Marburg-Virus: Die wichtigsten Fragen (FAQ)

Ausbruch des Marburg-Virus in Ruanda: Eine neue Gefahr?

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Ende September 2024 brach das Marburg-Virus in Ruanda aus, mit 29 bestätigten Infektionen und 10 Todesfällen. Über 300 Kontaktpersonen stehen unter Beobachtung. In Hamburg sorgten zwei Verdachtsfälle für Aufsehen, doch diese erwiesen sich als negativ.

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Marburg-Virus, eine ernste Bedrohung!

Trotz der strengen Maßnahmen bleibt das Marburg-Virus eine ernste Bedrohung. Es befällt innere Organe, führt zu schweren Blutungen und Organversagen. Doch wie gefährlich ist das Virus wirklich? In unserer FAQ beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um Symptome, Übertragung und Schutzmaßnahmen.

Was ist das Marburg-Virus?
Das Marburg-Virus ist ein hochgefährliches Virus aus der Familie der Filoviridae, das eine schwere hämorrhagische Fiebererkrankung verursacht. Es gehört zur gleichen Familie wie das Ebola-Virus und wurde erstmals 1967 bei gleichzeitigen Ausbrüchen in Marburg, Frankfurt und Belgrad entdeckt.

Wie wird das Marburg-Virus übertragen?
Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt mit infektiösen Körperflüssigkeiten (Blut, Sperma, Urin, Sekreten) von Mensch zu Mensch oder durch den Kontakt mit infizierten Tieren. Auch der Verzehr von „Buschfleisch“ (Reservoirtieren) kann zu einer Übertragung führen.

Welche Symptome verursacht das Marburg-Virus?
Die Symptome beginnen meist fünf bis zehn Tage nach der Ansteckung mit Fieber, Muskelschmerzen, Schwächegefühl, Kopf- und Halsschmerzen sowie einem schlechten Allgemeinzustand. Es folgen Erbrechen, Durchfall und Hautausschläge. Später können schwere Blutungen, Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma, Leber- und Nierenschäden sowie Schock auftreten.

Wie gefährlich ist das Marburg-Virus?
Das Marburg-Virus ist extrem gefährlich und hat eine Letalitätsrate von 22 bis 90 %, abhängig von der Versorgung und dem Ausbruchsort. Die Sterblichkeitsrate bei den bisherigen Ausbrüchen betrug durchschnittlich 30 bis 70 %.

Gibt es eine Behandlung oder einen Impfstoff gegen das Marburg-Virus?
Derzeit gibt es keinen zugelassenen Impfstoff und keine spezifische Behandlung. Unterstützende Maßnahmen wie Flüssigkeitszufuhr und Blutersatz können die Genesungschancen erhöhen.

Wie lange bleibt das Virus im Körper infektiös?
Das Virus kann noch mehrere Monate nach der Genesung im Körper überleben, insbesondere im Sperma. Menschen bleiben ansteckend, solange Blut oder Körperflüssigkeiten das Virus enthalten.

Welche Maßnahmen werden ergriffen, um Ausbrüche zu kontrollieren?
Quarantäne, strikte Hygienemaßnahmen, Kontaktverfolgung und die Schließung von Gebieten mit bestätigten Fällen sind entscheidende Maßnahmen, um eine Ausbreitung des Virus einzudämmen. Zudem müssen strenge Desinfektionsmaßnahmen eingehalten werden.

Wo sind bisher Ausbrüche des Marburg-Virus aufgetreten?
Seit dem ersten Ausbruch 1967 in Marburg (Deutschland), Frankfurt und Belgrad traten weitere Fälle in Afrika auf, darunter in Zimbabwe (1975), Kenia (1980, 1987), Angola (2005), Uganda (2007, 2012, 2014) und zuletzt in Ghana und Ruanda (2024).

Wie kann man eine Ansteckung mit dem Marburg-Virus verhindern?
Der direkte Kontakt mit infizierten Personen oder Tieren sollte vermieden werden. In betroffenen Gebieten ist das Tragen von Schutzkleidung essenziell. Vermeiden Sie den Verzehr von Fleisch unbekannter Herkunft (z. B. „Buschfleisch“).

Was tun im Verdachtsfall?
Im Verdachtsfall ist die Erkrankung meldepflichtig und muss sofort den Gesundheitsbehörden gemeldet werden. In Österreich übernimmt das Referenzzentrum für Hämorrhagisches Fieber an der Medizinischen Universität Wien die weitere Untersuchung.

