Hitler Auto: Hat Selenskyj wirklich Hitlers Auto gekauft? Nein!

Eine absurde Fake-News behauptet, Selenskyj hätte für 15 Millionen Dollar Hitlers Auto gekauft – völlig aus der Luft gegriffen

Die Behauptung

Selenskyj hat angeblich für 15 Millionen Dollar ein Auto gekauft, das einst Hitler gehört haben soll. Die Geschichte kursierte auf sozialen Medien und wurde von einer gefälschten Nachrichtenquelle gestützt.

Falsch

Diese Behauptung ist völlig falsch. Der Wagen befindet sich in der privaten Sammlung eines australischen Milliardärs und ist nicht nach Kiew überführt worden. Die Geschichte ist ein offensichtlicher Versuch, Selenskyjs Ruf zu schädigen und ihn in Verbindung mit Hitler zu bringen.

Kurze Faktenübersicht:

  • Falscher Medienbericht: Die Geschichte stammt von einer gefälschten Nachrichtenseite, die gezielt erfundene Inhalte verbreitet.
  • Propagandamotiv: Die Falschmeldung wurde gezielt gestreut, um die Unterstützung für die Ukraine zu untergraben.
  • Auto ist nicht in Selenskyjs Besitz: Der Wagen gehört weiterhin einem australischen Sammler, und es gibt keine Hinweise darauf, dass er verkauft wurde.

Bewertung: Falsch.

📖Wie wird Desinformation in Konflikten eingesetzt? Antworten finden Sie im Leitfaden Krieg & Konflikt-Desinformation.

Hat Selenskyj ein Hitler Auto gekauft? Die Fakten

In den letzten Tagen haben soziale Medien mal wieder bewiesen, wie leicht sie als Plattform für Desinformation missbraucht werden können. Fake-News über den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sorgt aktuell für Aufsehen: Angeblich soll er 15 Millionen Dollar für ein Auto ausgegeben haben, das einst Adolf Hitler gehörte.

Screenshot Facebook "Selenskyj hat Hitlers Parade-Mercedes gekauft..um 15 Mio. Dollar"  Fake-News über Selenskyj und Hitlers Auto
Screenshot Facebook „Selenskyj hat Hitlers Parade-Mercedes gekauft..um 15 Mio. Dollar“

Die Herkunft der Falschmeldung und warum die Meldung über Selenskyj und Hitlers Auto falsch ist

Angeblich habe die „Seattle Tribune“, eine als glaubwürdig erscheinende Nachrichtenseite, darüber berichtet. Doch eine einfache Suche zeigt schnell, dass es diese Nachrichtenquelle gar nicht gibt.

Screenshot der Webseite "Seattle Tribune"
 Fake-News über Selenskyj und Hitlers Auto
Screenshot der Webseite „Seattle Tribune“

Diese „Seattle Tribune“ wurde erst kürzlich erstellt, einzig zu dem Zweck, diese Falschmeldung zu verbreiten. Es handelt sich dabei also um ein klassisches Beispiel gezielter Desinformation. Die Domaine wurde erst am 3.10.2024 registriert:

Screenshot: "Whois"
 Fake-News über Selenskyj und Hitlers Auto
Screenshot: „Whois„

Das Hitler Auto bleibt beim australischen Milliardär

Der Mercedes-Benz 770K, um den es in der Geschichte geht, ist tatsächlich historisch interessant und wurde 2018 bei einer Auktion vorgestellt. Aber entgegen den Behauptungen, die in den sozialen Medien kursieren, ist der Wagen nicht nach Kiew gebracht worden. Der aktuelle Besitzer ist der australische Milliardär Clive Palmer, der das Auto nach eigenen Angaben nie verkauft hat. (Quelle)

Eine wiederkehrende Strategie der Diskreditierung

Diese Art von Desinformation ist kein Einzelfall. Immer wieder tauchen ähnliche Geschichten auf, um Selenskyj und seine Familie zu diskreditieren. So wurde bereits im Juli behauptet, seine Frau habe einen teuren Sportwagen gekauft, was ebenfalls als Lüge entlarvt wurde. Wir haben HIER darüber berichtet. Doch die gezielte Verbreitung solcher Geschichten, verstärkt durch gefälschte Beweise wie „Verkaufsbelege“, zeigt, wie sehr Desinformation als Waffe eingesetzt wird.

Propaganda im Schatten der Wahrheit

Die Geschichte klingt für manche so plausibel, weil sie in kleine Wahrheiten verpackt ist. Hitler nutzte tatsächlich einen Mercedes-Benz 770K, und dieser wurde wirklich in der Vergangenheit versteigert. Diese kleinen Wahrheiten werden geschickt genutzt, um die Glaubwürdigkeit der Lüge zu erhöhen. Ziel solcher Desinformationen ist es, Zweifel zu säen und die öffentliche Meinung zu manipulieren.

Detailarbeit der Desinformation

Der gefälschte Bericht der „Seattle Tribune“ gibt zwar keine konkreten Details darüber preis, wann und wie Selenskyj angeblich das Auto erworben haben soll. Diese Lücke in der Geschichte fällt jedoch vielen Lesern nicht auf, da geschickt ein paar historische Fakten eingestreut werden, die die Behauptung plausibel wirken lassen. Für die Autoren dieser Propaganda zählt lediglich, dass die Geschichte sensationell und glaubhaft genug erscheint, um möglichst viele Menschen zu täuschen.

Propaganda trifft auf Naivität

Ein weiteres Merkmal solcher Desinformationen ist, dass sie bewusst auf die Naivität oder mangelnde Medienkompetenz ihrer Zielgruppe setzen. Viele Menschen sind mittlerweile bereit, jede Geschichte zu glauben, solange sie den eigenen Vorurteilen entspricht. Diese Art von Propaganda zielt nicht auf kritische Köpfe ab, sondern auf diejenigen, die unreflektiert Inhalte teilen und konsumieren. Es genügt ein minimaler Hauch von Glaubwürdigkeit, um eine Falschmeldung viral zu machen.

Einfache Entlarvung, große Wirkung

Obwohl diese Lügen oft schnell als solche enttarnt werden, verbreiten sie dennoch Unruhe und Skepsis. Gerade jetzt, da die USA Milliarden an Hilfsgeldern in die Ukraine senden und gleichzeitig die Unterstützung für die eigenen Bürger nach Katastrophen wie Hurrikan Helene in Frage gestellt wird, nutzen Desinformationen wie diese die Gelegenheit, um Ressentiments zu schüren. Die taktische Verbreitung solcher Lügen stützt sich auf die Frustration der Menschen und spielt geschickt auf deren Empörung und Zweifel an.

Fazit zum Thema Desinformation über Selenskyj

Die aktuellen Fake-News über den angeblichen Kauf von Hitlers Auto durch Selenskyj zeigt, wie perfide Desinformation eingesetzt wird, um Misstrauen zu schüren. Solche Geschichten sind darauf ausgelegt, gezielt die Unterstützung für die Ukraine zu untergraben und Menschen zu verunsichern. Es ist daher wichtig, kritisch zu bleiben und Behauptungen zu hinterfragen, bevor sie geglaubt und weiterverbreitet werden.

Artikelbild: © Worldwide Auctioneers

MIMIKAMA · FAKTENCHECK

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