungen positionieren. Es handelt sich hier um eine bewusste Manipulationsstrategie, die darauf abzielt, Unsicherheiten im Vorfeld der Wahlen auszunutzen.
Falschmeldung über Impfpflicht: Die Fakten
In den letzten Tagen kursieren vermehrt Texte und Nachrichten, die behaupten, dass nach den bevorstehenden Nationalratswahlen, am 29.9.2024, eine massive Impfkampagne geplant sei, um die Impfpflicht wieder einzuführen. Im Mittelpunkt dieser Behauptungen steht eine Stellenausschreibung des Roten Kreuzes in Wien, in der Personal für Impfstellen bis Ende 2024 gesucht wird. Diese Information wird aus dem Kontext gerissen und dazu verwendet, eine Verschwörungstheorie zu stützen, die auf einer bevorstehenden geheimen Impfpflicht basiert.
Die Argumentation dieser Texte folgt typischen Mustern der Desinformation: Ein realer Fakt – die Stellenausschreibung des Roten Kreuzes – wird genommen und mit unbegründeten Annahmen verknüpft, um Verunsicherung zu erzeugen.
Fragen wie „Gab es das vor den Corona-Jahren auch schon?“ oder „Geht es hier nur um die Grippe?“ zielen darauf ab, Zweifel zu säen, ohne handfeste Beweise zu liefern. Damit wird der Eindruck erweckt, dass eine geplante, aber geheime Impfkampagne im Gange sei.
Stellenausschreibung des Roten Kreuzes – Normalität oder Verschwörung?
Am 16. August 2024 veröffentlichte das Wiener Rote Kreuz auf Facebook eine Stellenausschreibung, in der Mitarbeiterinnen für Impfstellen gesucht wurden, befristet bis Ende des Jahres. Die Aufgaben umfassen unter anderem das Leiten von Patientinnenströmen, die Administration von Impflingen sowie mobile Impfungen. Das Rote Kreuz betonte, dass es sich dabei um reguläre Schulimpfungen und die jährliche Influenza-Impfaktion handelt. Aufgrund missverständlicher Kommentare deaktivierte das Rote Kreuz die Kommentarfunktion und stellte klar, dass die gesuchten Stellen im Rahmen des normalen Impfplans des Gesundheitsministeriums benötigt werden.

Politische Instrumentalisierung durch Audiobotschaft
Parallel dazu macht eine Audiobotschaft die Runde, in der behauptet wird, dass nach den Nationalratswahlen im September 2024 eine massive Impfkampagne beginnen würde. In der Nachricht wird suggeriert, das Rote Kreuz habe eine Stellenausschreibung veröffentlicht, die kurz darauf angeblich „gelöscht“ worden sei.
Als „Beweis“ wird darauf verwiesen, dass diese Stellenausschreibung auf der Wayback Machine, einer Archivierungsplattform, wiedergefunden werden könne. Diese Behauptung stimmt insofern, als archivierte Versionen der Webseite verfügbar sind – dies wird jedoch dramatisiert, um den Eindruck zu erwecken, etwas sei „versteckt“ worden.
Die Audiobotschaft warnt davor, dass nach den Wahlen die Impfpflicht reaktiviert werde, da das entsprechende Gesetz noch existiert. Es wird behauptet, dass politische Akteure nur darauf warten, nach den Wahlen „loszuschlagen“ und die Impfpflicht zurückkehren werde, wenn die Wahlen zu deren Gunsten ausfallen.
Besonders auffällig ist, dass die Audiobotschaft explizit dazu aufruft, bei der Wahl die FPÖ und deren Vorsitzenden Herbert Kickl zu unterstützen. Es wird gesagt, dass jede Stimme für andere Parteien, wie die MFG, „verloren“ sei und die Rückkehr der Impfpflicht begünstigen könnte. In der Nachricht wird der Eindruck erweckt, dass nur Herbert Kickl und die FPÖ in der Lage seien, die erneute Einführung der Impfpflicht zu verhindern. Diese direkte Wahlaufforderung zeigt, wie die Audiobotschaft politisch instrumentalisiert wird, um Ängste zu schüren und Wähler zu beeinflussen. Es handelt sich um ein klassisches Beispiel für politische Stimmungsmache durch die Verbreitung von Fehlinformationen.
Fazit zur Desinformation zum Thema „Impfpflicht nach der Nationalratswahl 2024 in Österreich“
Die Verbreitung solcher Behauptungen ist ein klarer Versuch, Desinformation für politische Zwecke zu nutzen. Es wird gezielt Angst geschürt, indem reale Fakten aus dem Kontext gerissen und mit falschen Informationen vermischt werden. Es ist wichtig, diese Art von Nachrichten kritisch zu hinterfragen und auf vertrauenswürdige Quellen zurückzugreifen. Die reguläre Impfkampagne des Roten Kreuzes folgt dem österreichischen Impfplan und hat nichts mit einer geheimen Agenda oder einer Wiedereinführung der Impfpflicht zu tun.
Die einzige „Pflicht“, die derzeit besteht, ist die, solche irreführenden Informationen kritisch zu hinterfragen und sich auf fundierte, verlässliche Quellen zu stützen.
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