Größe und Gestalt des Marburg-Virus:
Das Virus hat eine fadenförmige Struktur (Filum) und ist etwa 800 nm lang, mit einem Durchmesser von 80 bis 100 nm. Es kann U-förmig, kreisförmig oder gebogen sein. Mit einer Länge von bis zu 2600 nm gehört es zu den größten bekannten RNA-Viren.

Aufbau des Virions:
Das Virion des Marburg-Virus besteht aus einer Virushülle, die das helikale Kapsid umgibt, in dem sich das Virusgenom befindet. Es besteht aus sieben Strukturproteinen, die für die Replikation und die Virusfreisetzung aus der Wirtszelle notwendig sind.

Genom des Marburg-Virus:
Das Genom des Marburg-Virus ist ein einzelsträngiges RNA-Molekül mit negativer Polarität und umfasst etwa 19.111 bis 19.114 Nukleotide. Es codiert sieben Gene für die viralen Proteine NP, VP35, VP40, GP, VP30, VP24 und L.

Reservoir des Virus:
Der natürliche Wirt des Marburg-Virus ist bis heute nicht eindeutig identifiziert. Vermutlich dient der Nilflughund als Reservoir, da das Virus und spezifische Antikörper in diesen Tieren nachgewiesen wurden.

Verbreitung:
Bisherige Ausbrüche wurden hauptsächlich in afrikanischen Ländern wie Uganda, Kenia und Angola dokumentiert. Das Virus gelangte 1967 über infizierte Affen nach Europa. Es wurde auch in Flughunden in Westafrika nachgewiesen.

Übertragung:
Das Virus wird durch den Austausch von Körperflüssigkeiten oder Schmierinfektionen übertragen. Viruspartikel können in Körperflüssigkeiten wie Blut bis zu 5 Tage lang infektiös bleiben.

Meldepflicht und Schutzmaßnahmen:
In vielen Ländern ist das Marburg-Virus meldepflichtig. Arbeiten mit dem Virus müssen unter strengen Biosicherheitsstufen (BSL-4) durchgeführt werden.


Quellen für die in den FAQ enthaltenen Informationen zum Marburg-Virus:

  1. Gefährlichkeit des Marburg-Virus: Das Marburg-Virus gehört zur Familie der Filoviren und verursacht hämorrhagisches Fieber, das eine Sterblichkeitsrate von 24% bis 88% aufweist, abhängig vom Virusstamm und der medizinischen Versorgung. Diese hohe Letalitätsrate macht es so gefährlich
    ​(MedLexi)​(Wikipedia – Die freie Enzyklopädie).
  2. Übertragungswege: Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten (Blut, Speichel, Sperma) von infizierten Personen oder Tieren. Insbesondere Flughunde gelten als Reservoir. Der Kontakt mit infizierten Tieren oder der Verzehr von Buschfleisch kann ebenfalls zu einer Übertragung führen
    ​(MedLexi)​(Bernhard-Nocht-Institut)​(Wikipedia – Die freie Enzyklopädie).
  3. Symptome: Die Krankheit beginnt mit unspezifischen Symptomen wie hohem Fieber, Muskelschmerzen und Kopfschmerzen. Später können Bauchschmerzen, Erbrechen und schwere Blutungen auftreten, was oft zum Multiorganversagen führt
    ​(MedLexi)​(Bernhard-Nocht-Institut).
  4. Behandlung und Impfstoff: Es gibt keine spezifische Therapie oder zugelassene Impfstoffe gegen das Marburg-Virus. Behandlungen beschränken sich auf die Linderung der Symptome, wie Flüssigkeitszufuhr und Schmerzmanagemen
    t​(MedLexi)​(Bernhard-Nocht-Institut).
  5. Frühere Ausbrüche: Seit dem ersten Ausbruch 1967 in Marburg und Frankfurt wurden immer wieder Ausbrüche, hauptsächlich in afrikanischen Ländern, dokumentiert. Der aktuelle Ausbruch in Ruanda begann im Jahr 2024​
    (MedLexi)​(Wikipedia – Die freie Enzyklopädie).
  6. Shifflett K, Marzi A. Marburg virus pathogenesis – differences and similarities in humans and animal models. Virology Journal. 2019;16:165.
    https://virologyj.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12985-019-1272-z

Artikelbild: Dieses Medium stammt aus der Public Health Image Library (PHIL) der Centers for Disease Control and Prevention.

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